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Maroldsweisach
Familienbande

Aus Israel zurück zu den Wurzeln

Jakob Hecht zieht es auch im Alter immer wieder an die Gräber seiner Ahnen auf dem jüdischen Friedhof von Ermershausen. Die Grabsteine wurden jetzt saniert, damit die Erinnerung nicht erlischt.
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Zum jüdischen Friedhof in Ermershausen, wo seine Vorfahren begraben sind, zieht es Jakob Hecht (Mitte) immer wieder hin. Diesmal waren Steinmetz Andreas Vogt aus Ermershausen (von links), der die Gräber der Familie Hecht sanierte, Bürgermeister Wilhelm Schneider, Hechts Sohn Joel und die beiden Enkel Roei und Daniel dabei.  Foto: Schmidt
Zum jüdischen Friedhof in Ermershausen, wo seine Vorfahren begraben sind, zieht es Jakob Hecht (Mitte) immer wieder hin. Diesmal waren Steinmetz Andreas Vogt aus Ermershausen (von links), der die Gräber der Familie Hecht sanierte, Bürgermeister Wilhelm Schneider, Hechts Sohn Joel und die beiden Enkel Roei und Daniel dabei. Foto: Schmidt
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Familie Hecht aus Jerusalem hat ihre Wurzeln in Maroldsweisach und Mitglieder der Familie zieht es immer wider in die Stätte ihrer Ahnen. Dr. Jakob Hecht aus Jerusalem kam jetzt mit Sohn Joel und den Enkeln Daniel und Roei zum jüdischen Friedhof nach Ermershausen, um auf den Spuren seiner Familie zu wandeln.

"Ich brauche diesen Kontakt, wo die Wiege meiner Vorfahren stand", erklärte Hecht. Diesmal gab es einen besonderen Grund, denn Steinmetz Andreas Vogt hat acht alte Grabsteine der Familie Hecht saniert. Dabei wurden nicht nur die Grabsteine restauriert, sondern auch die Schrift nachgezogen, um den Inhalt für die Nachwelt zu erhalten. Maroldsweisachs Bürgermeister Wilhelm Schneider (CSU) begleitete Familie Hecht auf den Friedhof.

Die "unteren Hechts"

In Maroldsweisach lebte bereits 1762 bis 1843 ein Eisak Enchel, ein Ur-Ahn der Hechts.
Seine Nachkommen nannte man im Ort die "unteren Hecht", weil sie in der "Herrenstraße" wohnten im Gegensatz zu den "oberen Hecht", die ihr zu Hause am "Kettenrangen" hatten. 1929 gab es in der "Herrenstraße" noch den Nachfahren Jakob Hecht und seine Frau Karolin, eine geborene Sachs.

Dieser Jakob Hecht starb im genannten Jahr und liegt auf dem Ermershäuser Judenfriedhof begraben. Als es 1933 unter der Herrschaft der Nazis für die jüdische Bevölkerung immer bedrohlicher wurden, packte Karolin Hecht ihre Kinder Malka mit den Enkelkinder Eliyahn und Menachem und wanderte nach Palästina aus.
1951 verstarb Karolin Hecht und liegt heute einige tausend Kilometer weit entfernt von ihrem Mann Jakob in Haifa begraben.

Malka hatte noch die Geschwister Max, der 1918 im Ersten Weltkrieg fiel und auf dem Ehrenmal in Maroldsweisach vermerkt ist, und Samuel. Letzterer lebte in Berlin und heiratete eine Elsa Klein aus Mainz. Aus dieser Ehe stammt der heute 78-jährige Jakob Hecht. Wenn die Reise nach Deutschland für Jakob Hecht auch immer beschwerlicher wird, will er doch , solange es geht, die Heimat seiner Vorfahren besuchen.

Ein Buch erzählt die Familiengeschichte

Diesmal standen außerdem Prag und das Konzentrationslager Theresienstadt auf dem Besucherprogramm, ehe die Hechts wieder nach Israel zurückflogen.

Jakob Hecht gehörte der Regierung von Israel an und hatte, wie er sagt, einst viel in Deutschland zu tun. Die Geschichte seiner Familie hat er, über acht Generationen hinweg, 2005 in einem Buch festgehalten, das in Hebräisch und Englisch erschien. Darinnen werden 250 Jahre Familiengeschichte lebendig.

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