Deswegen bat er auch die Schüler um Mithilfe. "Ihr müsst gemeinsam mit uns Verantwortung übernehmen und mithelfen, dass schon daheim und in der Schule ordentlich recycelt wird."

Der Müll daheim ist für die Buben und Mädchen höchstens dann ein Thema, wenn die Mama wieder einmal schimpft, man solle doch endlich aufräumen. Manchmal gibt es auch Probleme mit Abfällen auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer, und da halten dann die Lehrer die Strafpredigten.

49 Schüler


Wie wichtig das Sortieren von Müll ist, darüber hatten schon die Klassenlehrer Barbara Hahn und Christian Terwart vor ihren 49 Schülern gesprochen. Dennoch staunten die Buben und Mädchen, was so alles an einem Tag auf dem Deponiegelände in Wonfurt, im Erdenwerk bei Hainert oder im Entsorgungsunternehmen Koppitz in Knetzgau landet. Jonas aus der 4b staunte: "Das hätte ich nicht gedacht, dass in unserem Landkreis so viel Müll gemacht wird und so viele Autos jeden Tag unterwegs sind, um diesen Müll hierher zu fahren."

Als Wolfgang Aull den Kindern erklärte, dass aus Milchtüten Klopapier, aus Kunststoffflaschen Mülltonnen und aus dem Altglas wieder Flaschen werden, gab das den Grundschülern auch einiges zu denken. Jetzt sahen sie auch, was die Störstoffe bedeuten, die in den Glasboxen für Weiß-, Grün- oder Braunglas landen. Sie stören in der Tat den Ablauf des Recyclings und die Verwertbarkeit der Stoffe.

Au das stinkt


Die Hände wanderten automatisch an die Nasen, als die Kinder im Erden- und Kompostierwerk bei Hainert vor den großen Mieten standen. Der süßliche Verrottungsgeruch war gewöhnungsbedürftig. Lisa stand am Ende vor der dunklen, feinkrümeligen Erde und meinte: "Dass aus den Bioabfällen in der braunen Tonne in acht Wochen dieser schöne Boden wird, das ist ja toll."

An der Papierentsorgungsanlage bei Koppitz in Knetzgau ging es betriebsamer zu. Dauernd kamen Autos mit Altpapier an. Dominik wusste noch aus dem Unterricht: "Jeden Tag kommt 1000mal so viel Papier wie wir wiegen." Die Klassen 4a und 4b durften sich selbst auch einmal auf die Waage stellen, die auch die Lkw-Ladungen wiegt.

Zum Schluss machte der Abfallberater den Kindern noch einmal einen ganz anderen Aspekt klar: Weggeworfene Eis- oder Joghurtbecher können in der Natur zu einer tödlichen Gefahr für Tiere werden. "Täglich sterben 18 Tiere, wenn sie Reste ausschlecken, sich mit ihrem Kopf in den Bechern verheddern und dann nicht mehr befreien könnten."