Haßfurt
Naturschutz

Der Biber knabbert sich voran

Im Landkreis Haßberge sind mittlerweile 58 Biberreviere bekannt. Das sorgt auch für Probleme, aber Eingriffe in den Lebensraum des Nagers sind strafbar.
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Eine Biberburg an der Baunach  Fotos: Claus Haubensack/Landkreis Haßberge
Eine Biberburg an der Baunach Fotos: Claus Haubensack/Landkreis Haßberge
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Der Biber ist im Landkreis Haßberge weiter auf dem Vormarsch. Entsprechend der amtlichen Biberkartierung aus dem Jahr 2015 sind im Landkreis 58 Biberreviere bekannt. Dabei hat der Biber laut einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamts Haßberge seinen Lebensraum in der Zwischenzeit auch auf kleinere Gewässer und Entwässerungsgräben ausgedehnt.
Für die Untere Naturschutzbehörde ist die Ausbreitung des Bibers Segen und Fluch zu-gleich. "Einerseits ein großer Erfolg für den Artenschutz, andererseits ist im besiedelten Bereich ein sehr hoher Betreuungsaufwand notwendig", weiß Claus Haubensack.


Immer mehr illegale Eingriffe

In der letzten Zeit wurden vermehrt illegal entfernte Biberdämme festgestellt und angezeigt. Das Entfernen von Biberdämmen stellt eine Straftat dar; der Biber ist eine europarechtlich besonders und streng geschützte Art.
Der Schutz bezieht sich auf den Biber selbst, seine Baue und Dämme. Die bekannten Fälle der Dammbeseitigung wurden der örtlichen Polizeidienststelle übermittelt.

Der Biber lebt, wie in der Pressemitteilung geschildert wird, in Familienverbänden, bestehend aus den Elterntieren und den dies- und vorjährigen Jungtieren in festen Revieren. Innerhalb des Reviers existieren in der Regel mehrere genutzte Bauten. In den Bauten finden die Jungenaufzucht und die Winterruhe statt.
Biber ernähren sich rein pflanzlich. Gehölze werden im Winter gefällt, um an die Rinde zu gelangen, oder Holz für den Dammbau zu beschaffen. Die Dämme werden errichtet, um den Wasserstand zu erhöhen, gut schwimmen und tauchen zu können und gleichzeitig sicher in die Biberbauten zu gelangen, deren Eingänge unter Wasser liegen.


Eingänge unter Wasser

Werden die Dämme abgetragen oder zerstört, liegen die Eingänge zum Bau nicht mehr unter Wasser. Der Biber versucht den vorherigen Zustand wiederherzustellen, was zu einer unnatürlich erhöhten Bautätigkeit führt. Laut Mitteilung der Umeltbehörde, entstehen dabei meist mehr Schäden als zuvor.

Der Gesetzgeber hat den Biber aufgrund seiner hohen ökologischen Funktion unter besonderen Schutz gestellt. "Eingriffe in den Lebensraum des Bibers sind strafbar", so Claus Haubensack.


Bei Problemen mit Bibern

Sollten Probleme mit dem Biber oder seinen Dämmen auftreten ist stets die Untere Naturschutzbehörde, Telefonnummer 09521/27-223) am Landratsamt zu kontaktieren. "In den meisten Fällen kann eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung gefunden werden", heißt es in der Pressemitteilung.

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