Untermerzbach
Rock-Event

Blasmusik eröffnete, Rock beschloss Festival

Was für Wacken die Feuerwehrkapelle, das sind die Kirchweihmusikanten in Untermerzbach, wo am Samstag das "Ramba-Zamba in der Pampa"-Festival stattfand. Der Gag dabei: Mehrere junge Musiker der Bands, die im Verlauf des Abends auftraten, stiegen bei der Blasmusik ein. Eine echte Gaudi.
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"All is not lost" aus Ebern brachte viel Bewegung ins Publikum vor der Bühne.
"All is not lost" aus Ebern brachte viel Bewegung ins Publikum vor der Bühne.
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Zugegeben: An Wacken kommt Untermerzbach (noch?) nicht ganz ran, aber zehn Gruppen aus der Region, die eigene Werke vorstellten, sorgten schon für einen Zulauf der Fangruppen.

An dem Tag, an dem der Regen kommt, steigt "Rambazamba in der Pampa"! Das schlechte Wetter schien den Organisatoren des Musik-Events am Samstag treu zu bleiben. Doch abgesehen von den pünktlich zu Beginn und gegen Ende einsetzenden Schauern blieben die rund 900 Festival-Besucher während der meisten Auftritte von elf regionalen Bands von weiteren Wetterkapriolen verschont.

"Rambazamba ist Open Air und soll es auch bleiben", betonte Madeleine Schröter, eine der 13 Festival-Macher, am Nachmittag. Kein Wunder, dass sie gelassen blieb, konnte das Open-Air-Spektakel, nach zwei wetterbedingten Abbrüchen 2012 und 2013, in diesem Jahr planmäßig über die Bühne gehen, auch wenn beim Auftritt der ältesten Teilnehmer, der Rock'n' Roll-Band "Ingo-Bingo", Regenschirme aufgespannt wurden. Alle Teilnehmer des Open-Air-Konzerts mit dem Motto "Von der Jugend für die Jugend" kamen auf ihre Kosten, und das bei kostenlosem Eintritt. "Das Festival ist echt gut aufgebaut und organisiert", freute sich Alexandra Grimmer aus Kraisdorf, "man muss beim Essen und Trinken nie lange anstehen."

Auch Manuel Müller (Lahm) lobt das tolle ehrenamtliche Engagement der Helfer. Ihm gefällt die "familiäre Atmosphäre" in Untermerzbach besonders: "Man kennt sich und hat gemeinsam Spaß". Müller und Simon Arnold (Jesserndorf) kennen als frisch gebackene Abiturienten die Band auf der Bühne persönlich: Die Musiker von
"All ist not lost" aus Ebern sind letztjährige Absolventen des Friedrich-Rückert-Gymnasiums. Auch Arnold, der selber Musik macht, könnte sich durchaus vorstellen, beim Ramba-Zamba einmal aufzutreten.

Und wem der Metalcore-Sound von "All is not lost" nicht so zusagte, wie etwa Claus Meixner aus Baunach, der eher auf Punk steht, der musste sich nur ein wenig gedulden: Die Auswahl der Bands sorgte für abwechslungsreiche Unterhaltung: Von den Untermerzbacher Kirchweihmusikanten ("Musik ohne Strom"), die das Event Punkt 15 Uhr eröffneten, über die Bamberger Punk-Newcomer "Pseudo 28", das Lokalmatadoren-Trio "Nur für den Dienstgebrauch" (NDW), den Rock'n'Roll der "Ingo-Bingo-Band", Songwriter Dom Kirstner mit "No Country for One Man", den Punk von "Schlagabtausch", bis zu "Arms like Snakes" (Melodic Core) wechselten die Richtungen ständig. Für die Letztgenannten war - wie für "All is not lost" nach ihnen - in diesem Jahr der Auftritt auch offiziell nicht verloren.

Nächste im Line-Up der Bands waren "Attic Sounds" (Rock), bis die Punk-Band "Redundant" gegen 23 Uhr Untermerzbach mit US "Pop-Punk-Feeling" beschallte. Mit "Exploding Head Syndrome" (Electro Rock) endete die sechste Auflage von "Ramba-Zamba in der Pampa".

"Mein Freund Jonas hat mich hierher gelockt, indem er mir von den coolen Bands erzählt hat", berichtete Kerstin Göpfert aus Kirchlauter, "und er hat nicht gelogen." Nächstes Jahr wollen die Beiden wieder zum Ramba-Zamba kommen.

Das bunt gemischte Programm, das von Jerry und Michel vom Bamberger Musik-Magazin "Die Couch" launig moderiert wurde, kam bei Alt und Jung gut an. Der Laune taten auch die Regengüsse bei Redundant und EHS zum Schluss keinen Abbruch: "Das war ziemlich cool, wie das Publikum besonders zum Elektrosound von EHS im Regen getanzt hat", zeigte sich Schröter zufrieden.

Begonnen hatte das Festival mit Kirchweihmusikern und dem bayerischen Defiliermarsch, beschlossen mit dem Frankenlied, auch wenn der "allerschönste Sonnenschein den Himmel nicht kosten" ließ. Da tummelten sich schon Ramba-Zamba-Fans auf dem Gelände , die einen ganz anderen Musikgeschmack verrieten: Tote-Hosen-, Siffköpf-, Böhse-Onkelz-T-Shirts zeigten, in welche Richtung es geht.

Einen Vorgeschmack gab die Bamberger Gruppe "Pseudo 28" als opener, die kräftig drauf los schrubbte, so dass schnell die erste Gitarrensaite gerissen war.

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