Gehülz

Kronacher Landwirte lernen mehr über das Wetter

Der Verband landwirtschaftlicher Fachbildung im Landkreis Kronach (VlF) beschäftigte sich mit Wettervorhersagen. Denn kein Berufsstand ist wohl so vom Wetter abhängig wie sie, sagte Vorsitzender Reiner Wittmann in seiner Begrüßung.
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Gerade die nicht der Jahreszeit entsprechenden derzeitigen Temperaturen im November und Dezember machen die Bauern neugierig, denn kein Berufsstand ist wohl so vom Wetter abhängig wie sie, sagte Vorsitzender Reiner Wittmann in seiner Begrüßung. Im Gegensatz zur viel diskutierten Klimaänderung, die langfristige Anpassungen erfordert, steht für den Praktiker bei der Planung der Feldarbeiten vor allem die Witterung der letzten Tage und die der folgenden Tage im Vordergrund, sagte Wittmann zur Einführung. Und er fügte hinzu, was wir essen ist - zum großen Teil - ursprünglich auf Böden gewachsen. Wir müssen unsere Böden daher pfleglich behandeln, damit auch in Zukunft Kulturpflanzen für die Ernährung von Mensch und Tier in guter Qualität und ausreichender Menge erzeugt werden können.
Um dieses Ziel zu erreichen ist das Wetter für uns Landwirte ein wichtiger Faktor.

Um Wetterkapriolen auf den Grund zu gehen hatten sich die Landwirte die Diplom Meteorologin Lisa BrunnbBrunnbauer stellte ihren Vortrag unter den Titel „Das Wetter und seine Vorhersage.“ Sie erklärte eingangs, Wauer vom Deutschen Wetterdienst Freising als Referentin ins Gasthaus Messelberger nach Gehülz eingeladen. etter und Klima sind zwei unterschiedliche Dinge. Das Wetter ist der Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Täglich erleben wir Wetter. Das Klima ist hingegen der Zustand der Atmosphäre über einen 30-jährigen Zeitraum. Eine ständige Datengewinnung steht an erster Stelle der Wettervorhersage. Damit arbeiten Wettermodelle und Meteorologen. Die Datenerhebung erfolgt weltweit über Messstationen und Satelliten etc.. Die Wettermodelle sind wie ein Gitternetz um die Erde gespannt und berechnen nur an den Gitterpunkten. Dazwischen müssen Näherungen gemacht werden. Sonst entwischen kleinräumige Phänomene wie Gewitter. Aus dem Fernsehen ist ein 15-Tage-Trend bekannt. Was steckt dahinter? Meteorologen nützen alle zur Verfügung stehenden Daten für ihre Vorhersage. Schon geringfüge Abweichungen in den Messdaten/Anfangswerten der Berechnungen können große Unterschiede in den Ergebnissen bringen. Obwohl die Synoptik (Wettervorhersage), das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zusammenschau, die Großwetterlagen gut vorher sagen kann, können sich dennoch die Prognosen für einen bestimmten Punkt stark unterscheiden. Die Vorhersage nach Postleitzahlenwetter nannte die Referentin als Augenwischerei. Aber wie kommt nun die Wettervorhersage im Fernsehen und Rundfunk zustande? Die Wettervorhersage basiert auf einer eigenen Sprache die man verstehen muss. Deshalb warnt sie vor Wettersymbolen. Einzelne Wettermodelle können, bezüglich Niederschlag, bei ein und derselben Wetterlage total unterschiedliche Ergebnisse für eine Region liefern. Deshalb lautet das Fazit der Meteorologin: „Für die Prognose empfiehlt es sich für den aktuellen Tag selbst aktiv zu werden und neben dem Wetterbericht auch einen Blick auf Radar und Satellit zu werfen. Und wichtig sind auch die Wetterstationen vor Ort und deren Aufzeichnungen. Wichtige Parameter sind hierbei, Temperatur, Luftdichte, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und mehr. Auf einer Messnetzkarte für Deutschland kann man aktuelle Wetterdaten und Prognosen für die kommenden 4 Tage ablesen. Für jeden beliebigen Punkt auf der Karte kann man die aktuellen Messwerte wie Temperatur, Windrichtung, Windstärke und Wetterzustand erkennen. Aus dem Auditorium ergaben sich Fragen wie, was bedeutet Morgen- oder Abendrot? Im Volksmund heißt es Morgenrot Schlechtwetterbot, Abendrot Gut-Wetter-Bot? Aus diesen Naturerscheinungen könne man nur bedingt solche Schlüsse ziehen. allerdings lassen sich Gewitter sehr gut an aufziehenden Wolken erkennen. An ihnen kann man gut erkennen wenn Gewitter nahen. Immer mehr dunkle Wolken schieben sich übereinander. Der Kreisvorsitzende Reiner Wittmann schloss mit den Worten, jeder würde gerne selbst sein eigenes Wetter bestimmen. Gott sei Dank geht das nicht und bisher hilft sich die Natur auch immer wieder recht erfolgreich selbst, meinte er schmunzelnd.

Karl-Heinz Hofmann

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