Noch ein Vergleich: Die aktuell 1639 Arbeitslosen sind 54 Erwerbslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug jetzt im April 3,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 3,3 Prozent.
Der Bestand an Arbeitsplätzen ist im April dieses Jahres um 19 Stellen auf 342 offene Stellen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April gab es sogar 59 Arbeitsstellen mehr, wie die Agentur weiter informierte.

Aufschwung vorbei?


Nachdem sich die Arbeitslosigkeit im März deutlich verringert hatte, lief der saisonale Frühjahrsaufschwung im April allmählich aus. "Der Arbeitsmarkt in unserer Region erwies sich im April zwar immer noch als äußerst stabil, es zeigt sich aber auch, dass die Zeit des rasanten Aufstiegs wohl zunächst einmal vorüber ist", kommentiert Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die aktuelle Situation. Seine Behörde ist für die gesamte Region Main-Rhön zuständig. Das sind die vier Landkreise Schweinfurt, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen sowie die Stadt Schweinfurt. Für den Kreis Haßberge unterhält die Agentur eine Geschäftsstelle in Haßfurt.

Dynamik lässt nach


"Die Wiedereinstellungen nach dem Winter sind nun weitgehend abgeschlossen, und in der Produktion wurden befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert", erklärt der Leiter der Arbeitsagentur die geringere Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. "Die Arbeitsvermittler stellen bei den Arbeitslosmeldungen aber auch fest," so Stelzer weiter, "dass die Zahl der Kundinnen und Kunden mit gesundheitlichen Einschränkungen zunimmt. Zusammen mit dem hohen Anteil älterer Arbeitsloser bilden diese eine Gruppe, deren Rückkehr in das Arbeitsleben auch bei guter Konjunktur nicht einfach ist."

Offene Stellen


Auch bei den Stellenangeboten ist der Markt den Agenturangaben zufolge ruhiger geworden. "Die Zahlen bestätigen einerseits eine gewisse Beruhigung des Arbeitsmarktes, was die Steigerung der Nachfrage nach Arbeitskräften betrifft. Anderseits zeigt die weiterhin hohe Zahl unbesetzter Stellen, dass auch diese eher konstante Nachfrage nach wie vor nur schwer zu befriedigen ist", erläutert der Leiter der Agentur für Arbeit den aktuellen Stellenmarkt.
So ist es "nach wie vor relativ einfach", Stellen für Bürokräfte oder im Handel zu besetzen; dies trifft auch im Helferbereich zu. Qualifizierte Fachkräfte im gewerblichen Bereich oder auch Kraftfahrer sind dagegen unverändert schwer zu finden.

Zeitarbeit


Eine Besonderheit stellt die Situation bei den Zeitarbeitsfirmen dar. Hier dürfte die Zahl der neuen Stellen weiter ansteigen; dies ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass die Entleiherfirmen ihren Bedarf an mehr als ein Zeitarbeitsunternehmen gleichzeitig melden. Somit kann hinter den Stellenangeboten mehrerer Zeitarbeitsfirmen nur der Bedarf für eine Arbeitskraft stehen.
"Des einen Freud‘, des andern Leid‘" - so beschreibt die Agentur die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen steigt, die Zahl der Bewerber nimmt ab. Rein rechnerisch gibt es jetzt für jede Ausbildungsstelle einen Bewerber. Diese für die jungen Menschen erfreuliche Entwicklung führt bei einigen Firmen dazu, dass die Besetzung der Stellen immer schwieriger wird, besonders bei weniger beliebten Ausbildungsberufen.