Laden...
Ebern
Kommunalpolitik

Absage an das Kirchturmdenken

Das Weltkulturerbe Bamberg strahlt in die Region. Der Eberner Raum und der Landkreis Haßberge sollten mehr von der kommunalen Zusammenarbeit profitieren, finden die SPD-Kandidaten für das Amt des Landrats, Bernhard Ruß, und des Eberner Bürgermeisters, Jürgen Hennemann. Bambergs OB Andreas Starke stand Rede und Antwort.
Artikel drucken Artikel einbetten
Informierten bei einer Veranstaltung in Ebern, von links Bambergs OB Andreas Starke, Bürgermeisterkandidat Jürgen Hennemann und stehend Landratskandidat Bernhard Ruß. Foto: Jasmin Kuhn
Informierten bei einer Veranstaltung in Ebern, von links Bambergs OB Andreas Starke, Bürgermeisterkandidat Jürgen Hennemann und stehend Landratskandidat Bernhard Ruß. Foto: Jasmin Kuhn
+1 Bild
Bei einer Diskussionsveranstaltung der SPD Ebern zeigte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke Möglichkeiten auf, wie die Region wirtschaftlich und kulturell näher zusammenfinden kann. Auch SPD-Landratskandidat Bernhard Ruß aus Sand brachte seine Ideen dazu ein.

Der östliche und nordöstliche Teil des Landkreises Haßberge ist eng mit dem Oberzentrum Bamberg verknüpft. Der touristische Bereich durch das Weltkulturerbe und die Bedeutung für junge Menschen durch die Universität sind nur einige Beispiele der Relevanz Bambergs für die Region.

"Es ist wichtig Kontakte zu den Nachbarn zu knüpfen," betonte Jürgen Hennemann, der für die SPD Ebern Bürgermeister werden möchte. "SPD-Bürgermeister können das.
Bei anderen funktioniert das anscheinend nicht so gut", meinte Hennemann, und "für die meisten Behörden hört die Arbeit an der Grenze auf, Menschen lassen sich aber nicht eingrenzen". Bei der touristischen Werbung für die Haßberge in Bamberg könne mehr getan werden, meinte er. So gelte es den "Burgenwinkel" weiter zu vernetzen, auch mit Coburg und Heldburg. Voraussetzung dazu sei allerdings ein funktionierendes Verkehrsnetz.

"Wir müssen aufpassen, dass der ländliche Raum nicht zum luftleeren Raum wird" mahnte der Bürgermeister von Sand, Bernhard Ruß. Auch er betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit über die Landkreisgrenzen hinweg. "Im Landkreis Haßberge gibt es kein dominierendes Zentrum. Zentrifugale Kräfte wirken in verschiedene Richtungen, nach Coburg, Bamberg oder Schweinfurt."

"EBN" als Musterbeispiel

Wie wichtig für jeden einzelnen die Region und Zugehörigkeit ist, zeige der erfolgreiche Kampf um die Wiedereinführung des EBN-Kennzeichens. "Es ist nicht weltbewegend, aber ein Teil dessen was die Menschen bewegt. Wir fühlen uns gestärkt, wenn unser Raum wahrgenommen wird". Die Verkehrsanbindung müsse funktionieren, aber auch die "Datenautobahn" sei unerlässlich.

Bambergs Oberbürgermeister Starke kennt sich, wie er sagte, in Ebern aus, da er seine Bundeswehrzeit in der Stadt verbracht hat.

"Die Kommunalpolitik wird oftmals unterschätzt, aber hier erkennt man die Probleme der Menschen hautnah und wird an den Lösungen gemessen", meint Starke. Bei der Kommunalpolitik sei Kirchturmdenken passé und heute stehe die Zusammenarbeit im Fokus". Für eine gute Zusammenarbeit hatte er einige Beispiele und Anknüpfungspunkte parat.

Gerade die Metropolregion Nürnberg sei wichtig im Sinne der Zusammenarbeit: "Man lernt in den Gremien Bürgermeister anderer Städte und Gemeinden kennen und kann gemeinsam Stärken entwickeln", erklärte Starke. Für Bamberg sei die Angliederung in die Metropolregion zunächst kein Vorteil gewesen, aber die Stadt sei sich der Verantwortung gegenüber den kleineren Gemeinden und Städten bewusst, die davon profitieren.
Unter dem Dach des VGN werde ein neuer Nahverkehrsplan entwickelt, bis zur Umsetzung werde es aber noch einige Zeit dauern.Weitere Herausforderungen der Stadt Bamberg seien die Veränderungen durch den der Abzug der US-Armee und die Ansiedlung der Firma Brose mit einem Verwaltungs- und Kompetenzzentrum in Bamberg.

Heftig diskutiert wurde der Zustand der Radwege in der Region. Hier gebe es etliche Gefahrenstellen, beispielsweise an der B279 zwischen Baunach und Breitengüßbach.

Auf den Prüfstand

Die Zuordnung der Schulen zu Verbunden und die damit verbundenen Konsequenzen waren ein lang diskutiertes Thema. "Es müssen sinnvolle Einheiten gebildet werden, ohne dass die Schüler nur noch im Bus sitzen", meinte Bernhard Ruß. "Das Thema sei kompliziert, da die Schule Bundes- und Landesthema sei, gab Hennemann zu bedenken: "Das Anliegen muss aber auf den Prüfstand kommen."

Bedenken wurden auch zum Thema Tierheim in Haßfurt geäußert und die Frage gestellt, ob man sich da nicht an Bamberg oder Schweinfurt anschließen kann. Ebenfalls wurde der Bau einer weiteren Mensa in Ebern kritisch beäugt und die Frage gestellt, ob nicht am Gymnasium noch Kapazitäten frei wären.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren