Recheldorf
Nachfrage

Bretzenstein Windräder werfen üppige Renditen ab

Erich Grell aus Recheldorf, der 1998 das Projekt anschob, schaut zurück, wie es zum Bau der Windräder auf dem Bretzenstein bei Ebern kam.
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Eines der beiden Windräder aus dem Bretzensetein. Einträgliche Windmühlen.Foto: Ralf Kestel
Eines der beiden Windräder aus dem Bretzensetein. Einträgliche Windmühlen.Foto: Ralf Kestel
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Viele Debatten drehen sich in diesen Tagen um Sinn oder Unsinn der Nutzung von Windenergie. Der Experte schlechthin lebt tief unten im Tal: Erich Grell, Landwirt im Ruhestand, hat vor fast 20 Jahren das erste Windrad über dem Itzgrund initiiert. Ein Unterfangen, das zu Beginn mit großen Schwierigkeiten und Genehmigungshürden behaftet war.

Die Mühen haben sich gelohnt: Beide Windräder auf dem Bretzenstein werfen üppige Erträge ab. "Die Rechnung ist aufgegangen und hat sich bezahlt gemacht. Jeder Gesellschafter hat daran verdient", lautet die Bilanz nach 18 Jahren als Windmüller, der sich anschickt, über eine Verlängerung der Genehmigung nachzudenken, da die 20-Jahres-Frist für das Enercon-Windrad bald ausläuft.

Mit einer Mischung aus Neugier und Amüsement verfolgt Grell die aktuellen Diskussionen um neue Windparks im Landkreis.
Für die eigenen Windräder strebt er eine Verlängerung an. Auch wenn es dann nur drei Cent statt neun als Einspeisevergütung gibt.

Zwar wurden für den Fall eines Rückbau beim Landratsamt 40 000 Euro je Windrad hinterlegt, aber "des wäre ja eine Sünd' des Ding einzuschmeißen", weswegen nach einem entsprechenden Technik-Check eine Verlängerung angestrebt werde, erzählt der Recheldorfer, der- wie seine anderen haftenden Gesellschafter, die aus Altenbanz, Coburg, Bundorf und Mürsbach stammen - auch ein drittes Windrad auf den Bretzenstein gestellt hätte.

Doch das scheiterte damals an den Einsprüchen des Landratsamtes mit Landrat Rudolf Handwerker (CSU) an der Spitze, der sich "einer Verspargelung der Landschaft" vehement widersetzte. Das war vor der Reaktor-Katastrophe in Japan und der folgenden Energiewende, die die Bundesregierung einleitete.

Im Rückblick schmunzelt Grell über die damaligen Kämpfe und Besprechungen im Landratsamt. Obwohl sie der Bretzenstein-Windenergie- Geld kosteten. Zusammen mit dem bei Sassendorf (Gemeinde Zapfendorf) anno 1998 vom Bund Naturschutz angeschobenen Bürgerwindrad wurde auf dem Bretzenstein Pionierarbeit geleistet. "Wir mussten noch 40 000 Mark an die Naturschutzbehörde zahlen, oder einen Hektar als Ausgleichsfläche zur Verfügung stellen. Mich würde interessieren, ob das für die GUT noch zutrifft?", amüsiert sich Grell. Mit einem spitzbübischen Grinsen erzählt er auch, dass "wir ganz unverhofft noch einen Zuschuss aus dem Wirtschaftsministerium in Höhe von 200 000 Mark bekommen haben".

2,4 Millionen Mark hat das erste Windrad gekostet. Zunächst hauptsächlich über ein Bankdarlehen finanziert. "Unsere Informationsveranstaltungen auf der Suche nach Einlegern waren zwar alle gut besucht, aber die Mindesteinlage schreckte etliche zurück."

Das war beim zweiten Windrad nicht mehr der Fall. "Das hätten wir ohne Darlehen hinstellen könne, so viel wollten einsteigen."

Die Kommanditisten kommen aus den Kreisen Haßberge, Coburg, Lichtenfels und Bamberg. Für Windrad 1 gab es in den letzten vier Jahren zweistellige Renditen, bei Windrad 2 von Anfang an über fünf Prozent. Beide Anlagen sind komplett bezahlt. "Die Gesellschaft ist schuldenfrei."

Dies trotz vieler Wartungs- und sonstiger Arbeiten. So musste für 5000 Euro fürs Bayernwerk eine Fernsteuerung eingebaut werden, damit die Anlagen bei einem eventuellen Stromüberschuss von der Zentrale in Regensburg aus abgeschaltet werden können. "Aber das war bisher noch kein einziges Mal der Fall", so Grell
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