Beamte der unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Haßberge haben dem Treiben zumindest vorübergehend einen Riegel vorgeschoben und sämtliche Arbeiten einstellen lassen.
Die Balken im Dach des "Alten Schlosses" , das eher einer Scheune gleicht, biegen sich unter der Last des Alters. Daran hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nichts gerändert. Dabei hatte ein vermeintlicher Adelsspross namens Heiko Graf von Roit dem Schloss im Mai vergangenen Jahres eine blendende Zukunft verheißen. Als neuer Schlossbesitzer hatte er versprochen, die Sanierung des in seinem Kern fast 500 Jahre alten Gemäuers voranzutreiben.

Das Geld dazu komme, so hatte der Graf angekündigt, vom Adelsverband, einem Zusammenschluss von Trägern adliger Namen (nach dem Namensrecht und nicht nach der blaublütigen Linie), dem Graf von Roit vorsteht. Dazu sollten vor allem auch erkleckliche Summen von bis zu 5000 Schloss-Anteilseignern kommen.

Tatsächlich hat der Chef der "Graf von Roit Liegenschafts- und Verwaltungs-GmbH" ein Jahr lang versucht, seine fragwürdige Geschäftsidee im Itzgrund zu Gold zu machen. Er handelt mit einem Adelstitel und verkauft Schlossanteile (ein fünftausendstel Schloss für 199 Euro, die Hälfte davon für halb so viel) und versprach, Anteile von den Erlösen in die Sanierung zu investieren.

Eine unbekannte Anzahl von Anteilseignern erwarb neben ihrer Schlossbesitzer-Urkunde einen Schlüssel zum Schloss (und damit Zugang zu so genannten "VIP-Räumen") und das Recht, die Schlossadresse als eigene Briefanschrift zu nutzen.

Roit hat aber so gut wie nichts für die Substanz des Gebäudes unternommen. Lediglich jene vier Wände, die als "VIP-Räume" im Internet angepriesen wurden, hat der in Norddeutschland ansässige Graf aufgefrischt, allerdings "mit unzureichenden Mitteln", wie Theodor Weiss von der unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Haßberge sagt: mit ungeeigneten Farben und vor allem ohne Absprache mit der Denkmalbehörde.