Für die Schreinerzunft hat sich manches verändert. Vieles, was früher tatsächlich den Namen Hand-Werk verdiente, haben längst Maschinen übernommen. Aus dem von der Muskelkraft bestimmten Gewerbe vergangener Jahrhunderte hat sich ein moderner Berufsstand entwickelt. Gefordert ist der Unternehmer im handwerklichen und kaufmännischen Bereich gleichermaßen. Die Handwerks- und Ausbildungsordnung zollt diesem Wandel Tribut.
Doch das solide Handwerk hat sich seinen sprichwörtlich "goldenen Boden" bewahrt, und geblieben ist der Grundsatz, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Davon können die 22 jungen Schreinergesellen ein Lied singen, für die zu Beginn der Woche an der Meisterschule in Ebern die dreisemestrige Weiterbildung zum Schreinermeister begann. Sie bilden den 57. Kursjahrgang an der Eberner Schule.
Der überwiegende Teil der jungen Leute, unter denen sich eine Frau befindet, kommt laut Mitteilung der Schule aus Ober- und Unterfranken. Doch auch die anderen bayerischen Regierungsbezirke sowie andere Bundesländer seien vertreten.
Die "Neuen" an der Schule in der Gleusdorfer Straße fliegen gleich am Anfang wieder aus ihrer Bildungseinrichtung aus. Eine "Kennenlernfahrt" führt die Gruppe um Kursleiterin Ellen Lix nach Königsberg und in die Kreisstadt. Dort geht es gleich in die Praxis. Fränkisches Fachwerk gibt es in der Regiomontanus-Stadt zuhauf zu sehen, was die Holz-Spezialisten natürlich besonders interessieren dürfte.
Neben einer Besichtigung der historischen Altstadt sind Besuche bei der Firma Benkert in Altershausen mit ihrem modernen Betriebsgebäude und Baumgärtner/Haßfurt geplant.

Konzept der Meisterschule Ebern

Die Ausbildung in der vor 28 Jahren gegründeten Schule konzentriert sich auf die Meisterfortbildung für Schreiner und Tischler. Die Fachschulausbildung wird vom Fachverband Schreinerhandwerk empfohlen.

Schulträger ist der Zweckverband Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk mit Sitz in Würzburg. Mitglieder des Zweckverbandes sind der Bezirk Unterfranken, der Landkreis Haßberge, die Stadt Ebern sowie der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern. Vorsitzender ist der Bezirkstagspräsident.

Für die 18-monatige Vollzeit-Fortbildung wird kein Schulgeld erhoben. Die Qualität der Ausbildung wird weithin gerühmt. Die Schüler kommen aus der gesamten Republik.

Die Meisterschule Ebern gehört zu den kleinen Fachschulen in Bayern. Sie ist auf maximal 60 Schüler angelegt, 20 pro Jahrgang. Diesmal sind es zwei Schüler mehr, was den Andrang unterstreicht.