Haßfurt
Konzert

"Böhmisch" mit Schwung in Haßfurt

Die Augsfelder Musiker rissen in Haßfurt ihre Zuhörer mit in den Frühling. Mit 21 Akteuren legte das Orchester eine gelungene Show hin. Dirigent Florian Unkauf ist Berufsmusiker beim Heeresmusikkorps Veitshöchheim.
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Sonja Vollmuth und Michael Selig ließen ihre schönen Stimmen bei vielen Liedern erklingen. Fotos: Ulrike Langer
Sonja Vollmuth und Michael Selig ließen ihre schönen Stimmen bei vielen Liedern erklingen. Fotos: Ulrike Langer
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Mit frischem Schwung, Spielfreude und Perfektion präsentierte sich die Blaskapelle "Böhmisches Fieber" aus Augsfeld am Ostersonntag bei ihrem böhmischen Abend in der ausverkauften Stadthalle. Der begeisterte Applaus galt nicht nur den 21 Musikern, sondern auch dem neuen Dirigenten Florian Unkauf und dem ansprechenden Programm.

Mann vom Fach

Seit August 2014 formt der 30-jährige Dirigent, seines Zeichens Berufsmusiker beim Heeresmusikkorps Veitshöchheim, das Blasorchester. "Mich hat vor allem fasziniert, wie hervorragend die Musiker stilistisch gesehen aufeinander eingespielt waren. Daher war es sehr leicht, mit an Bord zu gehen", sagte Florian Unkauf, der zurzeit noch ein Masterstudium für Blasorchesterleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg absolviert, am Rande des Konzerts.

Ein bisschen perfekter

Viel hat er an
dem Klang der Kapelle und an der Ausrichtung auf die böhmische Blasmusik nicht verändert. Dennoch war deutlich zu hören, dass er großen Wert auf Perfektion legt - sowohl stilistisch als auch musikalisch. "Böhmische Blasmusik sollte, wie man es von Ernst Mosch kennt, swingen", betonte der Dirigent. "Gleichzeitig sollten die musikalischen Bögen gut phrasiert sein." Dass die Musiker diesen Anforderungen gerecht werden und von Spielfreude nur so sprühen, davon konnte sich das Publikum den ganzen Abend lang überzeugen.

Sämtliche Register erwiesen sich als hervorragend aufeinander abgestimmt, in den solistischen Passagen als wunderbar rein und im Gesamtklang als sehr harmonisch. Die Flügelhörner und Trompeten ertönten äußerst weich, die Tenorhörner und Baritone unsagbar samtig, die Bässe geschmeidig und die Posaunen warm, während das Schlagzeug einen vollendeten Takt vorgab. Die Freude der Musiker über ihren neuen Leiter und ihr Spaß an den schmissigen Märschen, schnellen Polkas und verträumten Walzern waren mitreißend. So darf man sich schon jetzt auf die CD freuen, die an diesem Abend live eingespielt wurde.

Schöne Kompositionen

Das Programm, durch das Simon Ehnes locker führte, bot viele schöne Kompositionen von berühmten und weniger bekannten Komponisten, von Ernst Mosch und Ernst Hutter, aber auch von zeitgenössischen Komponisten wie Alexander Pfluger, Timo Dellweg, Guido Henn, Peter Schad oder Martin Scharnagl. Immer wieder ließen Sonja Vollmuth und Michael Selig ihre schönen Stimmen mit den Jagdhornbläsern Stefan Keller und Michael Philipp erklingen.

Dass alle Musiker gut ausgebildet sind und über große technische und musikalische Fähigkeiten verfügen, stellten einige von ihnen bei Solostücken unter Beweis. Für den "Sunnyboy" erhielt der Tenorhornist Martin Kleinhenz sehr viel Applaus und auch der Tubist Simon Distler wurde für sein Spiel in dem Bravourwalzer "Tuba-Karneval" gefeiert.

Hervorragend spielten Karl-Heinz Kerner und Johanna Schütz im Duett, und schließlich glänzte Stefan Heidenreich an der Basstrompete. Von der Schönheit der böhmischen Musik und der überzeugenden Darbietung durch das "Böhmische Fieber" unter dem neuen Dirigenten zeigten sich die Zuhörer sehr angetan und spendeten am Ende lang anhaltenden Beifall.

Zum Dank dafür gab das "Böhmische Fieber" noch drei Zugaben; darunter das berühmte Lied "Egerland Heimatland", bei dem die hocherfreuten Zuhörer mitsangen und dem Konzert und der CD eine eigene Prägung gaben.

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