Fatschenbrunn
Kommunikation

Der SV Fatschenbrunn will Vorreiter sein

Als der vermutlich erste Sportverein im Kreis hat Fatschenbrunn einen frei zugänglichen Internetempfang auf seinem Sportgelände eingerichtet. Die Technik und die Initiative Freifunk Franken machen es möglich.
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Die Technik läuft: Robert Streng und Alexander Gutzeit (beide Freifunk Franken) richteten den Hotspot in Fatschenbrunn am Sportheim ein. Der SV-Vorsitzende Frank Fösel (von rechts) schaut zu.  Foto: Klaus Schmitt
Die Technik läuft: Robert Streng und Alexander Gutzeit (beide Freifunk Franken) richteten den Hotspot in Fatschenbrunn am Sportheim ein. Der SV-Vorsitzende Frank Fösel (von rechts) schaut zu. Foto: Klaus Schmitt
Ein neues Angebot muss nicht teuer sein. Gut 20 Euro nimmt der Sportverein Fatschenbrunn in der Gemeinde Oberaurach in die Hand, um seinen Zuschauern auf dem Sportgelände etwas Besonderes zukommen zu lassen: einen kostenlosen freien Zugang ins Internet für Smartphones und andere Endgeräte. "Wir wollen zufriedene Gäste", sagt Vorsitzender Frank Fösel zum Motiv des SV, das mobile Internet zur Verfügung zu stellen. Und ein bisschen sportlicher Ehrgeiz ist auch dabei. "Wir sehen uns als Vorreiter", erklärt Franz Hümmer vom Sportverein. In der Tat: Der SV Fatschenbrunn ist einer der ersten, wenn nicht der erste Sportverein im Landkreis, der seinen Mitgliedern und den Gästen am Sportgelände ein solches Angebot unterbreitet.


Rund 80 Hotspots im Kreis

Geholfen hat dabei die Initiative Freifunk Franken. Sie ist bestrebt, die freien Netze auszubauen.
Die Freifunk-Gemeinschaft Haßberge hat nach den Angaben von Alexander Gutzeit (Ostheim) und Robert Streng (Knetzgau) mittlerweile etwa 80 Hotspots im Landkreis eingerichtet. Am Samstag den ersten auf dem Gelände eines Sportvereins. Sechs Aktive zählt die Gemeinschaft und sie will "demnächst Verein werden", wie Gutzeit ankündigte. Er installierte zusammen mit Streng den Hotspot in Fatschenbrunn.

Die Technik ist nicht allzu aufwendig. Man braucht einen DSL-Zugang. Der liegt am Sportheim in Fatschenbrunn. Daran wird der Freifunk-Router angeschlossen, und über WLAN können die Nutzer ins weltweite Netz gelangen.


Unentgeltlich

Die Freifunker offerieren ihre Dienste unentgeltlich und ehrenamtlich. "Wir helfen gerne", sagt Gutzeit. Die Freifunk-Community stellt die Technik und ihr Wissen zur Verfügung. "Wir betreiben die Server und stellen die Infrastruktur", erklärt der Ostheimer. Nach ein paar Handgriffen steht die Verbindung, wie die Besucher am Samstag auf dem Sportplatz in Fatschenbrunn sehen konnten. Dort fand übrigens ein Wohlfühltag für die Frauen statt.

Der entscheidende Vorteil des Freifunks ist für den Verein, dass jeder Nutzer selbst verantwortlich ist für das, was er im Netz anstellt. Würde der Verein selbst den Internetzugang ermöglichen, trüge er auch die Verantwortung dafür, was die Nutzer tun. Wenn da Unsinn oder gar Kriminelles getrieben würde, "könnte das für einen kleinen Verein existenzbedrohend sein", weiß Franz Hümmer. Mit der Freifunkt-Technik geht der SV Fatschenbrunn kein Risiko ein.

Franz Hümmer hat aufgrund seiner positiven Erfahrungen mit der Freifunk-Gemeinschaft die Verbindung zu seinem Heimatverein im Steigerwald hergestellt. Hümmer arbeitet für die Regierung von Unterfranken in der Betreuung der Asylbewerber. Mit Hilfe der Freifunk-Gemeinschaft wurde kürzlich ein Internetzugang für die Unterkunft in Dippach (Stadt Eltmann) hergestellt. Ein Wunsch, den er und die Flüchtlinge schon lange hatten, schließlich wollen sie den Kontakt in ihre Heimatländer nicht abreißen lassen.


Strom vom Dach

Franz Hümmer wünscht sich einen solchen Hotspot vor allem auch in Zeil. Dort wohnen zahlreiche Asylbewerber. Er möchte in nächster Zeit mit der Stadt Kontakt aufnehmen, um die Möglichkeiten für eine solche technische Lösung auszuloten.
Sie ist, wie eingangs erwähnt, nicht teuer. Gut 20 Euro investiert der SV Fatschenbrunn. Dazu kommen noch die Stromkosten. Da steht Fatschenbrunn auch gut da, denn der Verein produziert seine eigene Energie über die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Sportheims.
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