LKR Haßberge

Blutspender im Kreis Haßberge dringend gesucht

Das Rote Kreuz sucht daher verstärkt Hilfswillige. Der Kreisverband Haßberge steht seit Jahren gut da und sieht sich in der Pflicht.
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Tut gar nicht weh und hilft anderen: eine Blutspende. 89 Termine sind fürs Jahr 2017 im Landkreis angesetzt (wie 2016).  Foto: BSD des BRK/Guido Rehme
Tut gar nicht weh und hilft anderen: eine Blutspende. 89 Termine sind fürs Jahr 2017 im Landkreis angesetzt (wie 2016). Foto: BSD des BRK/Guido Rehme
2000 Blutspenden werden bayernweit täglich für die Versorgung von Kranken und Verletzten benötigt - normalerweise ist das kein Problem. "Aber im Moment schrumpft unser Vorrat", sagt Stefanie Sklarzik, Sprecherin des Blutspendedienstes (BSD) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). "Der Wintereinbruch und die Grippewelle halten die Menschen vom Blutspenden ab."

Das Spenderaufkommen sei so weit zurückgegangen, dass viele Spenderliegen in Bayern leer blieben. "Aktuell sind unsere Lagerbestände fast 15 Prozent unter Plan", sagt Sklarzik, beruhigt aber zugleich: "Einen echten Engpass haben wir noch nicht."


Haßberg-Kliniken gut versorgt

So habe das derzeit niedrigere Spenderaufkommen beispielsweise auch keine Auswirkungen auf die Haßberg-Kliniken, wie Dr. Stefan Hochreuther, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin an der Klinik in Haßfurt, auf Nachfrage bestätigt. "Glücklicherweise ist in Deutschland die Blutversorgung sichergestellt, gerade weil rechtzeitig über ein sinkendes Blutspendeaufkommen informiert wird", sagt der Chefarzt. Beim Blutspenden gebe es immer saisonale Schwankungen, gerade in der Winterzeit mit ungünstigen Witterungsbedingungen, den Weihnachts- und Faschingsferien und eben der Grippewelle.

"Wann sie ausbricht, ist für uns die große Unbekannte. Da kann man schlecht vorbeugen", sagt Blutspendedienst-Sprecherin Sklarzik weiter.


Haushalten mit den Konserven

Gleichzeitig wolle man keine Blutkonserven - sie sind 42 Tage haltbar - wegwerfen. "Da muss man gut haushalten und die Kommunikation entsprechend dosieren." Kurz, zum richtigen Zeitpunkt zur vermehrten Blutspende aufrufen. Das wäre jetzt: "Damit wir unsere Puffer auf ein Normalniveau bekommen, brauchen wir wieder mehr Spender." Blutspenden kann jeder zwischen 18 und 72 Jahren. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 sein. Außerdem sollte man mindestens 50 Kilogramm wiegen - und gesund sein. Frauen können viermal, Männer sechsmal im Jahr Blut spenden.

Nach dem Termin (45 bis 60 Minuten) werden die Spenden in das Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes nach Wiesentheid im Landkreis Kitzingen gebracht und weiter verarbeitet. Aus jeder Blutspende entstehen zwei bis drei verschiedene Präparate aus roten Blutkörperchen, Blutplättchen oder Plasma.

Statistisch gesehen wird das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. "Ein großer Teil der Bundesbürger ist mindestens einmal im Leben auf das Blut anderer angewiesen", sagt BSD-Sprecherin Stefanie Sklarzik.


Solidarität

Der Appell des Blutspendedienstes ist auch beim Rot-Kreuz-Kreisverband Haßberge gehört worden. Zwar gebe es im Landkreis aktuell keine Engpässe, wie neben Hochreuther auch Dieter Greger, der Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes Haßberge, inFranken.de bestätigte, aber der Kreisverband sieht sich in der Pflicht und ist solidarisch mit den anderen Rot-Kreuz-Organisationen in Bayern. Die Spender im Kreis Haßberge sollen dazu beitragen, dass wieder das gewünschte Niveau bei den Blutspende-Vorräten erreicht wird. Dieter Greger: "Wir sind Teil des Gesamtsystems."

Der Rot-Kreuz-Kreisverband richtet seinen Blick laut Greger vor allem auf die Erstspender. Deren Zahl ist von 2015 auf 2016 zwar von 296 auf 378 gestiegen, aber mit Blick auf den demografischen Wandel gilt es, dass sich das Rote Kreuz weiterhin um neue Spender bemüht. Dass Blutspenden nötig sind, müsse "noch viel mehr ins Bewusstsein rücken", meint Dieter Greger.

Einen Rekord halten die Spender im Landkreis Haßberge. Seit 34 Jahren geben sie die meisten Blutspenden in ganz Bayern ab (anteilig zur Bevölkerungszahl gerechnet). Und das soll auch weiterhin so bleiben.
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