Rothenkirchen

Forstliche Ausbildungsreise

Ein gesunder Wald braucht Verjüngung. Junge Förster besuchen den Frankenwald, um die Grundzüge des Waldumbaus von Fichtenbeständen in klimastabile Mischwälder kennen zu lernen.
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Spezielle Eindrücke aus dem „Waldgebiet des Jahres“: Junge Forstleute lernten im Rahmen einer Ausbildungsreise die forstlichen Herausforderungen des Frankenwaldes kennen. Foto: Peter Hagemann
Ein gesunder Wald braucht Verjüngung. Das Gleiche gilt für die Menschen, die für ihn arbeiten. Junge Förster besuchen im Rahmen ihrer Ausbildung regelmäßig den Frankenwald, um hier die Grundzüge des Waldumbaus von Fichtenbeständen in klimastabile Mischwälder kennen zu lernen. Jetzt waren es die Bayerischen Forstanwärterinnen und Forstanwärter, deren Ausbildungsreise in das „Waldgebiet des Jahres“ ging. Dabei wurden der Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach besucht.

Nach ihrem Bachelor-Studium bereiten sich die jungen Forstleute auf ihre Anstellungsprüfung für den Forstdienst vor. Bei ihre Fahrt in den Frankenwald standen die speziellen Herausforderungen des Klimawandels an den Wald von morgen im Mittelpunkt. Im Staatswald der Forstreviere Wilhelmsthal und Ködel wurde die Einbringung der künftigen Mischbaumarten Tanne, Buche, Douglasie, Lärche und Bergahorn an praktischen Beispielen vorgestellt. Die hier praktizierte Nachzucht der Frankenwald-Tanne aus Saaten unter dem Schirm der Fichtenbestände fand dabei ebenso besondere Beachtung wie die Pflanzmethoden, die speziell auf die steinigen, flachgründigen Böden im Frankenwald angepasst sind. Vorgestellt wurden auch die Holzerntetechniken, die sich an den extrem steilen Hängen im Frankenwald bewährt haben.

Gerade jetzt in den heißen Sommermonaten sei es wichtig, vom Borkenkäfer befallene Fichten aus jeder Lage so schnell wie möglich aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen, so Stefan Wittenberg, Servicestellenleiter des Forstbetriebs Rothenkirchen. „Dabei sind wir auf die professionelle Arbeit unserer Forstwirte und Forstunternehmer angewiesen“. Holzrücker Thomas Stark aus Tschirn zeigte zu diesem Thema den Einsatz seines Forstspezialschleppers bei der Ernte einer Fichte, die zuvor von einer Waldarbeiter-„Rotte“ am Steilhang gefällt worden war. Forstbetriebsleiter Peter Hagemann freute sich über das große Interesse der jungen Kollegen an den typischen Frankenwald-Verhältnissen. „Forstleute und Waldbesitzer haben hier unmittelbar mit Folgen des Klimawandels zu tun, die woanders vielleicht so noch nicht spürbar sind. Deshalb möchten wir unsere Erfahrungen damit auch gerne weitergeben.“ Das gelte für die Ausbildung in allen Forstberufen. Darum sei er auch besonders froh, dass die Bayerischen Staatsforsten ab diesem Jahr wieder regelmäßig junge Forstwirte im Frankenwald ausbilden. „Ab September treten vier junge Männer aus der Region ihre dreijährige Lehre im Forstbetrieb Rothenkirchen an. Und das werden nicht die Letzten sein.“
 
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