Ebelsbach
Maria Himmelfahrt

350 Gläubige am Schönbacher Hünenhügel

Bei Schönbach erlebten Besucher aus der ganzen Region eine eindrucksvolle Kräuterweihe.
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Die Kräuterpyramide war vor der Marienstatue aufgebaut; Pfarrer Thadeusz Kaczmarek segnete die 300 Würzbüschel.  Foto: Günther Geiling
Die Kräuterpyramide war vor der Marienstatue aufgebaut; Pfarrer Thadeusz Kaczmarek segnete die 300 Würzbüschel. Foto: Günther Geiling
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Einmal im Jahr wird der Hünenhügel, die mit 362 Metern höchste Erhebung zwischen Gleisenau und Schönbach von Besuchern regelrecht überzogen. Das ist an "Mariä Himmelfahrt" bei der Bergmessemit Weihe der Würzbüschel.

Für Hunderte von Besuchern aus der Umgebung ist dieser Hügel mit der Marienstatue an dem Festtag das Ziel, aber auch sonst sieht man Wanderer auf dem Weg zu einem der schönsten Aussichtspunkt im Landkreis Haßberge. Der Blick war gestern zwar etwas diesig, aber trotzdem offen auf die "Heiligen Länder" mit Neubrunn und Breitbrunn sowie die südlichen Ausläufer der Haßberge.


Anfertigung und Entwurf von Bildhauer Michael Scholl

Zum 75-jährigen Bestehen hatte der Obst- und Gartenbauverein Schönbach die Marienstatue vom Limbacher Bildhauer Michael Scholl anfertigen und hier errichten lassen - eine ganz besondere "Mutter Natur".

Der damalige Pfarrer von Ebelsbach hielt hier gerne die Kräuterweihe, und seit 2001 ist dies nun der Fall. Die "Bergmesse" erfreut sich großer Beliebtheit, selbst aus Bamberg oder sogar aus der Rhön kommen die Besucher.

Die vielen Besucher sahen schon von Weitem neben der Madonna die große Pyramide mit den Kräuterbüscheln.


Frauen mussen schon schauen

Die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Schönbach Ingrid Markert erzählte den Gästen: "Auf Grund der großen Trockenheit und Hitze war es in diesem Jahr für die Frauen gar nicht so einfach, die Gräser und Kräuter zu finden, die man für richtige Kräuterbüschel braucht. Aber am Ende waren wir alle glücklich, dass wir doch fast 300 bunte Sträuße zusammen hatten." Das freute Ingrid Markert, die wusste, dass andernorts die Gläubigen diesmal Kräuterbüschel selbst von zu Hause mitbrachten - was ja auch üblich ist.


Die Festpredigt

Pfarrer Thadeusz Kaczmarek segnete die Büschel und Gemeindemitglieder stellten in ihren Fürbitten die verschiedenen Kräuter in ihrer Wirkung vor. Sie zeigten Pfefferminze, Schafgarbe, Kamille, Bleifuß und Johanniskraut. Über ihnen allen thronte die Königskerze.
In seiner Festpredigt meinte Pfarrer Kaczmarek, "die Schönheit der Natur, der Blumen und Kräuter, zeigen uns, wie schön die Schöpfung ist. Maria hat auf Erden auf das Wort Gottes vertraut und lädt uns ein, den königlichen Weg des Dienens zu gehen." Dabei seien die Christen Pilger, die unterwegs zu einem Ziel seien. Wichtig sei, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. "Der Himmel als Wohnort Gottes, von Maria und den Heiligen ist etwas, was wir uns nicht vorstellen können. Das Himmelreich, wie es uns Jesus verkündet hat, ist aber nicht fern von uns." Maria sei verbinde Erde und Himmel. Wer sich dem Glauben zuwende, dürfe die Nähe des Himmelreiches erfahren.
Die Würzbüschel fanden nach der Weihe fanden sehr schnell ihre Abnehmer gegen eine Spende; nicht jeder der 350 Besucher erhielt einen. Einer allerdings war "reserviert" für Pfarrer Otmar Pottler. Inzwischen Wallfahrtspfarrer in Limbach war von ihm die Initiative zur Gründung der "Bergmesse" ausgegangen, und zur Erinnerung binden die Schönbacher alljährlich einen Würzbüschel an einen Stab und bringen ihn zu Pfarrer Pottler, der sich darüber immer sehr freut.
Auf dem Hünenhügel herrschte anschließend Festbetrieb und die Helfer des Obst- und Gartenbauvereins bewirteten ihre Gäste, die die herrlichen Natur und den Blick in die Landschaft genossen. Die "Harmonie" Ebelsbach und die "Lustigen Dorfmusikanten" aus Krum unter Leitung von Roland Schneiderbanger spielten auf.


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