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Wirtshauskultur

Besonderes Prädikat für Ibinder Gasthaus

Eine besondere Auszeichnung als "Musikantenfreundliche Wirtshaus" hat das Ibinder Gasthaus Faber-Rädlein vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege erhalten. Eine entsprechende Plakette ziert jetzt den Eingang am Wirtshaus.
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Gastwirt Uwe Rädlein (links) und seine Mutter, Christa Rädlein, beim Anbringen des Schildes am Eingang zum Wirtshaus. Foto: Simon Albrecht
Gastwirt Uwe Rädlein (links) und seine Mutter, Christa Rädlein, beim Anbringen des Schildes am Eingang zum Wirtshaus. Foto: Simon Albrecht
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Bei der Preisverleiung im niederbayerischen Bad Abbach nahmen die Wirtsleute Christa, Andrea, Verena und Uwe Rädlein aus den Händen von Elmar Walter Urkunde und Wirtshausschild entgegen.

Die Auszeichnung haben 18 weitere Wirtshäuser aus Bayern erhalten, einzige Unterfranken waren die Wirtsleute aus dem Burgpreppacher Gemeindeteil. Das Ibinder Wirtshaus gibt es seit 1894 und es ist seitdem durchgehend in Familienbesitz. Neben dem weithin bekannten Taubenmarkt ist in dem Wirtshaus der Heimatverein die "Schrollnhüpfer" beheimatet. Seit über zehn Jahren wird vierzehntägig zum Wirtshaussingen eingeladen, zur Kirchweih findet alle Jahre ein großer Heimatabend statt und am Wochenende vor dem 1. Advent geben sich seit über zehn Jahren im Tunnelsaal Kabarettisten ein Stelldichein. So auch heute Abend, wenn die Drei-Mann-Formation "Spilk" und Kabarettist Fred Breunig, beide aus der Rhön, den Tunnelsaal zum Kochen bringen wollen.
Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Aufspielen im Gasthaus

Federführend bei der Aktion "Musikantenfreundliches Wirtshaus" ist der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, mit Sitz in München; Partner sind die bayerischen Regierungsbezirke und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband. Ziel der Initiatoren ist es, Musikanten zum Aufspielen in die Wirtsstuben einzuladen.
Seit der Einführung im Jahr 1996 sind an die 600 Gaststätten in Bayern für die Idee gewonnen worden, Musikanten zum Aufspielen in die Wirtsstuben einzuladen.

Selbstverständlich hatten die Haßbergler bei der Preisverleihung auch ihre Musikinstrumente mit im Gepäck. Und so konnten die "Iwinner Wirtshausschroller", besetzt mit Gastwirtstochter Verena (Steirische Harmonika), Dieter Meisch (Tuba), Bernhard Valtenmeier (Gitarre, Gesang) und Uwe Rädlein (Gesang), die Gesellschaft in den Pausen mit kleinen musikalischen Auflockerungen erfreuen. Bei so manchem Liedchen stimmten die Anwesenden mit ein und sangen kräftig mit.

Gemäß dem Motto der Aktion "Musikantenfreundliches Wirtshaus" ist gerade dieses Spontane, welches die Ibinder in ihrer bekannt erfrischenden Art und Weise zum Besten gaben, eines der Hauptkriterien, welches die Initiatoren für die Beurteilung der Wirtsbetriebe ansetzen.

Zentraler Punkt im Dorfleben

Der Hintergrund der Aktion ist einfach und doch nicht selbstverständlich: Die Wirtshäuser sind von jeher ein sozialer und geselliger Ort. Der Wirt und sein Gasthaus sind zentraler Punkt im Gemeinschaftsleben, wo man sich trifft, diskutiert oder musiziert. Mit der Zeit ging diese gesellschaftliche Aufgabe jedoch mehr und mehr verloren, lediglich auf ganz wenigen "Inseln" konnte sie sozusagen überleben.

Spontane Aktionen

Eine Wiederverbreitung ist das Ziel: Der Wirt stellt bisweilen spontan aufspielenden Gästen zum Beispiel ein Instrument zur Verfügung, oder er hält Liedtexte für das gemeinsame Singen bereit. Die Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Aktion sind vielfältig. In einigen Gaststätten finden Offene Singen statt, andere laden zu Musikantenstammtischen ein, und immer wieder finden sich auch Musikanten im Wirtshaus ein, die "aufs grade Wohl" spontan aufspielen. Wenn die Region so hautnah musikalisch erlebt wird und der Gast vielleicht noch selbst mitsingen kann, verweilt er gerne etwas länger. Somit wird der regionalen Musik ein Wirkungsfeld gegeben und das Wirtshaus als Ort der Begegnung aufgewertet.


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