Ebern
Zustellproblem

Der Tag, an dem die Post(-botin) nicht kam

Weil im Eberner Stadtgebiet viele "Werbe-Sendungen" verteilt werden mussten, reichte auf zumindest einer Tour die zulässige Arbeitszeit nicht mehr aus.
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Immer eine Menge zu tun: Die Postbediensteten am Zustellstützpunkt im Hof des einstiges Postamtes in der Bahnhofstraße.  FT-Archivfoto: Ralf Kestel
Immer eine Menge zu tun: Die Postbediensteten am Zustellstützpunkt im Hof des einstiges Postamtes in der Bahnhofstraße. FT-Archivfoto: Ralf Kestel
Wenn der Postmann nicht drei Mal klingelt, sondern gar nicht erst kommt...- sorgt das bei manchem für Ärger und Verdruss. So geschehen Ende letzte Woche, als eine Frau aus der Sudetenstraße ihrem Ärger via Facebook deftig Luft machte und ihr Unverständnis über den ausbleibenden Zusteller mit deutlichen Worten zum Ausdruck brachte, weil sie auch wirtschaftliche Nachteile damit verknüpfte.

Der Facebook-Post wurde mittlerweile wieder gelöscht. Unsere Redaktion hat dennoch bei den Verantwortlichen Deutschen Post nachgehakt. "Wir kennen die Verärgerung, wenn beispielsweise am Morgen die Tageszeitung fehlt", versetzt sich ein Austräger in die Rolle seiner Post-Kollegen.

So bestätigte ein Post-Sprecher, dass es am Donnerstag vergangener Woche im Zustellbezirk am Steinberg zu "einem Abbruch gekommen ist".


Arbeitszeit nicht überziehen

Alexander Böhm aus der Pressestelle in Frankfurt hat sich bei örtlichen Verantwortlichen erkundigt: "Das war aber nur an einem Tag der Fall. Und zwar nicht aufgrund von personellen Engpässen oder Krankheitsfällen, sondern rein wegen des Arbeitsaufkommens. Denn mehr als 10 Stunden 45 Minuten dürfen unsere Zusteller an einem Tag nicht arbeiten, dann brechen sie ab. Und genau das war in diesem Fall passiert."

Und selbst für diesen Fall gibt es schon Vorkehrungen: "Normalerweise fahren unsere Zusteller in ihrem Bezirk jeden Tag die selbe vorgegebene Route. Ist es aber zu einem Abbruch am Vortag gekommen, wird die Tour dort wieder begonnen." Böhm: "Natürlich ist es für manche ärgerlich, wenn sie ihre Post einen Tag später bekommen und wir setzen auch Alles daran, dass das nicht häufig passiert."

Dass dem so ist, zeige ein Blick in die Statistiken. "An jenem Donnerstag waren viele Werbesendungen dabei, die an alle Haushalte verteilt werden müssen", erklärt Böhm das ungewöhnlichen Arbeitsaufkommen.


Amtsblatt und Sozialwahl

So wurde das Eberner VG-Amtsblatt verteilt, das seit der Umstellung von der Post an alle Bürger im Stadtgebiet wie auch in Pfarrweisach und Rentweinsdorf verteilt wird.

Auch die Unterlagen zur bundesweiten Sozialwahl waren vergangene Woche als sogenannte Dialogpost unterwegs. Großaufträge also für eine Kleinstadt.

Der Post-Sprecher mag sich aber nicht vorstellen, dass es "so schlimm ist, wenn ein Brief oder ein Päckchen einen Tag später ankommt", obgleich es "natürlich" das Unternehmensziel sei, jede Sendung am darauffolgenden Tag in den Briefkasten zu stecken, oder an der Haustüre abzuliefern.

Wie dem Facebook-Post zu entnehmen war, gab es in der Nachbarschaft der Beschwerdeführerin keine Probleme, weswegen ihre Wohnanschrift am Ende der Zustelltour zu liegen scheint.

Auch gibt es für Menschen, die nicht auf ihren Postboten bzw. dessen Kolleginnen warten wollen, noch eine Alternative: ein Postfach.

Das kostet aber seit Beginn dieses Jahres aber eine Gebühr. Vielen Geschäftsleuten, die ihre Post als dringlich erachten, ist es das aber wert.

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