Zeil am Main

300 Besucher beim Liederabend im Rudolf-Winkler-Haus in Zeil

Ein herrliches musikalisches Fünf-Gänge-Menü servierten alle Chöre der Stadt Zeil beim Liederabend im Rudolf-Winkler-Haus, veranstaltet von der Stadt und der Volkshochschule Zeil. Die 300 Besucher waren von dem ersten gemeinsamen Konzert begeistert.
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Zoë Dölker (14 Jahre), Isabell Stühler (16 Jahre) und Annika Seufert (17 Jahre) gehören zum musikalischen Nachwuchs in Zeil. Sie singen mit Begeisterung im Jugendchor "KabalaRed" unter der Leitung von Anja Jäger. Fotos: Ulrike Langer
Zoë Dölker (14 Jahre), Isabell Stühler (16 Jahre) und Annika Seufert (17 Jahre) gehören zum musikalischen Nachwuchs in Zeil. Sie singen mit Begeisterung im Jugendchor "KabalaRed" unter der Leitung von Anja Jäger. Fotos: Ulrike Langer
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Moderiert wurde der Liederabend informativ und humorvoll von Christa Schlegelmilch und Clemens Mantel.
"Ich liebe Musik und ich finde es spannend, alle fünf Chöre einmal an einem einzigen Abend zu erleben", sagte Gabriele Czoske tief beeindruckt. "Es war für jeden etwas dabei, für Jung und Alt, vom Gospellied über Opernlieder, Schlager und moderne Songs bis hin zu afrikanischen Gesängen. Die Vorträge waren schmissig, voller Leichtigkeit und temperamentvoll und gingen ans Herz", lobte sie.

Auch Klaus Oppelt fand die Möglichkeit, die unterschiedlichen Sangesgemeinschaften in einem Konzert zu hören, toll. Er hat in seiner Jugend Klarinette bei den Egerländer Musikanten in Ebelsbach gespielt und mag auch Chorgesang. "Es ist interessant, welche Lieder heute Abend gesungen und wie sie interpretiert wurden. Das hat mir sehr gut gefallen!", sagte er.

Singen macht einfach fröhlich

Doch nicht nur die Zuhörer hatten ihre Freude an den Darbietungen; auch die Sänger finden in den Chören Erfüllung. "Beim Singen im Chor wird man fröhlich", sagte die 14-jährige Zoë Dölker, die seit einem halben Jahr im Jugendchor "KapalaRed" singt.

"Mir macht es Spaß, im Jugendchor zu singen, weil meine Freundinnen dabei sind und wir uns alle gut verstehen. Zum anderen gefallen mir die Lieder, die wir singen, und zum Dritten klingt unser Chorgesang einfach schön", fügte die 16 Jahre alte Isabell Stühler stolz hinzu.

Annika Seufert kam zum Jugendchor, weil sie bei der Chorleiterin Anja Jäger Klavierunterricht nimmt und von ihr aufgefordert wurde, doch mitzusingen. "Ich bin gekommen und geblieben", erzählte die 17-Jährige, "denn die Gruppe ist lustig, und wir singen sehr schöne, moderne und abwechslungsreiche Lieder."

Ein breitgefächertes Repertoire

Dass die fünf Chöre ganz verschiedenartige Lieder im Repertoire haben, davon konnten sich die Zuhörer selbst überzeugen. Die "Vorspeise" des Menüs servierten die "Free Gospel Singers" (Dirigent Detlef Winkelmann) mit schwungvollen Gospels zum Mitklatschen und Mitsingen. Der älteste Verein, der Männergesangverein "Sängerkranz" 1864, brachte zum ersten Hauptgang (Dirigat Anja Jäger) den Gefangenenchor von Giuseppe Verdi, aber auch Schlager und ein Lied aus Südafrika zu Gehör.

Der Kirchenchor St. Michael (Leiterin Doris Wasser) erfreute zum dritten Gang mit einem Spiritual, einem Gute-Nacht-Lied und einem volksliedhaften Hymnus an die Heimat.

Mit modernen, deutsch- und englischsprachigen Liedern bezauberte beim Hauptgang der Jugendchor "KapalaRed", bei dem Chorleiterin Anja Jäger selbst mitsang, bevor der "Liederkranz" unter dem Vollblutmusiker Sebastian Franz zum Dessert schwungvolle, berührende Melodien servierte.

Alle fünf Chöre beeindruckten ausnahmslos durch einen harmonischen Gesamtklang, große Emotionalität und Expressivität, eine deutliche Aussprache und bestens aufeinander abgestimmte Register. Die Chorleiter hatten Liedgut ausgewählt, das die Stärken der Sänger unterstrich, und bewiesen, dass ihnen Stimmbildung sehr wichtig ist. Ein großes Lob gebührt Christine Raab, die am Flügel gekonnt begleitete.

So verging der Abend viel zu schnell. Christa Schlegelmilch als "Hausdame" und Clemens Mantel als "Butler" hatten zudem die Chöre in Bild und Wort kurz vorgestellt. Als sich dann alle Sänger zu einem großen Chor formierten und unter Anja Jäger ein traditionelles Lied aus Liberia anstimmten, wollte der Beifall nicht enden.

"Mir hat dieses Menü unwahrscheinlich gut geschmeckt", erklärte am Ende Bürgermeister Thomas Stadelmann. "Ich habe noch nie erlebt, dass eine Kommune mit fünf Chören so einen Abend auf die Beine gestellt hat." Er betonte: "So etwas sollten wir wiederholen!" Er sei stolz darauf, in Zeil eine solche Vielfalt an gesanglichen Formationen zu wissen, die das gesellschaftliche Leben bereicherten.
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