Wonfurt
Notbremse

Bei Loacker gehen vorerst die Lichter aus

Der umstrittene Betrieb darf zunächst keinen Elektroschrott mehr verarbeiten. Seit Monaten steht die Firma im Verdacht, Schadstoffe in die Umwelt abzugeben. Das Landratsamt reagierte auf jüngste Beobachtungen von Wonfurter Bürgern, die verdächtige Staubschichten an ihren Häusern entdeckt hatten.
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Vor einiger Zeit wurde der Kabelschrott bei der Firma Loacker sogar im Freien gelagert. Foto: gf
Das Landratsamt hat die Notbremse gezogen: Mit sofortiger Wirkung, so bestätigt die Pressesprecherin Monika Göhr, hat die Landkreisbehörde der Firma Loacker die Verarbeitung von Elektroschrott untersagt und den Betrieb, der seit Monaten in der Kritik steht, damit faktisch stillgelegt.
Anlass ist ein Vorfall, der so gar nicht hätte passieren dürfen: Am Mittwoch und Donnerstag haben Bürger von Wonfurt dem Landratsamt und der Wasserschutzpolizei gemeldet, dass aus dem Recyclingbetrieb Staubwolken in die Umgebung gelangt sind. "Die Staubschicht auf meinem Fensterbrett hat silbrig geglänzt", berichtet ein Anwohner, der ausschließt, dass es sich bei der Verschmutzung um Emissionen aus einem Sägewerk gehandelt haben könnte, das direkt neben der Firma Loacker angesiedelt ist. Den Verdacht bestätigt das Landratsamt: "Dem Augenschein nach", so Göhr, handelt es sich bei dem Staub um Stoffe, wie sie wohl nur beim Umgang mit dem Elektroschrott freigesetzt werden können." Genau das hätte aber gar nicht passieren dürfen, da die Firma Loacker seit Wochen unter strenger Beobachtung steht und selbst wiederholt versichert, alle Auflagen einhalten zu wollen, um eine Freisetzung von Staub zu verhindern (wie in der Vergangenheit öfters geschehen). Zu den Auflagen gehört der Betrieb einer Benebelungsanlage in den Hallen, in denen der Schrott verarbeitet wird: Die Wassertröpfchen in der Luft sollen den Staub binden. Dass dies bei minus zehn Grad nicht sonderlich gut funktioniert, ahnt sogar der technische Laie.
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