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Ebern
Stadtratssitzung

Auf dem Holzweg zur ersprießlichen Geldquelle

In Ebern ging es um die Erlöse aus dem Stadtwald und das Einscheren auf die schnelle Datenautobahn.
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Das Geld liegt nicht auf, sondern neben der (Staats-)Straße: Solche prachtvolle Stämme dürften den Eigentümern im Rahmen Wertholzversteigerung viel Geld einbringen, auch der Stadt Ebern 30 Festmeter aufgelegt hat. Insgesamt stehen den Holz-Einkäufern 417 Festmeter zur Auswahl. Foto: Ralf Kestel
Das Geld liegt nicht auf, sondern neben der (Staats-)Straße: Solche prachtvolle Stämme dürften den Eigentümern im Rahmen Wertholzversteigerung viel Geld einbringen, auch der Stadt Ebern 30 Festmeter aufgelegt hat. Insgesamt stehen den Holz-Einkäufern 417 Festmeter zur Auswahl. Foto: Ralf Kestel
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Der Revierförster für den Stadtwald kam zwar nicht als Nikolaus, hatte aber einen dicken Batzen für den Stadtsäckel im Gepäck: 100 000 Euro an Überschuss tischte Wolfgang Gnannt dem Stadtrat bei dessen Sitzung am Donnerstagabend auf. Plus X. Denn es könnten noch ein paar Tausender dazu kommen, weil einige Staatszuschüsse noch nicht eingegangen sind.

Kein Wunder also, dass sowohl Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) wie auch Klaus Schineller (EAL) den Forstamtsrat und dessen Arbeit über den "grünen Klee" lobten. "Aber nicht nur wegen des Geldes, sondern auch wegen dessen Zielsetzungen und Ausrichtung", wie Schineller anfügte.

Und diese angenehme und profitable Zusammenarbeit soll nach dem Willen des Bürgermeisters fortgesetzt werden. Auch wenn es im Landwirtschaftsministerium andere Pläne gibt, da Kommunen mit Wäldern mit mehr als 200 Hektar die Bewirtschaftung in Eigenregie erledigen sollen. Hennemann: "Der Staat will aussteigen, wir aber wollen weiterhin die Freiheit haben, ob wir von der Bayerischen Forstverwaltung oder einem eigenen Förster betreut werden."

Die Betreuung durch das Amt für Landwirtschaft und Forsten habe eine hervorragende Basis für den Stadtwald geschaffen. "Mit qualifizierten Fachkräften, guter Steuerung und Planung - und das wollen wir so fortsetzen." Hennemanns Hoffnungen, dass das auch noch gelingt, ruhen auf diversen Initiativen des Städtetages.

Eingeschlagen wurden laut dem Bericht von Wolfgang Gnannt 4581 Festmeter. "Fast eine Punktlandung gegenüber dem Plan." 58 Prozent davon waren Nadelholz, 42 Prozent Laubholz. "Der Stadtwald ist nach wie vor ein Aufbaubetrieb", stellte der Revierförster fest, der auf Naturverjüngung auf 29 Hektar, Jugendpflege auf 17 Hektar und Wiederaufforstung auf 1,7 Hektar verwies.

Im nun beginnenden neuen Wirtschaftsjahr plant Gnannt mit einem Einschlag von 4330 Festmetern. Dazu zählen auch schon die 30 Festmeter an Wertholz, die zur laufenden Submission an der Staatsstraße aufgereiht wurden.


Schnelle Datenleitungen

Nach dem Stadtwald ging es um den Breitbandausbau, wozu nun detaillierte Bestandserhebungen über die Daten-Schnelligkeit für die einzelnen Stadtteile und -gebiete vorliegen. Dipl.-Ing. Siegbert Reuther vom beauftragten Planungsbüro aus Bad Staffelstein stellte die einzelnen die Versorgungsstufen und nächsten Ausbauziele über Zuschüsse des Freistaates vor, wobei Fierst nun früher in den Genuss schneller Datenleitungen kommen wird, wofür die Stadt 7900 Euro aufbringen muss.

Thomas Limpert (Freie Wähler) erfuhr auf Nachfrage, dass Heubach bereits als ausreichend versorgt gilt, weil dort von Kabel Deutschland (Vodafone) bereits schnellere Leitungen verlegt sind, weswegen die Heubacher halt den Anbietern wechseln müssten, was auch für weite Teile der Kernstadt gilt, wie Dirk Suhl als Breitbandbeauftragter der VG wissen ließ.

Ganz neu ist der Versuch, weitere Defizite im Stadtgebiet über ein neues Programm aus Bundesmitteln abzubauen. Die 50 000 Euro für die Planung sind bewilligt, der Bescheid übergeben. Für den Ausbau selbst rechnet Reuther mit 90-prozentiger Bezuschussung, wobei nicht klar ist, welche Gemeinden in den Genuss kommen.
"In Bayern gab es bisher erst elf Anträge und alle wurden genehmigt." Um Ebern in diesem Förderprogramm unterzubringen, bedarf es diverser Planungsschritte, die nun in Angriff werden sollen, wie der Stadtrat entschied, um Glasfaser bis in jedes Haus zu verlegen.
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