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Umwelt

1000 Bäume fürs Klima pflanzen: Landkreis Haßberge setzt ein Zeichen für den Klimaschutz

Nach "Fridays for Future" startet 2020 die Aktion "Trees for Future" im Landkreis Haßberge. Die "Zukunftsbäume" sollen das Kleinklima verbessern und einen Anstoß für weitere Pflanzungen geben.
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1000 Bäume sollen im Landkreis Haßberge jeweils 2020 und 2021 gepflanzt werden, um das Kleinklima zu verbessern.  David Ebener/dpa
1000 Bäume sollen im Landkreis Haßberge jeweils 2020 und 2021 gepflanzt werden, um das Kleinklima zu verbessern. David Ebener/dpa
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Mit "Zukunftsbäumen" die Zukunft retten: Der Landkreis Haßberge hat sich für das kommende Jahr etwas Großes vorgenommen. 2020 und 2021 sollen jeweils 1000 Bäume gepflanzt - und somit ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt werden, wie Guntram Ulsamer, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, berichtet. Bäume zu pflanzen ist laut Klimaforschern eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Bäume nehmen Kohlendioxid-Emissionen langfristig auf und können so die Erderwärmung begrenzen. Das Kleinklima soll, so Ulsamer, durch die Pflanzungen verbessert werden. Denn die Bäume nehmen nicht nur auf, sondern spenden Schatten und geben Feuchtigkeit ab.

Bäume als Klimaretter

Baum ist nicht gleich Baum, wie der Kreisfachberater erklärt: Für die Umsetzung eignen sich "Zukunftsbäume" (Klimabäume). Diese sind, laut dem Bund deutscher Baumschulen, besonders an die Herausforderungen der Zukunft angepasst, zeichnen sich durch eine hohe Trockenstresstoleranz und Hitzeresistenz aus, aber auch durch Frosthärte und einer geringen Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.

Zukunftsfähige Baumarten sind der Feldahorn, die Feldulme, die Esskastanie, die Traubeneiche, der Lederhülsenbaum und der Ginkgo. Der Gartenbauverband sieht eine Mischung der Sorten vor.

Eine Baumschule bietet 1000 Bäume in fünf Sorten an. Insgesamt betragen die Kosten 8500 Euro. Wie Ulsamer erklärt, handelt es sich dabei aber um kleine Bäume, die sich erst entwickeln.

Engagement der jungen Bürger

Gestartet wird "im Herbst, da es die bessere Pflanzzeit ist und die Pflanzen entspannt in den Winter und das kommende Frühjahr kommen", so Ulsamer. "Es sollen keine Einzelstücke gepflanzt werden, sondern es sind 100 Stück pro Projekt geplant." Wer die Ärmel hochkrempelt und mit anpackt, steht bereits fest: Die Schulen des Landkreises. Den Anfang sollen die Gymnasien der größten Kommunen, Ebern und Haßfurt, machen.

"Wir haben speziell die Generation der 15- bis 16-Jährigen im Blick", sagt der Kreisfachberater. Gerade in Bezug auf die "Fridays for Future"-Bewegung sei deutlich geworden, dass die Jüngeren ein sehr hohes Engagement für die Umwelt zeigen. Die Schulen sollen auch langfristig gesehen mit dem Landkreis kooperieren, indem Schüler und Lehrer die Bäume pflegen und bewässern.

Der Zweckverband Schulzentrum Haßfurt werde Flächen am Sportgelände sowie auf einer Freifläche im Osten der Schule zur Verfügung stellen. Auch die Stadt Haßfurt stelle eine Ersatzfläche an der Bodendeponie an der Sailershäuser Straße zur Verfügung. In Ebern sei es vorstellbar, dass eine Pflanzung auf dem früheren Kasernengelände stattfindet. "Wir sind noch offen, was sich ergibt", sagt er.

Co-Partner könnten Gemeindebauhof und Kreis-Grünpflegebetrieb werden. Auch sollen die Obst- und Gartenbauvereine bei Baumpflanzungen gefördert werden.

2021 sollen sich die Aktionen von Haßfurt und Ebern aus über weitere Schulen im Kreis verbreiten. Dafür müssen gemeinsam mit den Gemeinden geeignete Flächen bestimmt werden - nicht gerade einfach: "Alle Flächen in unserem Land gehören Privatpersonen oder Institutionen. Alles ist in Nutzung", erklärt Ulsamer.

"Die Außenanlagen der Schulen, auf die wir uns in erster Linie konzentrieren, sind auch begrenzt. Oft machen auch weitläufige Rasenflächen Sinn zum Spielen und Erholen." Es sei beabsichtigt, bei den Bürgermeistern für die Vorhaben der Gartenbauvereine zu werben, um sie zu einer Zusammenarbeit zu gewinnen. "Es ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, 1000 Bäume pro Jahr zu pflanzen", gesteht Guntram Ulsamer ein. Doch er sieht zuversichtlich nach vorne: "Wir sind guten Mutes."

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