Eltmann
Kultur

Aus dem Dunkel ins Licht

Das Ein-Mann-Theater Markus Grimm setzte in Eltmann die bekannte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens in Szene. Der Schauspieler schlüpfte gekonnt in die verschiedenen Rollen in der Erzählung um den Geizhals Ebenezer Scrooge.
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Markus Grimm auf der Eltmanner Bühne  Fotos: Günther Geiling
Markus Grimm auf der Eltmanner Bühne Fotos: Günther Geiling
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Eine Weihnachtsgeschichte, die zu Tränen rührte, sahen die Eltmanner im Klenzesaal der Stadthalle. Im schwarzen Anzug vor einer nüchternen schwarzen Kulisse trat das Ein-Mann-Theater Markus Grimm auf. Der "Meister des Wortes und der Mimik" erzählte und spielte die berühmte "Weihnachtsgeschichte" des Schriftstellers Charles Dickens.

Die Dickens-Erzählung zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Weihnachtsgeschichten der Welt und ist allgegenwärtig, sei es im Buch, auf der Bühne oder in Verfilmungen. Maria Klein vom Kulturamt Eltmann hatte zu dieser Reise ins London des 19. Jahrhunderts eingeladen. Es war eine dunkle, von Armut und sozialer Ungerechtigkeit gekennzeichnete Zeit.

Minutiös zeichnete Grimm in Mimik, Gestik und mit seiner gesamten Körpersprache den geldgierigen und rücksichtslosen Geschäftsmann Ebenezer Scrooge nach, der sogar am Weihnachtsabend nichts von seiner Härte verliert.
Mit verkniffenem Gesicht, manchmal gequetschter Stimme und leicht erregbarem Temperament stellte der Künstler die Hauptperson in den Vordergrund.

Der alte Ebenezer Scrooge ist ein hartherziger Geizkragen, droht seinem unterbezahlten Angestellten Bob Cratchit regelmäßig mit Kündigung, für bedürftige Menschen hat er nur Geringschätzung übrig und Weihnachten hält er für einen geld- und zeitverschwendenden Humbug; er schlägt sogar die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen aus. Bezeichnenderweise spricht er nicht von "Weihnachten", sondern von "Weihnachten als Blödsinn" oder nur vom "25. Dezember".

Ausgerechnet in der Nacht zum 25. Dezember erhält er unerwarteten Besuch. Der Geist seines vor sieben Jahren verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley sucht ihn auf, um ihn vor einem schrecklichen Schicksal zu warnen. Die schaurige Erscheinung ist an eine lange, schwere Eisenkette gefesselt; jene Kette, die er sich mit seiner Hartherzigkeit, seiner Gier und seinem Geiz im Leben selbst geschmiedet hat.

Marley bietet Scrooge nun eine Möglichkeit, sich zu bessern und seine eigene, jetzt noch unsichtbare Kette abzustreifen. Die Erscheinung mahnt: Wenn Scrooge weiter so kaltherzig und geizig bleibe, werde er nach dem Tod in alle Ewigkeit büßen.

Da erscheint ihm der erste Geist, der "Geist der vergangenen Weihnacht". Er zeigt Scrooge als Knaben und jungen Mann, der inzwischen dem Geiz verfallen ist und keine Gefühle mehr für seine Geliebte Belle hat.

Der zweite Geist der "gegenwärtigen Weihnacht" bringt Scrooge zu seinem verarmten Sekretär Bob Cratchit und dessen Familie. Obwohl die Familie fast nichts besitzt, feiert sie ein schönes Weihnachten und widmet Scrooge sogar einen Trinkspruch. Hier sieht Scrooge auch Tim, den jüngsten Sohn des Angestellten, der nur mit Krücken gehen kann und abgemagert ist. Zum ersten Mal zeigt Scrooge Mitgefühl und fragt den Geist, ob Tim noch lange zu leben hat.

Der dritte Geist ist der unheimlichste von allen und bringt den bereits erschöpften alten Scrooge zur "zukünftigen Weihnacht". Dort unterhalten sich die Menschen auf der Straße über einen alten, geizigen Mann, der vor kurzem verstorben ist und dem wohl niemand nachtrauert. Scrooge versteht, dass es sich bei dem ungeliebten Geizkragen um ihn selbst handelt, und ist nun vollends gebrochen.
Im Klenzesaal hätte man ein Streichholz fallen hören, so gefasst gingen die Besucher die Erzählung mit. Markus Grimm wechselte gekonnt zwischen den verschiedenen Rollen hin und her. Über allem schwebte der Sternenhimmel an der Decke des Klenzesaals...

Gabriele Bauerfeind war überwältigt von der Darbietung. "Ich habe extra vor ein paar Tagen das Buch gelesen und konnte mir gar nicht vorstellen, wie ein Mann in so viele Rollen schlüpfen kann und wie er fast wortwörtlich die Geschichte erzählt. Das ist fast unglaublich."

Silke Pflaum ergänzte: "Das ist etwas fürs Herz, aber ich liebe Weihnachtsgeschichten, besonders die von Charles Dickens. Auch meinen beiden Töchtern geht es schon so und es gibt ja auch davon den Zeichentrickfilm. Die Geschichte hat mich so bewegt, dass ich meine Tränen nicht verbergen konnte."


Alles wird gut

Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens nimmt ein gutes Ende. Der alte Geizhals Scrooge löst sich von seinem alten Leben, schenkt der Familie Cratchit einen großen Truthahn und erhöht seinem Sekretär das Gehalt. Ebenezer Scrooge versöhnt sich mit seinem Neffen, und für den kleinen Tim wird er zu einem zweiten Vater.

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