Haßfurt
Kultur

Alles drehte sich um die Liebe

Die Theatergruppe des Haßfurter Gymnasiums setzte das stärkste aller menschlichen Gefühle gekonnt in Szene.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Er liebt mich - er liebt mich nicht": Clemens Reitelbach und Sarah Stengel als Faust und Gretchen.  Foto: Peter Schmieder
"Er liebt mich - er liebt mich nicht": Clemens Reitelbach und Sarah Stengel als Faust und Gretchen. Foto: Peter Schmieder
+9 Bilder
Die Liebe ist ein großes Thema. Sei es in der Literatur, im Theater oder im Film: Fast immer spielt das stärkste aller zwischenmenschlichen Gefühle eine Rolle. In ihrem diesjährigen Theaterstück präsentierte das Schultheater des Haßfurter Regiomontanus-Gymnasium am Montag und Dienstag eine Reihe von Ausschnitten aus bekannten Werken verschiedener Autoren. Dabei drehte sich alles um die Liebe.

"Und darum wird beim Happy End im Film jewöhnlich abjeblendt." Dieses bekannte Zitat aus Kurt Tucholskys Gedicht "Danach" war der Titel der Zusammenstellung auf verschiedenen Szenen. So stand auch eben dieses Gedicht am Anfang der Aufführung. In ihm erzählt Tucholsky, dass Filme oft damit enden, dass ein Paar zusammenkommt. Happy End, alle sind glücklich - zumindest für diesen Moment. "Was tun sie, wenn sie sich nicht küssen?", fragt der Autor. Denn wie jede Beziehung wird auch die der Helden schlechte Zeiten überstehen müssen. Die Frage, ob sie das auch tun wird, bleibt offen.


Von Shakespeare bis Loriot

Weiter zeigte die Zusammenstellung aus den Werken verschiedener Autoren aus verschiedenen Jahrhunderten, wie unterschiedlich diese mit dem Thema Liebe umgingen. Lustig oder ernst, glücklich oder tragisch - von Shakespeare bis Loriot reichte die Spannweite dessen, was die Schüler unter der Regie von Kathrin Hiernickel auf die Bühne brachten. Zu sehen gab es Ausschnitte aus bekannten Dramen, wie beispielsweise das Zusammenkommen von Faust und Gretchen aus Goethes "Faust", die Unterhaltung zweier Schüler über die ersten "männlichen Regungen" aus Wedekinds "Frühlings Erwachen" oder das Ende des Verhältnisses zwischen Prinz Leonce und der Tänzerin Rosetta aus Georg Büchners "Leonce und Lena".

Waren viele der aufgeführten Szenen nur Ausschnitte aus längeren Werken, zeigten die Schüler aber auch kurze, abgeschlossene Szenen. So brachten sie beispielsweise den Loriot-Sketch "Die Garderobe" auf die Bühne, in der ein Ehepaar sich darauf vorbereitet, zusammen auszugehen. Die Frau ist unschlüssig, welches Kleid sie anziehen soll, und fragt ihren Mann um Rat. Dieser findet zwar alle ihre Kleider schön, doch egal, was er sagt: Seine Frau interpretiert in jede Antwort hinein, dass er an ihrer Garderobe etwas auszusetzen hat.


"Das kann man so nicht spielen!"

Wie ein roter Faden zog sich das Paradebeispiel einer Liebesgeschichte durch das Stück: Shakespeares "Romeo und Julia". Immer wieder traten zwei Schüler in den Rollen des berühmtesten Liebespaares der Literaturgeschichte auf, begannen, die legendäre Balkonszene zu spielen, nur um dann von einem wütenden Regisseur unterbrochen zu werden. "Cut, cut, cut!", schrie dieser immer wieder und schimpfte mit den beiden Schauspielern: "Das kann man so nicht spielen!" Egal, ob es die Schauspieler klassisch oder modern versuchten: An jeder Version hatte er etwas auszusetzen. "Julia, hör mit dieser Romantiker-Nummer auf! Wie soll sich sonst in dir die moderne Frau spiegeln?", hielt er den Darstellern beispielsweise vor.

Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren