Haßfurt
Informationsbesuch

Bald sind auch Asylbewerber in Haßfurt integriert

Mit der Landtagsabgeordneten Kathi Petersen aus Schweinfurt machten sich einige SPD-Mitglieder der Enquete-Kommission des bayerischen Landtags vertraut mit dem Thema "gleichwertige Lebensverhältnisse in der Region". Dazu besuchten sie das BRK in Haßfurt.
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Karina Hauck (Zweite von rechts) und Sozialpädagoge Jens Weinkauf (links) zeigten den SPD-Politikern um MdL Kathi Petersen (Dritte von rechts) die Produktionsschule des BRK. Fotos: Peter Schmieder
Karina Hauck (Zweite von rechts) und Sozialpädagoge Jens Weinkauf (links) zeigten den SPD-Politikern um MdL Kathi Petersen (Dritte von rechts) die Produktionsschule des BRK. Fotos: Peter Schmieder
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Die Enquete-Kommission des bayerischen Landtags beschäftigt sich mit dem Thema "gleichwertige Lebensverhältnisse in der Region". Mit der Landtagsabgeordneten Kathi Petersen aus Schweinfurt besuchten einige SPD-Mitglieder der Kommission daher am Freitag Orte und Einrichtungen in Unterfranken. Eine davon war die Geschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Haßfurt. Mit dabei waren auch Vertreter der Kreis-SPD. Die Mitglieder des Landtags machten sich mit Kommissionsmitglied Christoph Rabenstein ein Bild von Angebot und Ausstattung des Roten Kreuzes.

Änderungsschneiderei in der Produktionsschule

So besichtigten die Gäste zunächst die BRK-Produktionsschule. Hier gibt es eine Änderungsschneiderei, einen Laden, in dem Kunden Kleidungsstücke kaufen können und eine Internetagentur für Onlinehandel. Ziel ist es, Jugendlichen eine Perspektive und eine Chance auf dem Arbeitmarkt zu geben und sie weitervermitteln zu können.

Dafür arbeitet das Rote Kreuz eng mit Jobcenter und Jugendamt zusammen. Elf Jugendliche arbeiten derzeit in der Produktionsschule. Kunden, die etwas in der Änderungsschneiderei abgeben, müssen etwas länger darauf warten, dass die Arbeiten gemacht werden, dafür sind jedoch die Preise niedrig. Auch mit Technischem Hilfswerk (THW) und Feuerwehren im Landkreis besteht eine Kooperation: Diese lassen hier ihre Arbeitskleidung bearbeiten. Karina Hauck, Leiterin der Familien- und Jugendhilfe, führte die Gäste durch die Einrichtung. Auch Sozialpädagoge Jens Weinkauf und Schneidermeisterin Susanne Pfeuffer, die die Jugendlichen bei ihrer Arbeit in der Produktionsschule betreuen und anleiten, erklärten den Politikern einiges über die Arbeitsabläufe.

15 Plätze für Flüchtlinge

Asylbewerber sollen hier ebenfalls künftig eine Möglichkeit bekommen, ihren Weg in die deutsche Arbeitswelt zu finden. 15 Plätze für Flüchtlinge möchte das Rote Kreuz in der Produktionsschule anbieten. Hierfür müssen allerdings einige bürokratische Hürden genommen werden. Sprachliche Schwierigkeiten sehen die Mitarbeiter des BRK kaum, denn Übersetzer könnte das Rote Kreuz bei der hauseigenen Migrationsberatung finden. Martin Ludwig, der Anleiter der Internetagentur, zeigte einige Dinge, an denen die Jugendlichen dort gerade arbeiten, wie einen Kalender und ein Memory-Spiel mit Motiven aus Haßfurt.

Neues Fahrzeug dank G7

Sanitäter Philipp Heller stellte den Besuchern zudem das neueste Fahrzeug des BRK vor. Das CBRN-Fahrzeug ist eines von nur fünf Stück in Bayern, die kurz vor dem G7-Gipfel angeschafft wurden und auch dort im Einsatz waren. Hierbei geht es um die Behandlung von Menschen, die mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Stoffen in Kontakt gekommen sind. Beim Gipfel seien die Fahrzeuge im Einsatz gewesen, für den Fall, dass Demonstranten chemische Stoffe werfen. "Das ist zum Beispiel in Heiligendamm vorgekommen", berichtete Philipp Heller.

Anschließend berichteten BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger, sowie seine Mitarbeiterinnen Christiane Göbel und Karina Hauck über die Arbeit des Roten Kreuzes im Landkreis Haßberge. Thema war unter anderem die Jugendsozialarbeit an Schulen. Hier erfuhren die Besucher aus dem Landtag, dass im Landkreis Haßberge auch Sozialarbeiter an Schulen tätig sind, an denen diese Arbeit nicht staatlich gefördert wird. "Daran erkennt man, wie wichtig dem Landkreis die Schulen sind", hieß es.

In der Kinderbegleitung und Integrationshilfe ergebe sich das Problem, dass oft nur geteilter Dienst genehmigt werde. Wenn beispielsweise eine Begleitung für die erste, zweite und sechste Schulstunde genehmigt werde, könne der Mitarbeiter die Zwischenzeit kaum für etwas anderes nutzen, werde aber in diesem Zeitraum nicht bezahlt.

Tolles Bild

Auch die Ganztagesbetreuung von Kindern war ein Thema. "Das könnte auch ein Frühwerk von Hundertwasser sein", kommentierte der Sander Bürgermeister Bernhard Ruß eine von Kindern gemalte Burg, die das Logo der Einrichtung darstellt. Die Arbeit des Mehrgenerationenhauses stellten die BRK-Mitarbeiter dar, ebenso wie die Migrationsberatung, die unter anderem Sprach- und Integrationskurse anbietet. "Wir legen Wert darauf, dass auch ein großer Teil unserer Mitarbeiter in der Migrationsberatung selbst Migrationshintergrund hat", sagte Karina Hauck.

"Ich bin überrascht, wie vielfältig das Angebot ist", bilanzierte MdL Kathi Petersen. Man denke oft, bestimmte Probleme, mit denen sich der BRK-Kreisverband beschäftigen müsse, gebe es nur in größeren Städten. Tatsächlich nähmen aber viele dieser Herausforderungen auch auf dem Land zu.
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