Zu einer vorgezogenen Bürgerversammlung für Ebelsbach und Gleisenau hatte der Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) eingeladen. Aktueller Anlass war die geplante Errichtung eines Funkmastes für das digitale Funknetz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Kurt Förg, Leiter der Polizeiinspektion Haßfurt, und Kreisbrandmeister Martin Horn als Vertreter der Feuerwehr informierten über die Notwendigkeit eines digitalen Funknetzes. Die technische Seite erklärte Ulrich Wittfeld von der Firma "Telent", zuständig für Sonderaufgaben Akquisition der Projektgruppe "DigNet".

Kurt Förg stellte die derzeitige Praxis dar, zeigte Verbesserungsmöglichkeiten auf und begründete die Notwendigkeit der Einführung des digitalen Funknetzes in Bayern anhand der bisherigen "antiquarischen Funkausstattung". In Bayern gebe es aktuell kein zusammenhängendes Funknetz, so dass im Einsatzfall keine direkte Weitergabe von Lageergebnissen möglich sei. Problematisch sei zudem die Reichweitenbegrenzung beim Analogfunk, sagte Förg. Die alten Geräte seien nicht abhörsicher.

Ulrich Wittfeld erläuterte die technische Seite, nannte Gründe für die Einführung, erklärte Standortakquisition und -gewinnung. Der Analogfunk sei technisch veraltet, störanfällig und nicht mehr zukunftstauglich, erlaube keine Weiterentwicklung. In Deutschland entstehe das weltweit modernste Digitalfunknetz mit bundesweit 4000 Standorten, 945 davon in Bayern, die eine hohe Versorgungsgüte gewährten. Die Inbetriebnahme sei ab 2013 geplant.
Die Standorte hielten die strengen Grenzwerte gesetzlicher Vorgaben zum Schutz der Gesundheit ein, versicherte er. Für den Netzaufbau trage der Freistaat Bayern den weitaus größten Teil aller Kosten (80 Prozent), benötige aber zugleich die Unterstützung der Kommunen bei der Standortwahl.
Ebelsberg wird favorisiert

Aufgrund der Gesamtbewertung unter Berücksichtigung der topografischen Gegebenheiten (Täler, Berge) habe sich ein Funkmast auf dem Ebelsberg als beste Möglichkeit unter acht bewerteten Standorten herausgestellt. Weitere Standortalternativen waren am Golfplatz in Steinbach, der "Krautstücht" (Wallburg) in Eltmann sowie ein Fabrikkamin im Maintal.

Die vorgestellten Pläne stießen bei den Bürgern auf keine Gegenliebe. Man war zwar überzeugt, dass Digitalfunk notwendig sei, doch wegen des Standorts regte sich Unmut. Man hegte Zweifel, ob durch den Standort auf dem Ebelsberg das Ebelsbachtal in Richtung der Heiligen Länder versorgt werden könne. Der Standort Wallburg schien vielen die bessere Alternative zu sein.

Da zudem in der Präsentation von einer Bürgerversammlung in Eltmann die Rede war, drängte sich manchem Ebelsbacher der Verdacht auf, dass die Vorstellung des Konzepts eigentlich für Eltmann gedacht war. Es entstand der Eindruck im Bürgerforum, dass Eltmann keinen Mast wolle, also würde er nach Ebelsbach gesetzt.

Der Bau eines Funkmastes am Ebelsberg berühre zudem einen sensiblen Bereich (Naturschutzgebiet), wurde kritisiert. Und letztlich - so die Meinung anwesender Bürger - verschandele ein Funkturm am Ebelsberg, dessen Spitze die Baumkronen mindestens um zehn Meter überragt, die Landschaft.

Befürchtungen gab es zudem über die Funkbelastung für die Einwohner. Besser wäre ein Standort, der weiter von der Wohnbebauung entfernt liege, hieß es in der Versammlung.