Was haben "Bacon-Bomber", "Guerilla Gröstl" und "Curry Dealer" gemeinsam? Die ausgefallenen Namen verbinden Lebensmittel und Lastkraftwagen. Mobile Gastro-Visionäre präsentierten sich auf dem "Foodtruck RoundUp Festival" in Bamberg. Fast 20 "Essen-auf-Rädern-Austeller" aus ganz Deutschland bereiteten abenteuerliche Snacks in ihren amerikanischen "Freightliners" zu. Vor Ort waren Busse und Wohnwägen mit Grill, Barbecue-Smoker, Backofen, Kochtopf und Bratpfanne - darunter mittendrin Vertreter aus dem Landkreis Haßberge.


Lange Warteschlangen

Es bildeten sich lange Warteschlangen in der mobilen Gastroszene. Verschiedenste Burgervariationen, Sandwiches, Hotdogs, Currywurstangebote, Donuts, Cakepops, Frozen Yogurt, Kaiserschmarrn, Kaffeespezialitäten, Süßigkeiten aus den USA interessierten die Besucher, ebenso die handgeschabten Käsespätzle vom Würzburger "Küchen-Dampf". Der "Blunch" aus Oberbayern ist kein Burrito, Wrap oder Crêpe, sondern eine hauchdünner fester Teig nach einem Geheimrezept, quasi ein Gourmet-Sandwich. Das "Swagman Spezial" gab es in einer gefüllten Box mit Kartoffelstampf, Pulled Pork oder Turkey, Ofengemüse, hausgemachten Topings und knusprigen Croutons.


Leicht vom Knochen

Einige Aussteller verfolgen die nordamerikanische "Heilige Dreifaltigkeit" des Barbecues: Bei niedriger Temperatur und langsamer Garzeit von Schulter- oder Nacken-Fleisch entstehen Pulled Pork (Schwein), Pulled Beef (Rind) und Pulled Turkey (Truthahn). So löst sich (pull) das Fleisch leicht wie beim fränkischen "Schäuferla" vom Knochen. Auch für Veganer gab es genug. Etwa bei Stefan Vinzelbergs "Vegbereitung". Der 28-jährige Veganer ist vor sieben Jahren von Coburg nach Bamberg gezogen, studierte Politikwissenschaften und betreibt seit drei Jahren nebengewerblich vegane Esskultur auf Rädern. Angefangen hat es auf der "Sandkerwa".

Wie Stefan berichtete, sei er "gerade dabei, die Geschäftsidee zu erweitern und zu professionalisieren." Dass seine Snacks, die frei von tierischen Produkten sind, Fleischessern schmecken, bestätigte Stefan Wolff aus Knetzgau. Wolff kennt den Stand von der Bamberger Kirchweih, aber den Veggieburger Deluxe hat er zum ersten Mal probiert: "Der Burger schmeckt sehr gut, den kann ich nur weiterempfehlen", lautet die Erkenntnis des Knetzgauers, der sich selbst als "Teilzeit-Vegetarier" sieht. Nach seinem Tennistraining beim TC Bamberg war er auf der gezielten Suche nach einer "Proteinbombe".


Mit neuem Schnitt

Zwischen all den Leckereien stach der einzige "essenslose" Aussteller heraus. Die Friseure Marco Maas aus Ebelsbach und Florian Hailer aus Haßfurt kamen mit Schere, Kamm, Rasierer und Pomade im Gepäck zum Festival. Zwei antike Friseurstühle, Wartecouch und melodische "Katsching-Kasse" aus ihrem Geschäft waren dabei. Die zwei "Booder" sind seit ihrer Ladeneröffnung 2015 über die Kreisstadtgrenzen hinaus bekannt, für viele Kunden sind die "Barbershop-Inhaber" gar zu einer Ikone geworden.

Ein Grund für die Veranstalter des Festivals, die Herrenfriseure einzuladen, auf dass die das Ganze mit ihrem Handwerk ergänzen. Weil Marco gerne "ausgefallene Sachen" isst und über Facebook auf das Festival aufmerksam geworden ist, kam man dort miteinander ins Gespräch. "Wir haben ein paar Mal hin und her geschrieben und fanden gemeinsam die Idee einfach genial, zwischen all den Foodtrucks mitzumachen", so Florian. Für manchen Besucher ging es dann mit gefülltem Bauch und neuem Haarschnitt ins Bamberger Nachtleben.