Ebern
Realschule

Der Platzmangel an der Realschule spitzt sich zu

Die Situation erscheint grotesk: Trotz rückläufiger Geburten- und schwindender Schülerzahlen klagt die Dr. Ernst-Schmidt-Realschule zunehmend über Raumnot. Die Situation an der Schule Ebern stand im Mittelpunkt eines Besichtigungstermins der CSU-Kreistagsfraktion an der Dr. Ernst-Schmidt-Realschule in Ebern.
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Bei der Besichtigung (von links) Konrektorin Luise Pannek, Direktor Hartmut Weis, Irmgard Ruhhammer, Bürgermeister Robert Herrmann, Wilhelm Schneider sowie weitere Kreisräte und Lehrkräfte. Foto: Geiling
Bei der Besichtigung (von links) Konrektorin Luise Pannek, Direktor Hartmut Weis, Irmgard Ruhhammer, Bürgermeister Robert Herrmann, Wilhelm Schneider sowie weitere Kreisräte und Lehrkräfte. Foto: Geiling
Dabei waren die Politiker sich mit der Schulleitung und den Lehrkräften einig, dass für einen vernünftigen Schulbetrieb mit den heutigen Standards zusätzliche Klassen- und Fachräume geschaffen werden müssten.

Laut Realschuldirektor Hartmut Weis, der sich erfreut zeigte, das Problem darstellen zu können, besuchen derzeit 660 Schüler die Schule - viel mehr erwartet. Die Schulleiter: "Wenn es nach den Prognosen gegangen wäre, müssten wir jetzt 18 Klassen haben. Wir sind aber bei 25 Klassen. Das war nicht voraussehbar, weil die sechsstufige Realschule gekommen ist, das G 8 eingeführt wurde und sich die Übertrittsvoraussetzungen geändert haben."

Auf dauer 21 Klassen

Laut Weis ist die Übertrittsquote von 23 Prozent im Jahr 1998 auf jetzt knapp 40 Prozent gestiegen. Auf Dauer werde man zwar nicht bei 25, aber wohl bei 21 Klassen bleiben.
Mit Blick auf die demographische Entwicklung räumte der Rektor ein, man werde wahrscheinlich in diesem Jahr nur drei Eingangsklassen bilden können, während es bisher vier gewesen seien. Das hänge aber auch noch vom Übertrittsverfahren ab.

Er, Weis, und seine Konrektorin Luise Pannek hätten 2010 die Leitung der Schule übernommen, zu einer Zeit, als die Übertrittszahlen auf einen besonderen Höhepunkt anstiegen. Die Konrektorin untermauerte dies mit dem Hinweis, dass hier aus vorher drei plötzlich fünf Einstiegsklassen geworden seien.

"Erste Hilfe" aus Haßfurt

So habe sich die Raumnot an der Schule dramatisch entwickelt. Für eine Übergangszeit habe man Klassen in die Berufsschule ausgelagert, was aber mit hohen Belastungen verbunden gewesen sei und zu erheblichen Protesten auf Elternseite führte.

Mit Unterstützung des Landkreises als Sachaufwandsträger seien Klassenräume umfunktioniert und zusätzliche Räume an den Enden der Mittelgänge geschaffen worden. "Uns wurde hervorragend geholfen", lobt Weis die Bauverwaltung am Landratsamt, dennoch bleibe die Raumnot drängend.

Kaum Platz für Lehrer

Wie beengt es in der Schule zugeht, wurde den CSU-Kreisräten im Lehrerzimmer vor Augen geführt, das ursprünglich 30, inzwischen aber über 50 Lehrkräfte beherbergt. "Von einem Platz für jeden Lehrer, geschweige denn einem Arbeitsplatz, kann man wirklich nicht mehr sprechen", klagte Luise Pannek. Die Stapel auf den Tischen, die Enge am Computer oder der knappe Platz für Fachbücher machten dies deutlich.

Ähnliches galt für die Fachräume für Physik und Chemie mit den Vorbereitungsräumen für die Versuche. Fachlehrer Bernd Schmidt lobte zwar die inzwischen gute technische Ausstattung für den Musikunterricht, aber auf Dauer brauche man einen größeren Raum für Chor und Instrumentalgruppen. So bestehe allein der Mittelstufenchor inzwischen aus 63 Schülern. Ein besonderer Wunsch wäre eine große Aula für Veranstaltungen, denn sogar die Turnhalle in unmittelbarer Nähe reiche nicht mehr aus.

Eberns Bürgermeister Robert Herrmann brachte dazu den neuen Bürgersaal im Kasernengelände ins Gespräch, meinte aber, dass zu einer vernünftigen Schule auch die entsprechenden Standards gehörten. Im weiteren Verlauf kam noch der Ruf nach einer Mensa für Realschule und Grundschule zur Sprache und der Bedarf an zusätzlichen Räumen für die Ganztagesklassen, die es im Moment an der Realschule ja noch nicht gibt.

Bedarf ist unstrittig

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Günther Geiling aus Breitbrunn ließ keinen Zweifel an der Notwendigkeit einer Erweiterung der Realschule. Dies sei auch im Kreisausschuss über alle Fraktionen hinweg nicht in Frage gestellt worden. Man müsse eine realistische Entwicklung der Schülerzahlen im Blick haben, die sinkenden Geburts- und Schülerzahlen in das Raumprogramm einfließen lassen. Hinsichtlich einer eigenen Aula für große Veranstaltungen sah er Probleme. Es gebe ja daneben die Turnhalle und ob beim Neubau durch flexible Wände und Öffnung von Räumen ein derartiger Raumbedarf gedeckt werden kann, sollte geprüft werden.

Landkreis stark gefordert

CSU-Landratskandidat und Kreisrat Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach meinte, zunächst gehe es darum die jetzige Raumnot unmittelbar abzufedern. Zum anderen müsse man das Raumprogramm für die Zukunft genau erfassen und die Umsetzung ins Investitionsprogramm des Landkreises einbetten. Die Planung für die Schulen schlage derzeit mit 62 Millionen Euro zu Buche. Auch wenn man Förderungen von etwa 40 Prozent erwarte, blieben noch 60 Prozent für den Kreis übrig.

Die CSU-Kreisräte sicherten den Vertretern der Schule zu, sich zu engagieren, damit möglichst viele Wünsche ins Raumprogramm einfließen.

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