Die Brückenheiligen, Nepomuk (Patron der Flösser und Beichtväter) und Aqulin (Patron der Gepäckträger, also der Beladenen), schauten anteilnahmslos auf die Besuchergruppe herab, die sich mehr der Brücke widmeten denn der Steinfiguren. Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) freute sich über die Brückensanierung, die vereinbarungsgemäß vom staatlichen Bauamt Schweinfurt in Auftrag gegeben (und bezahlt) wurde, ehe die Straße im nächsten Jahr in die Zuständigkeit der Stadt übergeht.
Jahrhunderte hatte die Brücke überdauert und den Verkehr der "via regia" er- bzw. getragen. Kurz vor Kriegsende 1945, am 10. April, wurde sie von einem Marine-Kommando gesprengt, was die vorrückenden amerikanischen Truppe aber nicht mehr aufhielt, weil sie einfach durch die Baunach fuhren.
1951/52 wurde die Brücke wieder aufgebaut. Jetzt hatte ihr der Moloch Verkehr zugesetzt. Besonders an den Fundamenten waren umfassende Fugen- und Betonarbeiten notwendig, wie Bürgermeister Herrmann den Bauausschussmitgliedern zeigte. Und zur Brüstung hin sei die Fahrbahn, die schon 2008 erneuert wurde, abgedichtet worden, damit kein Oberflächenwasser mehr in den Sandstein eindringt.
Damit dürfte auf Jahre hinaus Standsicherheit gewährleistet sein, meinte der Bürgermeister, während Manfred Fausten (CSU) mit Blick auf die 2008 erneuerte Fahrbahn feststellte, dass "die auch schon wieder ganz schöne Risse aufweist". Auch die Heiligenfiguren hätten nach Ansicht von Fausten und seinem Kollegen Otmar Schmitt renoviert gehört. Dieser Aufgabe hat sich aber der Bürgerverein verschrieben.
Mit Rissen, Fugen und Standsicherheit hatte es der Bauausschuss auch im Pfarrgarten zu tun. Dort droht ein Durchgang zum Wohnmobilstellplatz, der zwar kaum bis nie genutzt wird, einzubrechen. Abhilfe tut not, Deswegen, so Stefan Hofmann vom Baumt, habe man schon einen Steinmetz zu Rate gezogen. Rund 5000 Euro koste eine Sanierung. "So könnte das Gewölbe des Durchganges erhalten bleiben." Brunhilde Giegold (SPD) fragte sich laut, ob der Durchgang nicht komplett verschlossen werden sollte?
Dieser Option verschloss sich aber der Bürgermeister: "Zwar komme ein normaler Eberner nicht durch, aber es sei ja schon mal überlegt worden, diesen Durchgang wieder komplett zu öffnen, wenn das Pfarrzentrum entsteht."
Wegen eines weiteren Durchganges innerhalb des Pfarramtsgartenturmes reichte ein kurzer Blick des Bürgermeisters: "Das ist nicht mehr machbar."
Im weiteren Verlauf der Sitzung folgte der Bauausschuss einem Antrag von Kreisheimatpfleger Günter Lipp den Efeu und weiteren Bewuchs im Bereich der Stadtmauer zurück zu schneiden, um das historische Mauerwerk besser in Erscheinung treten zu lassen.