Wolfgang Scheidel, der neue evangelische Pfarrer von Ditterswind und Ueschersdorf, geht voller tatkraft an seine neue Aufgabe heran. Bei seiner offiziellen Amtseinführung machte er deutlich, dass ihm Pflichterfüllung Freude macht, "denn wenn die Lätsch'n runterhängt, hat sich meist der Teufel drang'hängt".
Dekan Jürgen Blechschmit zeigte sich erfreut, dass eine zweijährige Vakanz zu Ende geht. Mit Scheidel, der auch Diakoniebeauftragter des Dekanats Rügheim wird, habe sich ein Pfarrer nach Ditterswind beworben, der reichhaltige Erfahrung als Gemeindepfarrer hat und daneben in der Diakonie "beheimatet" sei. "Pfarrer Scheidel ist für beide Dienste bestens geeignet", so Blechschmidt. Er segnete den neuen Pfarrer beim Festgottesdienst ein und teilte sich mit dem neuen Ortsgeistlichen sowie Pfarrer Stefan Köttig, dem Vakanzverweser aus Altenstein, die Liturgie. Auch Pfarrer Peter Bauer aus der Nachbargemeinde Burgpreppach und Prädikantin Elisabeth Endreß aus Ditterswind wirkten mit.

Familie und Gemeinde


Scheidels Predigt, vorgetragen humorvoll und in frischer Art, kreiste um eine Aussage aus dem Markusevangelium "Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter." Auftrag der Diakonie sei es, wie Scheidel ausführte, die Beziehungen zwischen Gemeinde und Familie entsprechend zu gestalten, um dem Idealbild von beidem näher zu kommen. Auch Pfarrer seien Teil der Gemeinde und deshalb gehalten, Beziehungen aufzubauen und sich dort einzuwurzeln.
Eine Gemeinde, die nur aus Kreisen und Grüppchen besteht, die sich gegenseitig abgrenzen, "die sich selber gut tun, aber keine Strahlwirkungen nach außen haben", könne nicht als Beispiel dienen. Scheibel: "Wir sind auf dem Weg als Familie dessen, nach dem wir uns nennen; wir versammeln uns um seinen Tisch ... und gehen auch miteinander so um, wie es in einer guten Familie Platz und Raum hat."
Für die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes sorgten der Posauenchor Altenstein unter der Leitung von Andreas Binger und Bezirkskantor Matthias Göttemann an der Orgel. Bei einem Empfang sprachen viele Vertreter des öffentlichen Lebens Grußworte.

Ringen um Schloss Ditterswind


Bei dem Empfang für den neuen Pfarrer in Schloss Ditterswind ging es auch um die Zukunft der Behinderteneinrichtung der Rummelsberger Dienste im Gemeindeteil von Maroldsweisach.
Während Landrat Handwerker die Frage der Auflösung von Schloss Ditterswind als Heim für Menschen mit Behinderung bereits als beschlossene Sache sieht, widersprach Bürgermeister Wilhelm Schneider von der Marktgemeinde Maroldsweisach dieser Sichtweise und stellte unter dem Applaus der Zuhörer - fest: "Wir kämpfen weiter und wollen, dass möglichst viel in Ditterswind erhalten bleibt. Wir wollen dabei viele der Heimbewohner und der Arbeitsplätze hier behalten."
Auch Dekan Blechschmidt erhielt zustimmenden Beifall, als er sagte: "Das Grundstück hinter dem Schloss ist groß genug, man könnte dort auch einen Neubau wagen". Diakon Andreas Puchta erläuterte die Pläne der Rummelsberger Dienste für die Behinderteneinrichtung. Anliegen bleibe die Inklusion.