Bad Staffelstein

[Video] Waldklettergarten Banz im Test

Die Ferien werden schon langweilig? Gemeindereporterin Maria Löffler hat mit ihrer Action-Kamera fränkische Freizeitaktivitäten für Sie getestet. Ihr erster Tipp: Der Waldklettergarten Banz bei Bad Staffelstein.
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Gemeindereporterin Maria Löffler klettert in luftigen Höhen im Waldklettergarten Banz Foto: Maria Löffler
Hilfe, was zum Geier mache ich hier eigentlich? Ich war doch gar nicht auf der Suche nach dem ultimativen Kick, aber dafür ist es jetzt wohl zu spät. Ich bewege mich langsam, konzentriert. Meine Hände greifen nach Halt, meine Füße suchen festen Tritt. Halt? Tritt? Wo denn? Auf einer schwankenden Konstruktion aus kleinen runden Baumstämmen und Haltetauen? Doch 15 Meter über festem Boden habe ich nicht die Zeit, über all das nachzudenken. Und schließlich wollte ich den Waldklettergarten von Kloster Banz doch testen. Und das kann man halt nur, wenn man es auch ausprobiert. Dass ich mich allerdings übermütig und fast ohne Training gleich am schwierigsten Parcours versuche, ist wieder mal ein Beweis dafür, dass mein Mut meinen Verstand manchmal einfach überholt.


 
Zaghafte Annäherung
Als ich mich dem Banzer Waldklettergarten nähere und schon nach dem seichten Aufstieg etwas außer Puste bin, kommen mir zum ersten Mal leise Zweifel. Da tummeln sich Schulkinder und durchtrainierte Anfangs-Zwanziger im modischen Sportoutfit. Wie selbstverständlich hantieren sie mit ihren Klettergurten, lachen, scherzen.... Und ich? Bin 54, nur mäßig trainiert und habe den Mund wohl mal wieder zu voll genommen. Hätte wohl auf meine Kinder hören sollen! Dann weise ich mich selbst zurecht, gehe auf die Suche nach Objektleiter Rene Michl und stürze mich in mein selbst erwähltes Abenteuer.
 
Feste Erde dank wertvoller Tipps
Die letzte Fahrt auf der Seilbahn, die letzte Karabinersicherung, ein Freudenschrei, aber auch erleichtertes Aufatmen. Ich habe wieder festen Boden unter den Füßen und weiß das augenblicklich zu schätzen.
„Im Höhenrausch“, so nennt sich der braune Parcours, der eigentlich Profis ab einer Körpergröße von 1,60 Metern vorbehalten ist. Ich, gerade mal 159 Zentimeter und vom Status eines Profis ungefähr so weit entfernt wie die Sonne von unserer Erde, habe es aber trotzdem gewagt. Zugegeben, ich war sehr froh darüber, meinen jungen Trainer Nils Menzel an meiner Seite zu haben.  Er war die personifizierte Geduld, hat mir gefühlte 20 Mal das Ding mit dem Safelink Karabiner erklärt und auch sonst wertvolle Tipps verteilt. Zwischen dem gelben und dem braunen Parcours gibt es aber noch zwei andere Alternativen. Rot ist für die „fliegenden Füchse“ und fordert vor allem Körpergefühl. Um Kraft dagegen geht es auf dem grünen Parcours, der für sportliche Teilnehmer mit Klettererfahrung gedacht ist. Laut Prospekt verlangt er überdies noch Selbstüberwindung, Mut und kühles Denken ab.


Der ultimative Kick in 15 Metern Höhe
Und zwischen Anfang und Ende? Da war nichts als Konzentration, Konzentration und hatte ich schon die Konzentration erwähnt? Erst habe ich mich erst mal langsam auf dem gelben Parcours an die ganze Sache herangetastet. Er ermöglicht nämlich erste Schritte in einer halbwegs erträglichen Höhe. Man bekommt hier ein Gefühl für schwankende Holzplanken, durchhängende Taue und andere Herausforderungen. Dann will ich es wissen. Schaffe ich die „Königsetappe“? Der Prospekt behauptet ja, dass er denjenigen vorbehalten sein soll, die auf der Suche nach dem ultimativen Kick wären. Rückblickend glaube ich nicht, dass ich das anfangs wirklich war. Viel mehr habe mich mal wieder selbst überrollt. Klar wollte ich den Waldklettergarten testen, wollte zeigen, dass er eine Menge Spaß für die ganze Familie bringen kann, aber das? Luftige 15 Meter Höhe und „außergewöhnliche Drahtseilakte“, wie gut, dass ich absolut schwindelfrei bin. Und noch etwas habe ich festgestellt: Man wird mit jedem Schritt tatsächlich sicherer, stellt sich der Herausforderung und kann total stolz auf sich selbst sein, wenn man es geschafft hat. Eines weiß ich jetzt schon: Es war nicht das letzte Mal, dass ich hier geklettert bin.
 

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