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Limbach
Flösserfest

Am Grill hält Limbach zusammen

Die beliebte Veranstaltung am Main war wieder ein voller Erfolg, für den sich das ganze Dorf wochenlang ins Zeug gelegt hatte.
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Gleich ist die "Sau" so weit. Organisationsleiter Alois Böhnlein (rechts) und Raimund Geheb überzeugen sich noch einmal vom richtigen Grillzustand. Foto: Günther Geiling
Gleich ist die "Sau" so weit. Organisationsleiter Alois Böhnlein (rechts) und Raimund Geheb überzeugen sich noch einmal vom richtigen Grillzustand. Foto: Günther Geiling
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"Des Morgens, wenn es sechs Uhr schlägt, sind zur Arbeit wir bewegt", so beginnt das bekannte Flößerlied. Die Limbacher sind zwar keine Flößer, könnten aber gut mit anstimmen, denn ihr Flößerfest, das am Wochenende mit Sau am Spieß und gegrillten Makrelen viele Menschen anlockte, hat im Vorfeld eine Menge Mühe und Schweiß gekostet. Ein Blick hinter die Kulissen eines fränkischen Dorffestes, das es wie andernorts auch ohne die vielen, stillen Helfer nicht geben würde.

Viele genießen zwar die tolle Atmosphäre und das gute Essen, doch können die Festbesucher nur erahnen, wie viele Wochen an Vorbereitung benötigt werden.

Die Limbacher Flößerschmiede

Seit Beginn des "Flößerfestes" ist Alois Böhnlein an vorderster Front dabei und ist heute Organisationsleiter.
"Ziel war es bei der Gründung, die Festeflut im Ort etwas einzudämmen und eine Gemeinschaftsveranstaltung der Limbacher Vereine ins Leben zu rufen. Dies sollte natürlich in einem größeren Rahmen geschehen und auch mit dazu beitragen, das Budget eines jeden Vereins etwas aufzustocken", betont Alois Böhnlein.

Seit dem Jahre 1996 sei dies dann umgesetzt worden und die vier Vereine Gesangverein, Musikverein, TSV Limbach und die Krieger- und Soldatenkameradschaft hätten dazu eine Art "Vereinsgemeinschaft" gegründet. Natürlich habe man auch nach einem besonderen Namen für dieses neue Fest in Limbach gesucht. "Und hierbei sind wir auf die Flößer gestoßen, die ja im vorigen Jahrhundert noch mainabwärts ihre Floße an Limbach vorbei gesteuert haben. Auch wenn sonst wenig von den Flößern in Limbach bekannt ist, war hier jedoch eine Flößerschmiede im Hause Bühl, und der Mitgesellschafter der Firma Bühl & Schmitt, Raimund Bühl, hat vor wenigen Jahren diese Schmiede neu gestrichen. Unser Fest hatte damit einen besonderen Namen", meinte Böhnlein.
Zum anderen unterstreiche aber auch der Festplatz die Berechtigung dieses Namens. "Ein Flößerfest muss natürlich am Wasser stattfinden und nachdem die ersten vier Feste mehr als Straßenfeste in der Ortschaft stattfanden, haben die beteiligten Vereine in unmittelbarer Nähe zum Main und unterhalb der Staufstufe einen neuen Festplatz angelegt."

Die Planung der nächsten Schritte, die Absprache mit den Vereinen, "wer was zu machen hat" - vieles bleibt an Organisationsleiter Alois Böhnlein hängen. Aber der Erfolg des Festes, das nun schon zum 17. Male stattfand, motiviert ihn auch. "Unsere Sau am Spieß am Samstag ist inzwischen ein richtiger Renner. Und für das Grillen der Makrelen oder Steckerlfische sind wir inzwischen auch bekannt, und deswegen hat einer unserer Griller, Edwin Gebhardt, auch schon beim großen Kilianifest in Würzburg für leckere Fische gesorgt", sagt Alois Böhnlein mit Stolz.

Auch Bianka Kaden gehört zu den Machern. Sie vertritt vor allem den Gesangverein Limbach. "Mit meinen 39 Jahren bin ich in unserer Gruppe die Jüngste und sorge für die Einteilung des Personals. Wir sind ja nur 15 Sänger und da müssen alle ran, bis hin zu unserer ältesten. Das ist Rita Zenglein mit 80 Jahren."

50 Torten und Kuchen

Ihre Arbeit beginnt natürlich schon lange vor dem Fest. "Da wir auch die Kuchentheke haben, organisiere ich das Kuchen backen. Dazu werfe ich die Zettel in die Häuser und nehme die Rückantworten entgegen. So kommen wir auf ca. 50 Kuchen und Torten." Auch für den Einkauf der Zutaten für Pizza, Lachs-, Fisch- und Käsebrötchen sorgt sie.

Probleme mit ihrem Personal hat sie trotz des fortgeschrittenen Alters der Sänger nicht. "Natürlich werden die in den letzten Jahren weniger und älter. Aber, wenn sie gebraucht werden, sind sie schon da." Das ist bei den anderen Vereinen genauso und hier spürt man, dass in dem kleinen Dorf mit 700 Einwohnern die gegenseitige Unterstützung groß geschrieben wird.

Und deswegen war das Flößerfest auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg, zumal auch Petrus von oben seine Hand über den Wallfahrtsort und sein Flößerfest und die vielen zufriedenen Besucher hielt.


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