Burgpreppach
Einweihung

Abwasserprojekt war dem Markt Burgpreppach ein Kreuz

Der Markt Burgpreppach nimmt mit der Kläranlage der "Heimbachschiene" einen Teil seines großen Abwasserprojekts ins Betrieb. Das Projekt hat die Gemeinde bereits 30 Jahre lang beschäftigt und war mit vielen Problemen befrachtet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Pfarrer Peter Bauer (rechts) überreicht an Bauhofleiter und Klärwärter Manfred Schirdewahn ein Kreuz. Foto: Gerhard Schmidt
Pfarrer Peter Bauer (rechts) überreicht an Bauhofleiter und Klärwärter Manfred Schirdewahn ein Kreuz. Foto: Gerhard Schmidt
+3 Bilder
Was lange währt, wird endlich gut. Diesen Satz konnte man bei der Einweihung der neuen Kläranlage der "Heimbachschiene" mehrmals hören und er glich einem Stoßseufzer. Verständlich, denn das Thema Kläranlage steht im Markt seit 1984 im Fokus, wie Bürgermeister Karlheinz Denninger (Gemeinwohl) sagte.

Manfred Keller vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen erklärte, dass die neue Kläranlage für 1100 Einwohnerwerte als Tauchtropfkörperanlage mit Mischwasserbehandlung ausgelegt wurde und die Förderung auf 4,8 Millionen Euro Baukosten ausgelegt wurde. Bei knapp 42 Prozent Förderung bedeute dies Zuschüsse von rund zwei Millionen Euro.

Die lange, mit Hindernissen beladene Strecke hatte vor fast 30 Jahren begonnen, als die Behörden die Marktgemeinde aufforderten, das Abwassersystem in der Kommune zu sanieren oder zu erneuern.
Lang und steinig und voller widriger Umstände war der Weg, bis vor sieben Jahren mit dem Bau begonnen werden konnte. "Die Marktgemeinde Burgpreppach ist damit einen wichtigen Schritt hinsichtlich einer geordneten Abwasserentsorgung gegangen", erklärte der Bürgermeister. Die Abwasserreinigung bleibt weiter auf der Tagesordnung, da gleichzeitig die Abwasseranlagen in Fitzendorf und Leuzendorf noch saniert werden müssen.

Behörden machten Druck

Das Projekt stand von Anfang an unter dem Druck der Aufsichtsbehörden, denn 1984 war die Abwassersituation im gesamten Gemeindegebiet völlig unhaltbar. Die Behörden mahnten die Sanierung erstmals mit Nachdruck an. 1985 lag eine Forderung für den Bau einer zentralen Kläranlage für Gemeinfeld vor, die mit 82 Prozent gefördert werden sollte. Eine Verwirklichung kam jedoch nicht zustande. Ende der 1980er Jahre lag eine fertige Kanalplanung für Hohnhausen vor, deren Verwirklichung 1,4 Millionen Mark (rund 700 000 Euro) kosten und mit 82 Prozent gefördert werden sollte, erklärte der Bürgermeister. Weil sich hier aber nichts rührte, gingen Zuschüsse im Umfang von 30 Prozent verloren.

Zwischenzeitlich hatte man vor, mehrere Hofheimer Stadtteile in Burgpreppach mit anzuschließen. Doch durch eine Änderung des Abwasserkonzepts der Stadt Hofheim fiel auch diese Planung buchstäblich ins Wasser. Zeitweise kam auch die Idee auf, alles an die Kläranlage von Ebern anzuschließen.

Als die Behörden bis 2009 ein letztes Ultimatum setzten, beauftragte der Gemeinderat das Ingenieurbüro Werb aus Schweinfurt mit der Planung und Leitung der Kanalbaumaßnahme. So wollte man wenigstens noch die zugesagte Förderung von 52 Prozent sichern.

Bedingung für die Subvention war, dass der Spatenstich bis Dezember 2007 erfolgen musste, was auch gelang. Dann war der Staat selbst Ursache für eine neuerliche Planänderung. Das Land Bayern machte praktisch über Nacht Kleinkläranlagen auch für größere Orte möglich und gewährte auch dafür Zuschüsse. So war die Trennung des Gesamtprojekts in zwei große Abschnitte geboren. Wegen der Verzweigung der Ortsteile in zwei Flusstäler wurde das Projekt in eine "Baunach-" und eine "Heimbachschiene" aufgeteilt.

Die Umplanungskosten gingen mit 55 000 Euro voll zu Lasten der Gemeindekasse. Da dann auch noch die ausführende Baufirma in Insolvenz ging, musste neu ausgeschrieben werden, was erneut Kosten mit sich brachte und den Bau verzögerte.

Mittlerweile hatten einige Bürger Unterschriften gesammelt und forderten separate Ortsteilkläranlagen, was aber aus Kostengründen nicht zum Tragen kam, erinnerte Bürgermeister Denninger in seiner Rückschau. Die Diskussion um separate Lösungen und das Ausscheiden aus der Solidargemeinschaft drohte die Gemeinde zeitweise zu spalten. Aktuell hat die Gemeinde bei der Bau- und Land-Entwicklungsgesellschaft Bayern (BLE) Verpflichtungen von 1,7 Millionen Euro.

Da noch nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen sind, könne auch jetzt noch keine vollständige Abrechnung erfolgen, sagte Denninger. Die restlich auszuführenden Gewerke in Hohnhausen und Fitzendorf seien bereits vergeben und teilweise abgearbeitet. In Leuzendorf stehen die Sanierungsarbeiten an der Teichkläranlage aus.

"Wichtiger Meilenstein"

Stellvertretender Landrat Bernhard Ruß (SPD) bezeichnete den Bau der Kläranlage als wichtigen Meilenstein und Weichenstellung für die Abwasserbeseitigung für die Zukunft. Die Kläranlage von Burgpreppach sei ein wichtiger Beitrag zu einer verantwortungsvollen Gewässerschutzpolitik, erklärte Ruß.

Die Segnung nahmen Ortspfarrer Pfarrer Peter Bauer und sein katholischer Kollege Stadtpfarrer Gerd Greier aus Hofheim vor. Pfarrer Bauer verwies in seinen Worten auf das Wappenschild vom Markt Burgpreppach, auf dem farblich und namentlich auf Wasser hingewiesen wird. Pfarrer Greier wünschte den Menschen in Burgpreppach, dass ihr menschliches Miteinander "geklärt und normalisiert" wird.

Ingenieur Harald Werb erläuterte die technischen Details und bei einem "Tag der offenen Tür" führte Harald Werb die Besucher durch die neue Anlage.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren