Zeil am Main
Prozess

31-Jähriger schlägt mit einem Vierkantholz zu

Das Amtsgericht in Haßfurt stellte ein Strafverfahren gegen einen 31-Jährigen ein, der aus Sorge um seinen kleinen Bruder in Zeil rabiat geworden war.
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Die Sorge um seinen kleinen Bruder hat in einem 31-Jährigen aus dem Landkreis Haßfurt am 5. Januar dieses Jahres den Beschützerinstinkt geweckt. Als er nach einem Stammtischbesuch acht bis neun Bier intus hatte, befiel ihn gegen 21 Uhr die Sorge um seinen kleinen Bruder. Der stand in Gefahr, auf die schiefe Bahn zu geraten. Seine Ausbildung und den Führerschein hatte er abgebrochen, um sich abends herumzutreiben. "Aus dem wird nie was", musste sich der 31-Jährige von Bekannten anhören.

Daher beschloss der 31-Jährige, noch einen Abstecher zum Schulgelände in Zeil zu machen, wo er seinen kleinen Bruder vermutete. Auf dem Weg dorthin bewaffnete er sich mit einem Stück Vierkantholz, das er auf der Straße fand. Am Schulgelände angekommen, ließ er die Jugendlichen und Heranwachsenden, die sich dort in der Nähe der Bushaltestelle aufhielten, lautstark wissen, dass sie sich von seinem Bruder fernhalten sollten.

Zwei 21-Jährige ahnten Übles und wollten wegfahren. Doch sie schafften es nur ins Auto. In seiner Nervosität fand der Fahrer zunächst seinen Schlüssel nicht. Durch die offene Fensterscheibe der Fahrertür stieß der 31-Jährige mehrmals mit seinem Vierkantholz durch und traf dabei den Fahrer im Gesicht, der eine Platzwunde an der Lippe erlitt stark blutete. Das Opfer und sein Beifahrer ergriffen die Flucht und fuhren ins Krankenhaus, um anschließend Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Am Mittwoch musste sich der rabiate 31-Jährige am Amtsgericht Haßfurt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Auf der Anklagebank sagte er, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, jemanden zu verletzen, und entschuldigte sich für sein Fehlverhalten. Er habe lediglich seiner Forderung, seinen Bruder in Ruhe zu lassen, Nachdruck verleihen wollen. Mit dem Stück Holz habe er sich "bewaffnet", weil er nicht gewusst habe, was auf ihn zukommt.

Der 31-Jährige ist vorbelastet. Im Jahr 2015 wurde der Angeklagte wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt. Daher tat sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft schwer, einer Einstellung des Verfahrens zuzustimmen, die Verteidiger André Kamphausen vorgeschlagen hatte. Sie tat es nach telefonischer Rücksprache dann doch, allerdings mit saftigen Auflagen: 1200 Euro muss der Angeklagte an die Caritas berappen und 400 Euro an den Geschädigten als Schmerzensgeld. Außerdem muss er einen Termin bei der Suchtberatung wahrnehmen.

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