Sand am Main
Kommunalpolitik

Die Anliegen der Bürgerschaft im Blick

Die Freien Sander Bürger feierten am Wochenende 20-jähriges Bestehen.
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Zwei der Gründungsväter der Freien Sander Bürger: Heinrich Schmitt und Christoph Winkler bewunderten den gebackenen Jubiläums-Schriftzug und erinnerten sich an manche Anekdote aus 20 Jahren.
Zwei der Gründungsväter der Freien Sander Bürger: Heinrich Schmitt und Christoph Winkler bewunderten den gebackenen Jubiläums-Schriftzug und erinnerten sich an manche Anekdote aus 20 Jahren.
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"Die Welt ist nicht eindimensional oder gar nur schwarz-rot, sondern vielmehr dreidimensional und bunt", betonte Vorsitzender Jörg Kümmel zum 20-jährigen Bestehen der Freien Sander Bürger (FSB). Die unabhängige Gruppierung von Sander Bürgern habe sich in politisch turbulenten Zeiten gegründet und über zwei Jahrzehnte als dritte Kraft im Gemeinderat etabliert, hieß es.

Der Gemeinderat war so zerstritten, dass sogar Gerichtsverfahren anhängig waren, als sich 1996 die vorher lose Gruppierung der Freien Sander Bürger entschloss, sich als Verein zu formieren und mit einer Liste zur Gemeinderatswahl anzutreten. Diese Wahl war für die FSB so erfolgreich, dass Gründungsvorsitzender Heinrich Schmitt sogar Zweiter Bürgermeister wurde. Einer der Gründungsväter war Christoph Winkler, damals Bürgermeister in der Nachbarstadt Zeil.
"In Zeil hat sich bereits 1948 die ÜZL gegründet, in der sich Bürger ohne Parteibuch zusammenfanden. Damit hat es in Zeil nie politische Mehrheiten gegeben, und das tat der Arbeit im Stadtrat gut", sagte Winkler zur Überparteilichen Liste. "Was nutzt meiner Kommune und was schadet ihr", das sei die einzige Frage, die in einem Stadt- oder Gemeinderat zählen dürfe. Das sei ein Erfolgsmodell "und ich sehe mit Interesse, wie viele Partei-Listen sich mittlerweile einen Zusatz mit "Frei" geben.


Heiße Debatten

Heinrich Schmitt dankte Winkler für die stets faire Zusammenarbeit. Heiße Debatten habe es zwischen Sand und Zeil gegeben, als es um die gemeinsame Kläranlage ging, "aber es ging immer nur um die Sache, wir haben uns nichts nachgetragen". Das sei heute in der politischen Diskussion nicht immer gewährleistet, erklärte Schmitt.
Jörg Kümmel stellte fest, dass die FSB immer ein offenes Ohr für die Belange der Sander habe und diese in den Gemeinderat trage, oder auch bei Behörden vorstellig werde, um zu helfen. "Wir waren die Ersten, die die Bürgerinitiative ,Sand bleibt‘ unterstützt haben, weil wir uns umfassend informiert haben", erklärte Kümmel. "Und wenn wir überzeugt sind, dann stimmen wir auch mal mit Nein."

Als eindrucksvoll lebendig bezeichnete die Kreisvorsitzende der Wählergemeinschaft Haßberge, Birgit Bayer, die FSB. In einer Präsentation war zusammengestellt, was in 20 Jahren so passierte. Da war ehrenamtlicher Einsatz für einen Kinderspielplatz von St. Martin, kreativer Wahlkampf, gesellige Ausflüge, Diskussions- und Fortbildungsveranstaltungen. Für eine politische Gruppierung seien 20 Jahre eine Strecke, auf die man durchaus stolz sein könne. Sachbezogen, bürgernah und zukunftsorientiert, so arbeiteten Freie Wähler, auch die Kreistagsfraktion der Wählergemeinschaft, der sie vorsteht. Leider komme Politik nicht immer so an und so wachse die Verdrossenheit, die es immer schwieriger mache, junge Leute für Politik zu begeistern. Dabei sei es so wichtig, auch politisch die Heimatgemeinde mitzugestalten. Der FSB sei das 20 Jahre lang vorbildlich gelungen "durch die Arbeit im Gemeinderat und vielleicht irgendwann auch einmal in vorderster Position".


Nette Überraschung

Eine besondere Überraschung hatte Karin Zinser-Mühlfelder für Oliver Leubner. Mit einem großen Brotzeitkorb dankte sie im Namen des BBV für die fundierte Unterstützung beim Einspruch gegen die weitere Kiesausbeute.
Herzliche Grüße sandte Landesvorsitzender Hubert Aiwanger, der eigentlich persönlich kommen wollte, doch wegen des am Wochenende anstehenden Geburtstermins seines zweiten Kindes entschuldigten ihn die Sander gerne.

Viele Erinnerungen wurden beim anschließenden gemütlichen Beisammensein ausgetauscht - und natürlich wurde auch über die im Frühjahr 2017 anstehende Bürgermeisterwahl in Sand gesprochen.
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