Koppenwind
Jubiläum

50 Jahre "Maria Geburt"

Die Weihe der Kirche in Koppenwind vor fünf Jahrzehnten stand im Mittelpunkt der Pfarrgemeinde am Wochenende.
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In Konzelebration hielten die drei Geistlichen den Festgottesdienst zum 50. Kirchenjubiläum in Koppenwind (von links): Diakon Erich Müller, Domdekan Günter Putz sowie Pfarrer Kurt Wolf.
In Konzelebration hielten die drei Geistlichen den Festgottesdienst zum 50. Kirchenjubiläum in Koppenwind (von links): Diakon Erich Müller, Domdekan Günter Putz sowie Pfarrer Kurt Wolf.
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Im Rauhenebracher Gemeindeteil Koppenwind drehte sich am Wochenende alles um das 50. Jubiläum der Kirche "Maria Geburt". Das Ereignis wurde zwei Tage lang gewürdigt mit Lichterprozession, Lichtbildervortrag und einem Festgottesdienst.

Alte Bilder zeigten den Bau der Kirche vor 50 Jahren, und zwar von der Grundsteinlegung bis zum Richtfest und zur Einweihung. Ewald Thomann und Erich Baumann berichteten darüber, dass die Kirche mit Material aus dem eigenen Steinbruch - einschließlich der 20 Zentner schweren Altarplatte - erbaut wurde. Die Koppenwinder Männer hatten die Steine selbst gebrochen.

Am Sonntag zelebrierte Domdekan Prälat Günter Putz den Festgottesdienst mit den Geistlichen der Pfarreiengemeinschaft "Heilig Geist Rauhenebrach", Pfarrer Kurt Wolf und Diakon Erich Müller.
Putz freute sich, wieder in seinen früheren Wirkungskreis zu sein, hier war er vor 40 Jahren Kaplan.
"Barmherzigkeit ist die Liebe Gottes!" - unter diesen Leitsatz stellte der Prälat seine Predigt. Das Geheimnis des Gotteshauses sei es, dass jeder, es betrete, "voll der Gnaden ist" und sich unter den Schutz der Gottesmutter Maria stelle. Putz sprach am Beispiel des "Jedermann" die moralische Rechtfertigung des menschlichen Lebens vor Gott und vor sich selbst an. Der "Jedermann"-Darsteller Klaus-Maria Brandauer hatte einst erklärt, er sei überzeugter Katholik. Er habe sich von dem Stück keinen ganzen Satz gemerkt, zitierte Putz den Schauspieler, sondern nur die zwei Worte: "Ich glaube!" Sie eröffneten einen Horizont, der menschliche Existenzvorstellungen überschreite. Das Leben solle man auf Vertrauen aufbauen - es sei die wichtigste Lebensquelle.


Vertrauen ist die Grundlage

Mit dem Vertrauen auf Maria steige man ein in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Leben ohne Glaubensakt sei ein Leben, das zerrinnt und keine Zukunftschancen habe. Der Domkapitular sprach die vielen Ersatz-Religionen und Substitute von Menschen an, um sich eine Scheinwelt zu errichten.
Im Altar der Koppenwinder Kirche eingesenkt ist das Bild von der wundersamen Brotvermehrung: hier, sagte Putz, zeige sich der unstillbare Hunger des Menschen nach Leben und Brot. Den Wunsch nach Leben sieht Putz global und mahnte die Gläubigen im Blick auf die armen und hungernden Menschen in der Welt. Die Kultivierung der Liebe sei das Vermächtnis an die Jünger Jesu. Im "Leib Christi" begegne der Gläubige ganz persönlich Gott, aber auch den Menschen. Putz schloss mit dem Hinweis auf den Ambo mit dem Evangelisten Johannes, Lieblingsjünger Jesu. Johannes verkündigte: "Gott ist die Liebe!"

Beim Stehempfang beglückwünschte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) die Kirchengemeinde. Im Blick auf das Engagement meinte er "wenn Mauern sprechen könnten, so könnte dieses Gotteshaus sicher viel erzählen." Von feierlichen Gottesdiensten und festlichen Konzerten, von Schicksalen, Leid und Glück, Hoffnungen und Ängsten. In der Kirche komme all das zur Sprache, was die Menschen wirklich bewegt. Der Landrat dankte dafür, dass die Helfer und Tätigen die Kirchengemeinde in Koppenwind zu einer lebendigen Gemeinde machen. Das verdiene Respekt.

Bürgermeister Matthias Bäuerlein kam auf die Redewendung zu sprechen: "Jetzt lass doch mal die Kirche im Dorf". Das sei für ihn ein Ausdruck von Beständigkeit und Bodenhaftung und die Aufforderung dazu, nicht jedem Zeitgeist hinterherzulaufen.
Am Ende wurden für ihre kirchlichen Dienste geehrt: Georg Kregler, Lydia Hessenauer, Dagmar Hader, Norbert Ebert, Claudia Ebert, Wilhelm Roppelt, Fritz Herbst, Max Gerstenkorn, Winfried Lindner, Roswitha Lindner, Ella Traußneck, Elisabeth Hetzel, Maria Friedrich, Helene Kleibel, Maria Panzer, Alfons Hetzel und Klaus Markfelder.
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