Kronach

Kronacher Realschüler sagten „Au revoir“

Die Schüler der Französisch-Klassen der beiden Kronacher Realschulen besuchten ihre Austauschschüler vom Collège Saint Félix in Hennebont. Sie lernten „Land und Leute“ sowie die französische Kultur kennen.
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Die Schüler der Französisch-Klassen der beiden Kronacher Realschulen besuchten ihre Austauschschüler vom Collège Saint Félix in Hennebont. Foto: Heike Schülein
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Nach einem tränenreichen Abschied von ihren französischen Austauschpartnern im März dieses Jahres durften nun 38 Schülerinnen und Schüler beider Kronacher Realschulen - begleitet von den drei frankophilen Lehrkräften, Uwe Längenfelder, Diana Krause und Elke Buckreus - zum Gegenbesuch in die Kronacher Partnerstadt Hennebont aufbrechen. Der Aufenthalt war geprägt von einem vielseitigen Programm, bei dem die Austauschschüler Gelegenheit hatten, einander besser kennenzulernen und die Kronacher ihre Partnerregion entdeckten. Hennebont liegt im Nordwesten Frankreichs, an der Südküste der Bretagne, im Département Morbihan, was auf bretonisch „das kleine Meer“ bedeutet. Die Stadt hat rund 13.000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 20 m über dem Meeresspiegel. Die Entfernung von Hennebont nach Kronach beträgt 1350 km.
 
Erste Eindrücke von Frankreich bekamen die Realschüler bei einem eintägigen Aufenthalt in der Hauptstadt Paris. Im Rahmen eines fächerübergreifenden Projektes hatten Schülerinnen dazu einen abwechslungsreichen Rundgang zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbereitet - so Sacré-Coeur, Notre-Dame, Défense und natürlich zum Eiffelturm. Am nächsten Tag wurden die verbleibenden 700 km nach Hennebont zurückgelegt, wo die Kronacher Abordnung bei einem herzlichen Empfang in der Partnerschule ihre bretonischen Gastfamilien kennenlernte.
 
Das bunte, prall gefüllte Programm ließ die kommende Woche wie im Fluge vergehen und brachte den Jugendlichen typische Facetten der Küstenregion näher. So konnten nach der Besichtigung einer Austernzucht die Mutigsten die köstlichen Schalentiere schlürfen. Auch der Besuch von Concarneau stand unter dem Zeichen von Meeresfrüchten, die die deutschen Schüler bei einem Quiz in den Markthallen zu bestimmen versuchten und über deren Konservierung sie in einer traditionellen Fabrik informiert wurden. Dass auch Lorient, die wichtigste Hafenstadt der Region, von der Vermarktung von Meerestieren - besonders von Krebsen, Jakobsmuscheln, Seespinnen und Meeresschnecken - lebt, erfuhren sie bei einer Bootsrundfahrt durch den Atlantikhafen. Zudem hatten die Kronacher Gelegenheit, die abwechslungsreiche Küstenlandschaft auf Wanderungen entlang der „wilden Küste“ von Quiberon und auf der Insel Groix zu erkunden. Letztere ist eine wahre geologische Schatztruhe: brandungsumtoste Felsen, weiße Sandstrände und glitzerndes Meer, das förmlich zu einem kurzen Bad in den allerdings noch eiskalten Fluten einlud.
 
Fasziniert waren die Schüler auch von den Überresten der Megalithkultur und den Mythen und Geschichten, die sich darum ranken - wie dem Tumulus (Grabhügel) in Carnac und den in Reihen aufgestellten riesigen Felsblöcken (Menhiren oder Hinkelsteinen) bei Erdeven. Bei einem abendlichen Picknick und Volleyballspiel am Strand sowie beim Wochenende in den Familien entstanden zwischen Franzosen und Deutsche zahlreiche Freundschaften. Den Abschluss der leider sich viel zu schnell dem Ende zu neigenden Reise bildeten der Besuch des großen Wochenmarktes von Hennebont und der Empfang durch den sympathischen Bürgermeister, dem der Austausch mit Kronach ans Herz gewachsen ist. Nach einer gemeinsamen Abschlussrallye durch die Kronacher Partnerstadt mit interessanten Fragen zur Geschichte und Architektur fieberten die Jugendlichen dem Ergebnis und den Gewinnen entgegen.
 
Am Ende konnte wieder einmal ein rundum positives Fazit des mittlerweile neunten Schüleraustausches gezogen werden: Europa rückt zusammen; sprachliche Hindernisse können beim offenen Aufeinanderzugehen überwunden werden; kulturelle Vielfalt ist bereichernd und nicht abschreckend. Der Dank der Kronacher Abordnung galt insbesondere den deutschen und französischen Gastfamilien, die diese Begegnungen erst ermöglichten. Finanziell unterstützt wurde der Austausch durch den Kreisjugendring wie auch die Stadt Kronach.
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