Stettfeld
Hochwasserschutz

Den Versuch ist es wert

Um die Gefahr von Überflutungen wenigstens etwas in den Griff zu bekommen, besprach der Bauausschuss Stettfeld eine kostengünstige Maßnahme.
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Nahe am ehemaligen Strätzn-Keller ist der Mühlbach romantisch. Bei größeren Regenereignissen ist es aber schon zu bösen Überschwemmungen gekommen. Foto: Günther Geiling
Nahe am ehemaligen Strätzn-Keller ist der Mühlbach romantisch. Bei größeren Regenereignissen ist es aber schon zu bösen Überschwemmungen gekommen. Foto: Günther Geiling
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Der Hochwasserschutz und der Mühlbach sind im Stettfelder Gemeinderat ein Dauerthema. Wieder war der Bauausschuss des Gemeinderats vor Ort und hörte sich auch die Meinung der Anlieger an, die von Überflutungen immer wieder betroffen sind. Für eventuelle Baumaßnahmen, teilweise durch die Grundstücke, müssen sie ihre Zustimmung geben.

Das Hochwasser im Ort kann im Grunde nur durch ein größeres Bauwerk entschärft werden. Das wäre aber zu teuer: Mit etwa 3,6 Millionen Euro, wurde bei der Sitzung deutlich, müsste das Hochwasser schon vor dem Ortseingang aufgehalten werden. Der Bürgermeister Alfons Hartlieb beschrieb das Ziel: "Wir lehnen das große Projekt ab und geben kleineren Maßnahmen eine Priorität.
Dabei werden wir zwar nicht bezuschusst, aber können uns erst einmal selbst helfen."

Ansatzpunkt ist der alte Mühlbach; ebenso das alte Bachbett im Talgrund, wo immer wieder private Grundstücke und Anwesen überschwemmt werden, wenn hier das Wasser steigt. Für den alten Mühlbach gab es bisher ein Nutzungsrecht eines Anliegers, das aber nun aufgegeben wurde. Damit gehe der Unterhalt, so Hartlieb, auf die Gemeinde über. Beim Bachbett bekäme Stettfeld die Renaturierung wohl gefördert - bei geschätzten Kosten von 200 000 Euro. Man brauche dazu aber die Zustimmung der Anlieger.

So stand der Bauausschuss am Übergang zum alten Strätzn-Biergarten, der nach der Idee des Planers zur Furt umgestaltet werden sollte. Mancher Anlieger und auch einige Räte konnten sich damit nicht anfreunden; ihnen wäre eine Verrohrung lieber, wobei bei Hochwasser ein Überlauf möglich sein sollte. Ein Anlieger wollte die Verrohrung lieber bei seinem Grundstück. Außerdem befinde sich, erklärte er, auf dem Grundstück eine Drainage, die weiter funktionieren soll. Ein weiterer Streifen solle Abstandsfläche zum Gewässer bleiben.


Erst mal ausbaggern

Angesichts der hohen Kosten hatte der Anlieger einen anderen Vorschlag. "Ist es nicht sinnvoller, erst den Hochwasserschutz im Allgemeinen anzugehen, statt jetzt mit Verschönerungsmaßnahmen zu beginnen? Der Bach ist jetzt voller Dreck und gehört erst einmal ausgebaggert. Es muss mit dem Hochwasserschutz etwas geschehen, denn wenn ein solches wieder kommt, schaut der Bach aus wie vorher." Eine Anliegerin meinte, es sollten alle Aspekte einbezogen und eine möglichst breit gefächerte Lösung verwirklicht werden.

Bürgermeister Alfons Hartlieb stellte klar, dass die eine Maßnahme mit der anderen nichts zu tun habe. "Natürlich wollen wir später den Hochwasserschutz umsetzen. Aber wir fahren im Moment einfach parallel. Wenn ihr aber meint, wir sollten es lassen, dann machen wir das." Gemeinderat Udo Busch fasste zusammen: "Der Hochwasserschutz muss kommen. Aber unsere Frage ist jetzt, was wir mit dem Bach machen. So können wir es nicht lassen."

Als Lösung fasste man ins Auge, den Damm in unteren Verlauf auf etwa 30 Meter zu verbreitern und die Planung zur Renaturierung des alten Bachbetts einzureichen. Die anwesenden Anlieger signalisierten Zustimmung.

Um die Verkehrssicherheit für Fußgänger ging es in der Bamberger Straße. Hier wünschen sich Benutzer einen Gehweg zur Siedlung "An der Flachs". Am Ortsausgang Bamberger Straße Richtung Staffelbach ist ein kleines Wohngebiet entstanden. Entlang der Staatsstraße ist ein Gehweg schwer möglich. Auf der einen Seite ist zwar ein ausreichend breiter Grünstreifen vorhanden, auf dem ein Gehweg anzulegen wäre. Dann müsste aber auf Höhe der Siedlung eine Querung gebaut werden. Bürgermeister Hartlieb hegt die Hoffnung, dass dies möglich sein könnte; man befinde sich ja noch innerhalb des Ortes, lautet sein Argument. Andere Räte fanden aber, ältere Bürger mit Rollator oder Schulkinder wären durch Autos gefährdet.

Auf der anderen Seite (ohne Querung der Straße) wäre ein Gehsteig nicht möglich, weil die Grundstücke zu nahe an die Straße reichen. An Ort und Stelle wurden Vorschläge diskutiert. Eine Überquerungshilfe würde theoretisch an der verkehrsreichen Straße Richtung Oberfranken schon für mehr Sicherheit sorgen, denn hier sind in jedem Falle Menschen unterwegs. Die Möglichkeiten will man nun mit dem Straßenbauamt abklären.

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