Ebern

Applaus, Applaus für die Eberner Abiturienten

Die Sportfreunde Stiller wurden von den Eberner Abiturienten ebenso bemüht wie eine FT-Glosse. Zwei Absolventinnen erreichten mit 1,1 ein Traumergebnis. Jetzt fahren alle für über eine Woche nach Spanien.
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Fast mochte sie es nicht glauben Sophie Stadter (Zweite von links) ist zusammen mit Dorothea Müller-Schultheiss mit der Traumnote von 1,1 und identischer Punktzahl die beste Abiturientin am Friedrich-Rückert-Gymnasium. Dazu gratulieren Schulleiter Klauspeter Schmidt (links) sowie Annalena Eichhorn (1,3) und Frederik Gnannt (1,4). Fotos: Ralf Kestel
Fast mochte sie es nicht glauben Sophie Stadter (Zweite von links) ist zusammen mit Dorothea Müller-Schultheiss mit der Traumnote von 1,1 und identischer Punktzahl die beste Abiturientin am Friedrich-Rückert-Gymnasium. Dazu gratulieren Schulleiter Klauspeter Schmidt (links) sowie Annalena Eichhorn (1,3) und Frederik Gnannt (1,4). Fotos: Ralf Kestel
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Es wurden jeden Menge Geheimnisse gelüftet und Zensuren vergeben. Die Verabschiedung der Abiturienten am Freitagnachmittag war lang, aber nicht langweilig. Sogar richtig lustig bisweilen. Großen Anteil daran hatten die beiden Abi-Sprecher Nina Wacker und Scherzbold Markus Böhm, die in lockerer Co-Moderation, feinsinnig, aber auch scharfzüngig viele Anekdoten aus den letzten Jahren in Erinnerung riefen.

Das reichte vom verspäteten Erscheinen zum Unterricht wegen einer Hornisse in der Hose (im Januar?!) über eine Schwarzfahrt in der Berliner S-Bahn (von 90 Leuten!) bis zur problematischen Rückkehr aus China, da der Pass liegen gelassen worden war. Gute Zensuren stellten die beiden Schülersprechern ihre Erziehern aus. "Schlechte Lehrer gab's eigentlich nie."

Die "Elite ist zurück"

Nicht so gut kam eine FT-Glosse nach einem Zwischenfall bei einer Feier auf dem Reutersbrunner Zeltplatz weg. Hatte es darin geheißen, dass "die Hoffnung auf künftige Eliten ebenso zerbrochen ist wie eine Fensterscheibe", konterten die Schülervertreter: "Die Elite ist zurück, weil Scherben bringen Glück." Dennoch bedauerten beide im Nachhinein den Zwischenfall, der aber durch ungeladene Störenfriede heraufbeschworen worden war.

Auch Landrat Rudolf Handwerker lüftete Geheimnisse. So konnte seine Mutter am Ende seiner Schullaufbahn besser Latein als er, obwohl sie nur die mittlere Reife hatte, ihm aber bei den Hausaufgaben half. Und Theologie durfte er nicht studieren, weil seine damalige Freundin und jetzige Frau dagegen war. So landete er beim Jura-Studium. Der Landrat machte am eigenen Beispiel deutlich, dass die Schulabgänger nun vor einer schwierigen Entscheidung stehen: Was tun in den nächsten Jahren?

Was in den nächsten Tagen ansteht, ist für die Abiturienten klar: Am Montag geht's mit dem Bus für zehn Tag gemeinsam nach Lloret de Mar in Spanien.

Dazu passte ein anderer Appell des Landrats: "Kommt wieder zurück", bat er mit Blick auf die vielen Firmen im Landkreis, die händeringend nach Ingenieuren suchen. Handwerker wörtlich: "Wir verlieren viele junge Leute und davon noch die Besten. Die Heimat braucht Sie, schielen Sie nicht nur auf die Ballungsräume."

Ähnlich auch der Tipp von Schulleiter Klauspeter Schmidt, der in seiner Festrede auch die Vorzüge nichtakademischer Fertigkeiten und regionaler Erfahrungen pries. Er gestand seinen Schützlingen auf der Suche nach der optimalen Zukunft einige Freiheiten zu: "Auch wenn es Euren Eltern wahrscheinlich nicht behagt, folgt ruhig erst mal Eurem Gefühl, probiert etwas aus."

Und dazu zählte er auch eine paar Test-Semester. "Geradlinig verlaufende Karrieren sind nicht immer die beste Wahl, Enttäuschungen und Umwege formen eine Persönlichkeit oft besser, gerade sie verhindern eine Arroganz des Erfolgsmenschen, der sich für unfehlbar hält. Lebenserfahrung kann man nämlich nicht googeln."

Galt Schmidts Festrede hauptsächlich den Absolventen erwähnte er noch einen Abgänger. Der hatte sich einen Schlips mit Zahlen umgehängt und hakt damit, wie einst die Soldaten mit dem Maßband, die letzten Arbeitstage ab. Sechs sind es noch. "Nach 40 Jahren muss einmal Schluss sein", sagte der letzte in Ebern verbliebene, aktive Vertreter der Gründergeneration am Gymnasium, Emil Kraus.

Noch einmal fungierte der Oberstufenkoordinator als Zeremonienmeister, hatte die Veranstaltung geplant und die Bühnen-Deko besorgt. Der Applaus der Schüler zeugte von der großen Beliebtheit "des Emil". Er war auch bei der Zeugnis-Ausgabe dabei. Die tüchtigsten Absolventen kommen diesmal aus dem Markt Rentweinsdorf und aus Untermerzbach.

Mit einem Lied ließ sich Elternbeiratsvorsitzender Franz Schaller auf die Bühne geleiten: "Alte Schule, altes Haus" - für die Abiturienten sei es nun bald die alte Schule, das alte Haus war auf Landrat Handwerker gemünzt: "Uns gehen bald die Eimer zum Auffangen des Wassers aus."

Die ausgezeichneten Abiturienten:

Beste Abiturnoten Dorothea Müller-Schultheiss aus Recheldorf (1,1), Sophie Stadter aus Rentweinsdorf (1,1), Annalena Eichhorn aus Untermerzbach (1,3) und Frederik Gnannt aus Lind (1,4);

Die Kursbesten Sophie Stadter (Mathematik), Frederik Gnannt (Chemie), Johanna Hojer (Deutsch, Sozialkunde/Geschichte), Hannah Lang (Englisch) und Jonas Flachsenberger (Latein), Hannes Mittelberger (Biologie), Jonas Reblitz (Physik) und Ramona Baiersdorfer (Sport);

Besondere Leistungen Dorothea Müller-Schultheiss (Sprachen und Gesellschaftswissenschaften), Annalena Eichhorn (Seminararbeit Sport), Ramona Baiersdorfer (Seminararbeit Sport) und Jonas Reblitz (Naturwissenschaften);

Soziales Engagement Nina Wacker, Felix Sasse, Anna Grass, Bastian Grass, Markus Böhm, Tizian Hippeli, Jule Morgenroth und Aaron Staudinger.
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