Zu ihrem zehnjährigen Bestehen organisierten die Traktorfreunde Dankenfeld ein Oldtimertreffen, das auf großes Interesse stieß. Jede Menge Bulldogs gab es da, aber auch landwirtschaftliche Maschinen, Motorräder, Pkw - und den gelben VW-Bus von Thomas Schäftlein. Ein echtes Prachtstück ist er mit seinem Ausklappdach und dem farbenfrohen Vorzelt. "Das war der Urlaubsluxus der 70er Jahre", erzählt Schäftlein stolz.
Vier Schlafplätze und ein Babybett, das man über Fahrer- und Beifahrersitz einhängen kann, eine volle Koch-Austattung mit zwei Gas-Kochern und ein drehbarer Beifahrersitz hin zum Esstisch - der "Berlin" war der Luxus-VW-Bus.

Ganz korrekt heißt er T2, Baujahr 1978. Mit 50 PS und 1570 Kubikzentimetern (cbm) Hubraum "schafft er jede Steigung im zweiten Gang", sagte Thomas Schäftlein.

Viel war er mit dem Bus unterwegs, aber inzwischen nur noch in der näheren Umgebung "man will eigentlich nicht mehr schneller als 70 fahren" erklärt der Industriemechaniker-Meister, der alles an dem Bus selbst repariert hat.

Er war aber nicht sehr restaurierungsbedürftig, als er ihn 2001 aus einer Scheune heraus kaufte. Die letzten elf Jahre zuvor stand er dort abgemeldet. Ehefrau Sabine war erst nicht sehr freut, heute liebt sie den Bus mit der Sonnenblume vorne. Auch sie ist stolz, dass alles am VW-Bus original ist, das Vorzelt und der Fahrradträger "Paulchen".

Lachend erinnern sich die beiden an den großen Familienurlaub nach Südfrankreich im superheißen Sommer 2003. Vater, Mutter, Sohn und Tochter saßen nur mit Badehose und Bikini im Bus und nutzten jede Gelegenheit, um sich schnell mal im Wasser abzukühlen. An Klimaanlagen war 1978 natürlich nicht zu denken.


Vuel geschwitzt

"Wir hatten über 50 Grad im Auto", erzählt Sabine Schäftlein. Jede Menge haben sie geschwitzt, aber "mein Bus hat für die knapp 3000 Kilometer die ganze Cote d-Azur entlang und über den Gardasee wieder nach Fatschenbrunn gerade mal einen halben Liter Öl gebraucht.
Solche Touren muten die Schäftleins ihrem Bus nicht mehr zu, aber gerne fahren sie mit ihm zum Weinfest, dann müssen sie nicht diskutieren, wer Wasser trinkt. Auch in Bad Staffelstein am Badesee oder an der Fränkischen Seenplatte ist der historische Camper hin und wieder zu sehen.
Die Tour von 2003 machen die Schäftleins in diesem Jahr nochmal - zu zweit und in einem modernen, geliehenen Wohnmobil. "Das wird sicher komfortabler, aber damals, das war schon eine ganz besondere Urlaubsreise", strahlt Sabine Schäftlein.
Austauschen würden die Schäftleins ihren gelben Bus aber niemals gegen eine moderne Variante. Der Bus gehört zur Familie, das ist klar.