Rauhenebrach
Schäden

Biber werden entlang der Rauhen Ebrach zunehmend zur Plage

An der Rauhen Ebrach häufen sich die Schäden durch das streng geschützte Tier. Manfred Hußlein vom Landratsamt Haßberge erklärt, wie man sein Eigentum schützt
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Hier war unverkennbar der Nager am Werk. Der Biberschaden entlang der Rauhen Ebrach hat in jüngster Zeit drastisch zugenommen. Fotos: Helmut Kistner
Hier war unverkennbar der Nager am Werk. Der Biberschaden entlang der Rauhen Ebrach hat in jüngster Zeit drastisch zugenommen. Fotos: Helmut Kistner
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Der unter Naturschutz stehende Biber, der in den letzten Jahren vermehrt in ganz Bayern aufgetreten ist, wird auch in Rauhenebrach allmählich zur Plage, weil er sich immer stärker vermehrt und ausbreitet. Mittlerweilen hat das geschützte Nagetier seine Reviere an der gesamten Rauhen Ebrach bis hinauf nach Geusfeld zum Waldschwinder Hof hin "angesiedelt" oder ausgebaut.

Auch im Steinbach, der durch Obersteinbach fließt, hat er an der Brücke zum Obsthof Reinhart seine Dämme ins Wasser gebaut und dort die Bäume an-genagt. Manfred Hußlein vom Landratsamt Haßberge, der mit der Biber- Problematik in Rauhenebrach befasst ist, hat einen Plan, wie man das Biber-Problem in den Griff bekommen will.

Aufklärung hat Vorrang

hußlein nennt vier Schritte. Am Anfang stehe die Aufklärung der Bevölkerung über den Biber und seine Lebensweise. Zur Prävention von Schäden, dem zweiten Schritt, werde man die Betroffenen aufklären, wie man vorbeugen und sich vor eventuellen Biberschäden schützen könne. Als Beispiel nennt er die Möglichkeit, an Bäumen, die vom Biber angefressen werden könnten, ein Metallgitter anzubringen, das verhindert, dass der Biber die Bäume "angreift". Auf keinen Fall dürfe der Biber eigenmächtig getötet werden, warnt Hußlein, da er unter strengem Naturschutz stehe. Ein Zuwiderhandeln werde mit Strafen bis zu 5000 Euro geahndet.

Staat entschädigt Betrofffene

Der nächste Schritt sei, so Hußlein. die Schadensregulierung. Dies bedeute, dass alle durch den Biber Geschädigten ihren Schaden sofort an die Gemeinde oder das Landratsamt melden, damit dieser geschätzt und entschädigt werden kann.

Das gelte zum Beispiel für die Landwirte, in deren Maisfelder der Biber eindringt und Schaden hinterlässt. Auch, wenn zum Beispiel eine Zugmaschine in den Boden einbricht und beschädigt wird, weil sich darunter ein vom Biber geschaffener Hohlraum befindet, werde der Schaden ersetzt.

Als letzte Möglichkeit, dem Biber "Herr zu werden", nennt Hußlein den direkten "Zugriff".
Dabei werde der Biber gefangen und aus seinem Revier entfernt. Unter Umständen werde der Nager dann in ein anderes Gebiet "umgesiedelt", wo er keinen wirtschaftlichen Schaden mehr anrichten und sich ungestört ausbreiten kann.

Immenser Schaden

500.000 Euro gibt der Freistaat Bayern alljährlich für die Regulierung von Biberschäden aus. Das klingt erheblich, reicht den Angaben zufolge aber für die Schadensfälle, die in ganz Bayern entstehen, bei weitem nicht aus.

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