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Schwerer Unfall bei Ebern: 16-Jähriger Rollerfahrer wird erheblich verletzt

Ein schwerer Verkehrsunfall passierte am Freitagmorgen im Raum Ebern. Ein 16-jähriger Rollerfahrer wurde dabei schwer verletzt.
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Der Roller prallte in die Leitplanke, der verletzte Fahrer wurde mit dem Hubschrauber in eine Klinik geflogen.  Michael Will/Rotes Kreuz
Der Roller prallte in die Leitplanke, der verletzte Fahrer wurde mit dem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Michael Will/Rotes Kreuz

Erhebliche Verletzungen hat ein Rollerfahrer am Freitagmorgen bei einem Verkehrsunfall auf der Straße zwischen Weißenbrunn und Gemünd (Stadtteile von Ebern) erlitten. Er war nach Angaben der Polizei alleinbeteiligt gestürzt. Nach ersten Ermittlungen der Eberner Polizei dürfte zu hohe Geschwindigkeit bei regennasser Fahrbahn die Unfallursache sein.

Der 16-Jährige aus dem Raum Königsberg war gegen 7.40 Uhr mit seinem Roller in Richtung Gemünd unterwegs. Rund 200 Meter vor der Einmündung in die Staatsstraße nach Ebern verlor er an einer Gefällstrecke im Verlauf einer scharfen Linkskurve die Kontrolle über sein Gefährt und kam zu Fall. Der Motorroller schlitterte die Straße entlang und prallte mit Wucht gegen einen Stützpfeiler der Leitplanke, der dabei verbogen wurde.

Der junge Mann blieb verletzt auf der Straße liegen. Ein Ersthelfer kümmerte sich laut Polizeiangaben um den Jugendlichen. Wenige Minuten nach dem Notruf waren ein Rettungswagen der nur fünf Kilometer entfernten Rettungswagen Ebern sowie ein Notarzt aus Ebern an der Einsatzstelle, schilderte das Rote Kreuz. Das Rettungsteam übernahm die medizinische Erstversorgung des Verletzten. Aufgrund des Unfallmechanismus wurde ein Rettungshubschrauber zum schnellen und schonenden Transport in eine Klinik mit höchster Versorgungsstufe veranlasst, da Verletzungen an der Wirbelsäule zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte.

Wenig später landete der Rettungshubschrauber "Christoph 18" des ADAC aus Ochsenfurt direkt an der Unfallstelle. Nach der Übergabe des Verletzten durch den Eberner Notarzt an das Luftrettungsteam wurde der 16-Jährige ins Leopoldina-Krankenhaus nach Schweinfurt geflogen.

Am Roller des jungen Mannes entstand Totalschaden in Höhe von 2600 Euro; die Maschine musste abgeschleppt werden. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten blieb die Straße rund eineinhalb Stunden gesperrt. Neben Rettungswagen und Notarzt war auch eine Streife der Polizeiinspektion Ebern vor Ort, die die Ermittlungen zum Unfallhergang übernahm.

Bei Verkehrsunfällen, bei denen Patienten bestimmte Verletzungen erleiden, zunächst nicht eindeutig erkennbare (innere) Verletzungen vorliegen könnten und alleine der Unfallmechanismus auf ein so genanntes Hochrasanz-Trauma schließen lässt, werden bereits in der präklinischen Versorgung von Verletzten durch den Rettungsdienst entscheidende Weichen dafür gestellt, dass diese Patienten in ein geeignetes Krankenhaus transportiert werden und dort alle notwendige weitere Diagnostik und Behandlung erfolgt, beschreibt Michael Will, Pressesprecher des Rot-Kreuz-Kreisverbandes Haßberge, den Ablauf an Unfallstellen. Unter einem Hochrasanz-Trauma verstehe man im Fachjargon Verletzungen (Traumata) aufgrund der Einwirkung hoher Werte kinetischer Energie auf den menschlichen Körper.

"Für die Versorgung von - potenziell - Schwerverletzten gibt es in Deutschland die so genannte S3-Leitline", so Will weiter. "Die professionelle Behandlung von schwer verletzten Patienten beginnt unter den Bedingungen des strukturierten Rettungsdienstes bereits an der Unfallstelle. Hier können bereits die Weichen für den weiteren Verlauf gestellt werden."

Die S3-Leitlinie sei ein von Fachleuten entwickeltes Instrument mit dem Ziel, die Versorgung von lebensgefährlich Verletzten und Schwerverletzten zu verbessern. Die Empfehlungen sollen zur Optimierung der Struktur- und Prozessqualität in den Kliniken sowie in der präklinischen Versorgung beitragen. Durch deren Umsetzung sollen die Überlebenschancen von Schwerstverletzten steigen und deren künftige Lebensqualität verbessert werden. "Die Leitlinie soll Hilfe zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen geben, die auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und auf in der Praxis bewährten Verfahren beruht." Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das laut Will, dass Patienten, bei denen potenziell schwere Verletzungen alleine aufgrund des Unfallmechanismus und der damit verbundenen, auf den Körper einwirkenden Kräfte an der Unfallstelle nicht ausgeschlossen werden können, vom Rettungsdienst so behandelt werden, als wären sie schwer verletzt. Für einen schnellen und schonenden Transport in eine Schwerpunktklinik kämen deshalb nicht selten Rettungshubschrauber zum Einsatz.



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