Steinberg

Vortrag „Verwirrtheit“ von Hans Gareis beim VdK Steinberg

Im Umgang mit älteren Menschen sollte man sich nicht vorschnell auf oberflächliche Meinungen berufen, sondern sich einfühlsam mit den konkreten Umständen beschäftigen. Dies war eine wichtige Erkenntnis aus dem Vortrag.
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Der Altenpflegelehrer a. D. Hans Gareis zeigte die Formen und Ursachen von Verwirrtheit auf, die vornehmlich ältere Menschen belaste, aber die jeden treffen kann. Foto: Wolfgang Förtsch
Im Umgang mit älteren Menschen sollte man sich nicht vorschnell auf oberflächliche Meinungen berufen, sondern sich einfühlsam mit den konkreten Umständen beschäftigen. Dies war eine wichtige Erkenntnis aus dem Vortrag von Hans Gareis beim VdK-Ortsverband Steinberg. Das Thema lautete „Verwirrtheit“ und die Ausführungen überraschten durch eine Vielschichtigkeit der Ursachen. Hauptsächlich widmete sich Gareis den Symptomen der Altersverwirrtheit. Er zeigte aber auf, dass auch junge Menschen und normale Erwachsene unter einer Verwirrtheit leiden können. Bei allen Betroffenen können sowohl seelische als auch körperliche Ursachen zugrunde liegen. Bei jüngeren Menschen sei auch Stress eine häufige Ursache. Eine Unterversorgung des Gehirns mit Nährstoffen, Sauerstoff und Blut, könne die Leistung des Zentralorgans beeinträchtigen und zu Verwirrtheit und Demenz führen. Die Hirnsubstanz kann geschädigt sein nach Unfällen, Operationen, bestimmte Krankheiten oder Vergiftungen.
Aber verwirrt reagiert man auch, wenn das Gehirn nicht mit Informationen versorgt wird, z. B. wegen Hör- oder Sehschäden. Sehr anschaulich zeigte Gareis auf, wie seelische Belastungen, beispielsweise ein Trauerfall, zu Desorientierung führen können. Nicht zu verachten sei, wenn alte Menschen in ein Pflegeheim wechseln und sich in der neuen Umgebung nicht zurecht finden. Fehleinschätzungen bei der Medikamentierung können Verwirrtheit schaffen. Man müsse sich in die Lage des Betroffenen hinein versetzen, nicht provozieren, sondern gelassen und verständnisvoll reagieren. Selbstverständlich sei immer die Konsultation des Arztes und der Pflegekräfte wichtig. Man werde nicht verwirrt oder dement bis hin zur krassesten Auswirkung, der Alzheimer-Krankheit, nur weil man älter werde. Mit bewusster Lebensführung könne man hier viel für sich tun. Aktive Teilhabe am Leben in der Familie, dem sozialen Umfeld statt passiver Zurückgezogenheit und Medienkonsum halte Körper und Geist fit. VdK-Ortsvorsitzender Wolfgang Förtsch dankte Hans Gareis für den engagierten Vortrag. Förtsch hatte eingangs das Thema vorgestellt, das man auch wegen des internationalen „Tages der seelischen und geistigen Gesundheit“ vor kurzem ausgewählt hatte. Er wies auch auf die bevorstehende VdK-Landessammlung „Helft Wunden heilen“ hin und warb für Unterstützung und respektvollen Umgang mit den freiwilligen Sammlern, die in nächster Zeit für die gute Sache an den Haustüren klingeln werden.
 

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