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[Video] Escape Room "quest4exit" in Bamberg im Test

Beim Spiel „Escape the room“ in Bamberg werden die Spieler in einem Raum eingesperrt und müssen sich durch das Lösen verschiedener Rätsel wieder daraus befreien. Gemeindereporterin Maria Löffler hat's getestet!
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Die spannende Suche nach Hinweisen, wie die Teilnehmer den Raum wieder verlassen könnten... Foto: Maria Löffler
Es gießt wie aus Kübeln, schnell wird es kalt, dunkel und wir befinden uns mitten in der Wildnis. Das ist schon irgendwie unheimlich. Naja, vielleicht sind wir nicht ganz in der Wildnis. Eher irgendwo in der Fränkischen Schweiz, in einem Wald und ganz ehrlich: keine Ahnung, wie wir hier gelandet sind. Wir, das bin ich und der Teil meiner Familie, der mich hierher verschleppt hat. Sie fanden es witzig, mal wieder in der „Fränkischen“ wandern zu gehen. „He, hier ist ein Haus, sieht irgendwie unbewohnt aus, vielleicht können wir uns kurz unterstellen?“ Mein jüngster Sohn drückte entschlossen die Türklinke und dann öffnete das Grauen seine Pforten...



Raus, so schnell du kannst
Sie haben jetzt schon Gänsehaut? Super! Aber erst mal der Reihe nach.
Habe natürlich schon etwas geflunkert, denn wir waren weder vor Kurzem in der Fränkischen, noch haben wir irgendein Haus widerrechtlich betreten. Viel eher war es so, dass meine Familie wieder mal bereit war, mit mir etwas Besonderes zu testen. Diesmal war es das Spiel „Escape the room“ in Bamberg und zwar nicht auf dem PC, sondern in der live-Version. „Quest 4 exit“ nennt sich das Ganze und bedeutet so viel wie: Suche einen Ausweg. Gruppen von zwei bis sechs Leuten werden dabei in einen speziell präparierten Raum eingesperrt und müssen sich durch das Lösen verschiedener Rätsel wieder daraus befreien. Gelingt das innerhalb einer Stunde, dann gilt das Spiel als gewonnen. Und wenn auch Sie auf Denkspiele, Gänsehaut und unheimliche Atmosphäre stehen, dann nix wie hin!
 
Die Regeln sind ganz einfach
Haben Sie die Location in der Geisfelder Straße erst einmal gefunden, (die Suche beginnt nämlich schon hier), werden vielleicht auch Sie von der netten Mitarbeiterin Pia Zerrahn begrüßt. Ihre Begeisterung für dieses Spiel spiegelt sich in jedem Satz und sie war es auch, die uns die Geschichte mit der Wanderung in Fränkischen Schweiz zur Einstimmung erzählt hat. Die Regeln des Spiels sind völlig klar und ganz einfach: Ein Team, ein Raum, eine Stunde Zeit. Außerdem sollte man keine schweren Möbel rücken und Sachen, die mit einem Verbotszeichen versehen sind, nicht anfassen. Wir könnten auch anrufen und um Hinweise bitten, sagt sie und hält uns ein altmodisches Wählscheibentelefon unter die Nase. „Kann das einer von Euch noch bedienen?“, fragt sie unsicher mit Blick auf mich. Ich muss grinsen, denn mit diesen grauen Apparaten bin ich schließlich aufgewachsen. Dann wird die Lage allmählich ernst. Wir alle sind ganz heiß auf das Abenteuer und können es kaum erwarten, bis wir in den Raum gesperrt werden. Freiwillig natürlich. Und ehrgeizig waren wir auch, denn wir wollten selbstverständlich den Rekord knacken, also die Hinweise in kürzester Zeit finden und dann nix wie wieder raus.
 
Kennen Sie „Saw“?
Juhu, so schnell werde ich wahrscheinlich nie wieder in der Vergangenheit ankommen. Das ist echt eine andere Welt. Plattenspieler, Wählscheibentelefon, 50-er-Jahre-Glas-Vitrinen. Doch sofort meldet sich bei uns allen auch das Jagdfieber. Krampfhaft sucht jeder nach Hinweisen, um die Lösungen zu finden, den Code zu knacken und die Tür wieder zu öffnen. Von Zeit zu Zeit klingelt das Telefon.  Automatische Zeitansage. „Sie haben noch genau x Minuten Zeit“. Und nein, das verursacht natürlich überhaupt keinen Druck. Was sich erst schleichend bemerkbar macht, ist die subtile Wirkung der scheinbar so normalen, aber dennoch unheimlichen Atmosphäre. Hier war eindeutig jemand mit Hang zu Horrorfilmen am Werk. Kennen Sie „Saw“? Ja! Na dann wissen Sie ja Bescheid. Und ab jetzt sind meine Lippen versiegelt, finden Sie den Rest doch einfach selbst heraus.
 
Feuer und Flamme für das Live-Erlebnis
Ein paar Fragen bleiben aber dennoch offen, wie zum Beispiel: Wer hat sich das Ganze hier ausgedacht?  Welche Idee steckt dahinter? Was kommt als Nächstes? Beantworten kann sie mir der gebürtige Bamberger Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Martin Diruf.  Er ist zum ersten Mal in München auf dieses Live-Spiel gestoßen und war sofort Feuer und Flamme. Mit seiner Frau Vanessa begann er eine Odyssee durch die Spielstätten in ganz Europa und auf der Rückseite eines Fahrtenbuchs notierten beide die Sachen, die sie anders machen würden. Als dann die Suche nach einer geeigneten Immobilie von Erfolg gekrönt wurde, begann der Umbau. „Wir hatten das Glück, einen tollen Vermieter zu finden, das ist die wichtigste Voraussetzung überhaupt“, sagt Diruf, denn „er muss genauso hinter der Sache stehen, wie die Betreiber.“
 
Hang zum Horror auch in Zukunft?
Was einem als erstes auffällt, ist unter anderem die Liebe zum Detail, sind die authentischen Utensilien. „Kein Wunder“, schildert der 38-Jährige sein Werk, „das alles ist in Eigenregie entstanden, einzig aus der Idee heraus, etwas Besonderes zu schaffen, Menschen zu begeistern und zu unterhalten. Es ist einfach eine Herausforderung, die nicht alltäglich ist.“ Während des Interviews fällt mein Blick auf eine grau gestrichene Tür. „Das sieht aus, wie der Eingang zu einem Bunker,“ bemerke ich und Martin Diruf schmunzelt. „Gut erkannt,“ meint er, „das ist unser allernächstes Projekt. Wir werden damit in Kürze fertig und dann kann das Ganze getestet werden.“ Dafür habe ich mich schon mal freiwillig gemeldet. Neben dem Bunker sollen noch zwei weitere Räume mit unterschiedlichen Mottos entstehen. Klar – auch das alles in Eigenregie mit ganz viel Herzblut, Fantasie und einem unübersehbaren Hang zu Horrorszenarien.   
 

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