Hofheim i. UFr.
Ehrenabend

Das Hohelied des Bauernstands

Der Bayerischen Bauernverband würdigte in Hofheim die Landwirte als Gestalter und Anpacker im Dienste der Gesellschaft.
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Der Landfrauenchor unter Leitung von Kirsten Snader setzte mit Liedern musikalische Farbtupfer, vor allem in fränkischer Mundart. Foto: Helmut Will
Der Landfrauenchor unter Leitung von Kirsten Snader setzte mit Liedern musikalische Farbtupfer, vor allem in fränkischer Mundart. Foto: Helmut Will
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Zu einem Festabend hatte der Bayerische Bauernverband (BBV), Kreisverband Haßberge, am Mittwoch nach Hofheim in das Haus des Gastes eingeladen. Im Mittelpunkt standen Ehrungen langjähriger Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner sowie von Vorstandsmitgliedern. Den Festvortrag hielt Alois Kraus aus Biebelrieth, Stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands Unterfranken. Deutlich wurde in den Reden, dass die Landwirte in einer für sie schwierigen Zeit zu ihrem Beruf und hinter dem Bauernverband stehen.
"Heimrecht" hatte Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU), der sagte, wie wichtig das Ehrenamt ist. Auf sein "Markenzeichen", die "Gemeinde-Allianz Hofheimer Land" eingehend sagte er: "Es ist mir wichtig, dass wir gemeinsam ländliche Strukturen erhalten und die Ortskerne stärken, damit es Spaß macht, hier zu leben. Das funktioniert nur mit Leuten wie euch, die sich einbringen und mithelfen, dass jeder möglichst lange in seinem Umfeld leben kann."
"Mit der Landwirtschaft und dem Bauernverband bin ich schon seit meinem fünften Lebensjahr verbunden", beteuerte Oskar Ebert, stellvertretender Landrat aus Rauhenebrach. An die zu Ehrenden gewandt sagte der Freie Wähler, sie seien "das Gesicht des BBV" und bereicherten das Leben der Gesellschaft. "Ich nenne hier nur die Osterbrunnen oder Trachten. Ihn ärgere es, wenn andere sagen: "Man müsste was tun." Die zu Ehrenden hingegen würden über viele Jahre hinweg etwas leisten, anpacken und etwas bewirken. Ebert dankte dem Bauernverband auch für die Unterstützung in Sachen "Nationalpark Steigerwald", ohne welche die Diskussion hierüber wohl schon beendet wäre. "Für all das großartiges Engagement für unsere Heimat möchte ich Ihnen ganz herzlich danken", schloss der stellvertretende Landrat.
"Was wäre der BBV ohne Ehrenamt?", fragte Herbert Lang, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt. Wer seine Heimat liebe, arbeite stets daran. Das sei genau das, was ein Ehrenamt von Mitgliedern des Bayerischen Bauernverbandes auszeichne. "Sie übernehmen Verantwortung, packen an, gestalten das Leben auf dem Land und stärken die dörfliche Dorfgemeinschaft", sagte er. Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner leisteten einen wichtigen Dienst und seien Ansprechpartner für die Landwirte und die übrige Bevölkerung.


Strukturwandel mitgestaltet

Besonders wichtig sei es, künftigen Generationen vorzuleben, dass es sich lohne, einen bäuerlichen Betrieb zu führen. Manch wirtschaftliche Entwicklung wäre ohne den permanenten Einsatz der Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner nicht denkbar. "So haben Sie auch den Strukturwandel in den letzten Jahrzehnten in unserem Landkreis Haßberge aktiv mitgestaltet und sind auch heute noch eine Stütze der Kulturlandschaft und des Landschaftsschutzes", sagte Herbert Lang. Er ging auf die vielen Hindernisse ein, welchen sich Landwirte in der modernen Agrarwirtschaft stellen müssten. Seiner Meinung nach hat die europäische Agrarpolitik alle festgelegten Ziele erreicht.
Alois Kraus, stellvertretender Präsident des Bauernverbandes von Unterfranken sagte, dass die Herausforderungen für den BBV nicht abnehmen, eher mehr würden und sich ständig änderten. Hier nannte er den Mehrfachantrag, Wasserschutz, Stromtrassen oder die Düngerverordnung.
Erstaunlich sei, dass die Landwirtschaft keine Prügel vom "Normalbürger" erhalte, sondern von Verbänden, die durch falsche Behauptungen über die Landwirtschaft nur Spendengelder eintreiben wollten. Landwirte würden mitunter als Umweltverschmutzer bezeichnet. Dabei sei die Wasserqualität überall recht gut.
Ausgleichszahlungen seien für die Landwirtschaft unverzichtbar, um über die Runden zu kommen. Freiwillige Leistungen, die die Landwirtschaft für den Naturschutz erbringe, müssten honoriert werden.
Kraus ging auch auf die Anbindehaltung von Kühen ein, die oft in der Kritik stehe, die es aber seiner Ansicht nach weiter geben sollte. Der Bauernverband sei ein "Mitmachverband", bei dem sich alle einbringen sollten. "Seien sie weiter Multiplikatoren für den BBV", forderte er: "Wer meint, man bräuchte sie nicht, ist auf dem Holzweg", so der Vizepräsident des BBV Unterfranken.
Kreisobmann Klaus Merkel und Kreisbäuerin Cäcilie Werner stellte fest, dass die zu Ehrenden in ihrem Berufsfeld starke Nerven bewiesen hätten, mit der Zeit gegangen seien und auf die Menschen zugingen. Sie seien sich der Verantwortung für Menschen, Tiere und Natur bewusst und würden im Einklang mit der Natur leben. "Kämpft weiter, lasst euch nicht unterkriegen", so der Appell von Merkel und Werner.
Der Landfrauenchor unter Leitung von Kirsten Snater bereicherte die Feierstunde mit fränkischen Liedbeiträgen.
Der Geschäftsführer des BBV in Hofheim, Manfred Kraus, gab zu allen Ehrungen kurze Erläuterungen. Aus allen Gruppen fehlte eine Vielzahl von Personen, die geehrt werden sollten, aber bei der Veranstaltung verhindert waren. Die Ehrennadel des BBV erhielt Imelda Hetterich aus Zeil, die seit 1992 Ortsbäuerin ist und dem Kreisverband seit 2002 angehört.


Die Geehrten


Für 60-jährige Mitarbeit wurde Lydia Streng aus Eichelberg ausgezeichnet und für 55-jähriges Engagement Anton Limpert aus Reutersbrunn und Traute Sauer aus Königsberg.

40 Jahre ehrenamtlich sind Erika Schramm aus Dürrenried, Gertrud Bühl aus Trossenfurt, Helga Limpert aus Reutersbrunn, Günter Hofmann aus Eschenbach, Heinrich Weidenhöfer aus Voccawind, Hans Hetzel aus Oberschwappach und Simon Gehringer aus Sailershausen dabei.
35 Jahre engagierten sich Maria Müller, Eltmann, Erika Gerner, Birkenfeld, Ilse Merz, Todtenweisach, Gerd Heinrich, Lendershausen, Johanna Stache, Kreuzthal, Anna Bäuerlein, Wustviel, Helga Gehringer, Sailershausen, Ilse Schmidt, Wasmuthhausen.

Seit 30 Jahren aktiv sind Rita Lang, Dampfach, Anna Maria Aumüller, Fürnbach, Marga Klarmann, Dippach, Ingeborg Langguth, Gresselgrund, Waltraud Hofmann, Eschenbach, Monika Baierlieb, Lußberg, Gudrun Dinkel, Buch, Oskar Weinfurtner, Burgpreppach, Richard Mack, Happertshausen, Herman Schneider, Üschersdorf, Wolfgang Müller, Eltmann, Karl Eussner, Gädheim, Alfred Baum, Ibind, Reinhold Giebfried, Ostheim Franz Diehm, Zeil, Andrea Eck, Greßhausen, Richard Konrad, Pfarrweisach, und Arthur Schmidt, Wasmuthhausen.
25 Jahre dabei sind Irene Müller-Gärtner, Allersthausen, Waltraud Korn, Ottendorf, Gertraud Will, Rudendorf, Gertraud Weidenhöfer, Voccawind, Elisabeth Eussner, Gädheim, Rosalinde Berwind, Hafenpreppach, Hiltrud Warmuth, Neuses, Siglinde Steinheuer, Stöckach, Imelda Hetterich, Zeil, Edmund Posekardt, Dürrnhof, Willi Mildenberger, Buch, Albrecht Schmitt, Neuses, Hans Dittrich, Hummelmarter, Edgar Kettler, Unfinden, Helmut Schramm, Dürrenried, Doris Hornung, Obersteinbach, Carola Sieghörtner, Pettstadt, Günter Denninger, Rügheim.
Dabei seit 20 Jahren sind Maria Schineller, Krum, Marion Goldschmidt, Pfarrweisach, Elisabeth Roth, Recheldorf, Rita Leidner, Reckertshausen, Erich Zapf, Dörflis, Friedrich Wacker, Ebelsbach, Matthias Wernthaler, Fitzendorf, Lothar Feustel, Kreuzthal, Edwin Strauß, Kottendorf, Wilhelm Will, Rudendorf, Thomas Horn, Gräfenholz, Anton Lutz, Untertheres, Winfried Löhr, Unterhohenried, Dieter Reisenweber, Untermerzbach, Werner Dittmann, Weißenbrunn, Rudolf Gutjahr, Hellingen, Gerhard Wächter, Wülflingen, Petra Grimmer, Bischwind a.R., Erika Lenhard, Kleinmüsnter, Franz Hornung, Obersteinbach. Zehn Jahre aktiv sind Brigitte Büttner, Gemeinfeld, Helga Höhn, Burgpreppach, Rita Schüllein, Hemmendorf, Mechthild Kirchner, Kirchlauter, Gerda Eller, Kraisdorf, Martin Koch, Brünn, Helmut Gerner, Birkenfeld, Hubert Ankenbrand, Bramberg, Erhard Wolf, Friesenhausen, Norbert Behr, Gemeinfeld, Albert Wagenhäuser, Humprechtshausen, Michael Keßler, Manau, Hans Zürl, Salmsdorf, Hilde Schmidt, Dörflis, Pauline Köttler, Junkersdorf, Rudi Gütlein, Todtenweisach, Michael Werner, Wonfurt.
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