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Pfarrweisach
Hobby

Auf Pedalen quer durch Andalusien

Peter Ruhnau hat sich auf Fahrradtouren spezialisiert. Rund 8000 Kilometer sitzt der Pfarrweisacher pro Jahr im Sattel. Besonders gern ist er im spanischen Andalusien unterwegs.
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Radler Peter Ruhnau hat den Europaplatz in Malaga erreicht. Der Stier ist aus Marmor. Foto: privat
Radler Peter Ruhnau hat den Europaplatz in Malaga erreicht. Der Stier ist aus Marmor. Foto: privat
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"Ich bin heuer erst einen Tag nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren". Mit dieser Feststellung drückt Peter Ruhnau aus Pfarrweisach seine ganze Leidenschaft für sein Hobby, das Fahrradfahren, aus. "Zur Arbeit" - das sind die acht Kilometer von Pfarrweisach nach Ebern zu FTE automotive.

Seit drei Jahren hat er ein weiteres Hobby: Im Urlaub fliegt der 53-Jährige allein nach Andalusien in Spanien und erkundet dort jeweils im Lauf einer Woche mit dem Rad Landschaft und Leute. So auch heuer wieder, als er rund 490 Kilometer zurückgelegt und dabei 4500 Höhenmeter überwunden hat.

Mit zerlegtem Rad

Los ging es diesmal von Nürnberg via Malaga. In der Frankenmetropole wurde das Mountainbike fachmännisch zerlegt und in Malaga wieder zusammengeschraubt.
Als gelernter Industriemechaniker ist das Alltagsgeschäft für den Pfarrweisacher.

In Andalusien angekommen ging es auf die Strecke von Cartama aus bis nach Pruna - 50 bis 80 Kilometer schafft Ruhnau täglich und gönnt sich schon mal einen Tag Ruhepause. Erholung sucht er abends in Pensionen und Hotels. Durch seinen Beruf war er öfters in Mexiko im FTE-Werk, wodurch er ein wenig Spanisch kann, zudem weiß er: "Mit Englisch geht es schon in Spanien". Außerdem schätzt der Radler die Gastfreundschaft der Andalusier: "Die sind alle sehr, sehr freundlich".

Heimat des Serrano-Schnkens

Als schönsten Radweg Andalusiens lobt Ruhnau die Strecke von Olvera nach Puerto Serrano, wo der bekannte Serrano-Schinken herkommt. "Diesen Radweg kann ich jedem empfehlen, der solche Touren mag", meint er und gibt gleich einen Blick in die Geschichte Spaniens: Im Bürgerkrieg (1936 bis 1939) sind Bahnlinien gebaut worden, die nie in Betrieb gegangen sind und irgendwann einmal zu Radwegen ausgebaut wurden. Auf der Strecke von Olvera nach Puerto Serrano durchfährt man 22 Tunnels - der längste hat die Länge von einem Kilometer.

Es ist kein komplettes Radwegenetz, wie man es hierzulande kennt - man muss schon mal auf Straßen oder Wege ausweichen oder mit dem Omnibus weiterfahren.

Im Naturschutzgebiet gibt es die größte Gänsegeier-Kolonie Europas. "Das ist Natur pur", schwärmt der Pfarrweisacher, "überall Olivenplantagen und Orangen- und Zitronenplantagen. Das ist wie bei uns bei der Apfelernte: Die Orangen liest man einfach auf."

Fünf Räder in der Garage

Wie er für seine jährlichen Touren ausgerechnet auf den Süden Spaniens gekommen ist? Die Reiseberichte im Fernsehen über Andalusien, sagt Ruhnau, hätten es ihm angetan. Radfahren sei seit 20 Jahren sein Hobby, nachdem er mit dem Fußballspielen aufgehört hatte und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gesucht hat.
Mittlerweile hat er fünf Fahrräder daheim in der Garage stehen. Rund 8000 Kilometer legt er jedes Jahr damit zurück und hat dabei auch schon die Alpen überquert.

Und im nächsten Jahr? Da geht's Richtung Gibraltar, an die Meerenge zwischen Afrika und Spanien. Darauf freut sich Peter Ruhnau heut schon.



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