Rauhenebrach
Sanierung

Das Rathaus wird umgebaut

Dank einer guten Förderung kann die Gemeinde Rauhenebrach ihre Verwaltung modernisieren und verbessern.
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Das Rathaus Rauhenebrach in Untersteinbach soll energetisch saniert und umgebaut werden. Der Gemeinderat besprach die Details.  Foto: sw/Archiv
Das Rathaus Rauhenebrach in Untersteinbach soll energetisch saniert und umgebaut werden. Der Gemeinderat besprach die Details. Foto: sw/Archiv
Die Gemeinde Rauhenebrach kam mit ihrem Rathaus in das Kommunale Investitonsprogramm (KIP), das aufgelegt wurde, um öffentliche Gebäude in Bayern energetisch zu sanieren und barrierefrei zu gestalten. Wie das gelingen könnte, stellte der Planer Frank Griebel dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag im Rathaus in Untersteinbach vor.

90 Prozent Förderung gibt es im KIP, die Gemeinde Rauhenebrach hat einen Förderbescheid über 315 000 Euro. Da das Rathaus an einem Hang liegt, ist ein barrierefreier Zugang über den Haupteingang praktisch nicht zu realisieren, sehr wohl aber von der Rückseite des Hauses her, wo es bereits ein paar Stellplätze und einen Zugang gibt, der allerdings weder behindertengerecht ist noch öffentlich nutzbar, weil er in einen schmalen Flur und den Personalraum führt.


Neuer Zugang

Daher schlägt der Planer vor, links leben dem Treppenhaus den neuen Zugang anzulegen. Mit einer Anpassung des Flures in Richtung Bürgermeister-Büro wäre dann das gesamte Erdgeschoss barrierefrei zu erreichen. Hier befinden sich alle Verwaltungsräume. Lediglich der Sitzungssaal liegt im Obergeschoss. Für die dort stattfindenden Trauungen schwebe ihm die Erschließung per Treppenlift vor, erklärte Bürgermeister Matthias Bäuerlein (Freie Wähler).

Warum man keinen Aufzug anbaut, der auf Niveau der Tore zur Bauhof-Werkstatt betreten werden kann, fragte Ludwig Popp in seiner Funktion als Senioren- und Behindertenbeauftragter des Gemeinderates. Dazu erklärten Planer und Bürgermeister, dass Aufzüge sowohl im Bau als auch in den Betriebskosten sehr teuer seien, deshalb habe man zunächst eine nicht-technische Lösung gesucht. Zudem stelle sich die Frage, wo der Aufzug angebaut werden könnte und welche Umbauten dann wieder im Rathaus nötig werden, um den neuen Zugang vom Aufzug her zu schaffen. Allerdings sollen die Kosten und technischen Realisierungsmöglichkeiten geprüft und dann wieder im Gemeinderat diskutiert werden.


Neue Fenster

Auch eine Behindertentoilette wird es nach dem Umbau im Rathaus geben, dafür werden die beiden bisherigen Toiletten im Erdgeschoss zusammengefasst. Der Personalraum muss für den neuen Eingang ein Stück weit verlegt werden.

Im Zuge der energetischen Sanierung bekommt das gesamte Haus neue Fenster. Vorgeschlagen wurden solche mit automatischer Be- und Entlüftung, bei der auch Wärmetauscher zum Einsatz kommen. Das wäre die Lösung mit dem geringsten Bauaufwand. Die Fassade ist gut gedämmt, ein geringer Nachbesserungsbedarf ergibt sich im Bereich des Treppenhauses im Dachgeschoss. Nachgedämmt wird auch die Kellerdecke, vor allem im Bereich der Werkstatt.


Pellets oder Hackschnitzel?

Als neue Heizungsanlage schlug Frank Griebel eine Pelletheizung vor, für die Pellets könnte der bisherige Tankraum genutzt werden. Aus dem Gremium wurde jedoch der Wunsch laut zu prüfen, ob nicht eine Hackschnitzelheizung möglich wäre, schließlich betreibt die Gemeinde eine solche schon an der Schule und stellt auch die Hackschnitzel selbst her. "Das ist auch ökologischer, direkt die Hackschnitzel zu verheizen, als mit Energieaufwand noch Presslinge aus dem Hackgut herzustellen", so Hermann Hotz. Die Möglichkeit eines Lagers bestehe an der Rückseite der Garage hinter dem Rathaus, meinte Alexander Leicht.

Auch die Prüfung dieser Heizungsvariante nahm der Planer als "Hausaufgabe" mit, ebenso wie die Prüfung, was ein Vordach über dem Haupteingang kosten würde - gefördert wird es natürlich nicht, aber wenn schon am Rathaus gebaut wird, dann sollten ohnehin sinnvolle Arbeiten gleich mit erledigt werden, herrschte Konsens im Gremium. Deshalb soll auch darüber entschieden werden, ob das Rathausdach wie schon früher diskutiert mit einer Photovoltaikanlage versehen wird, wenn schon ein Gerüst steht. In der Überlegung ist auch, ob links des Eingangs die Büroaufteilung verändert werden soll.
Natürlich würde das Rathaus auch eine neue Eingangstür erhalten und einen neuen Außenanstrich, ein Vollwärmeschutz ist nicht nötig. Dennoch summieren sich die Kosen auf grob ermittelte 445 000 Euro, wobei auch einige Maßnahmen außerhalb des Förderprogramms enthalten sind.


Weitere Überlegungen

"Das ist jetzt eine Diskussionsgrundlage", erklärte Bäuerlein. Planer und Verwaltung wollen nun die Kosten ermitteln und dann soll der Gemeinderat nochmals diskutieren, in welchem Umfang genau am Rathaus saniert und umgebaut wird.


In aller Kürze

Bauvorhaben Keine Einwände hatte der Gemeinderat Rauhenebrach gegen mehrere Bauvorhaben in Fürnbach, Theinheim und Koppenwind. Dem SC Prölsdorf gewährte der Gemeinderat ebenso zehn Prozent Förderung zur Erneuerung des Warmwasserspeichers der Heizung (420 Euro) wie dem Kindergarten in Geusfeld für die geplante Anschaffung von zwei Spielgeräten (830 Euro).

Betreuung Auch wurde zugestimmt, für den Kindergarten Geusfeld wieder die Landkindergartenregelung zu beantragen. Nach der Neuregelung dieser Verordnung sei sie nun eine sehr gute Basis für den Betrieb kleinerer Kindergärten, informierte Bürgermeister Matthias Bäuerlein den Gemeinderat auf eine entsprechende Nachfrage.

Abwasser Weil sich der Baubeginn für die Sanierung und Aufrüstung der Kläranlage in Prölsdorf durch die notwendige zweite Ausschreibung verzögert hat, beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend, die zweite Rate der Verbesserungsbeiträge erst am 28. Februar 2018 einzuheben. Die Vorauszahlungsbescheide behalten damit ihre Gültigkeit, nur die Fälligkeit der Raten wird geändert. Im Frühjahr sollen die Arbeiten für den Umbau der zentralen Kläranlage beginnen. Wegen enormer Kostenüberschreitungen wurde die erste Ausschreibung verschlagen.

Tierheim Im Dezember hatte der Gemeinderat die Entscheidung über den Beitritt zum "Zweckverband Fundtier Haßberge" noch zurückgestellt, Bürgermeister Matthias Bäuerlein hatte mittlerweile weitere Informationen eingeholt, um die die Gemeinderatsmitglieder gebeten hatten. Da nicht daran zu rütteln ist, dass die Fundtierbetreuung eine Aufgabe der Städte und Gemeinden ist, stimmte nun auch der Gemeinderat Rauhenebrach dem Beitritt zum Zweckverband zu. Eine Gegenstimme gab es allerdings.

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