Fürth
Urteil

Tödlicher Zusammenstoß von Polizeiauto und Moped in Zirndorf: Polizist verurteilt - Update

Im April 2018 kam es in Zirndorf (Landkreis Fürth) zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Polizeiauto und einem Moped: Der Kraftradfahrer (30) starb noch vor Ort. Nun wurde der Fahrer des Streifenwagens vom Amtsgericht Fürth verurteilt.
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Bei Zirndorf ist im April 2018 ein Kraftradfahrer bei dem Zusammenstoß mit einem Streifenwagen der Polizei ums Leben gekommen. Der Beamte steht nun vor Gericht. Foto: News 5 / Schmelzer
Bei Zirndorf ist im April 2018 ein Kraftradfahrer bei dem Zusammenstoß mit einem Streifenwagen der Polizei ums Leben gekommen. Der Beamte steht nun vor Gericht. Foto: News 5 / Schmelzer

Ab Donnerstag, 16. Mai, musste sich ein Polizeibeamter wegen fahrlässiger Tötung im Amtsgericht in Fürth verantworten. Bei einer Einsatzfahrt im April 2018 bei Zirndorf kollidierte ein Streifenwagen mit einem Moped.Der 30-jährige Mopedfahrer starb noch an der Unfallstelle. Zum Prozessauftakt entschuldigte sich der Polizist, der am Steuer des Streifenwagens saß. Der Prozess endete noch am selben Tag - der Polizist wurde zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt.

Update vom 16.05.2019, 16:25 Uhr: Polizist nach tödlichem Unfall verurteilt

Im Prozess um den tödlichen Crash zwischen einem Streifenwagen im Einsatz und einem Mopedfahrer hat das Amtsgericht Fürth sein Urteil gesprochen. Der Polizist, der am Steuer des 140 km/h schnellen Polizeiautos saß und an einer Kreuzung bei Zirndorf in den Mopedfahrer raste, wurde zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten auf Bewährung sowie zur Zahlung von Schmerzensgeld an die Schwester des Opfers verurteilt.

"Sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung", verkündete Jürgen Wolf, Sprecher des Amtsgerichts Fürth, das richterliche Urteil nach der Verhandlung. "Die Schwester bekommt 5.000 Euro Schmerzensgeld." Der Richter habe ins einer Urteilsbegründung besonderen Wert auf die sehr hohe Geschwindigkeit gelegt. 140 Stundenkilometer hat er zugrunde gelegt, mit denen der Beamte in die Kreuzung gefahren ist. Zwar mit Sonderrechten, er hatte Blaulicht und Martinshorn an - aber er hatte Rotlicht und musste sicherstellen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer dies wahrnehmen." Der verstorbene Kradfahrer hab das nicht gesehen, sodass es zum tödlichen Unfall kam.

Der Angeklagte habe nach den Plädoyers sehr emotional reagiert. "Er hat auch gesagt, dass er fast lieber in der Rolle des Verstorbenen wäre. Er hat sehr darunter gelitten. Er hat Schuldeinsicht und Reue gezeigt."

Update vom 16.05.2019, 11:50 Uhr: Angeklagter Polizist entschuldigt sich

Im Prozess gegen einen Polizisten wegen der tödlichen Kollision eines Streifenwagens mit einem Mopedfahrer in Mittelfranken hat sich der Angeklagte entschuldigt. Vor dem Amtsgericht Fürth sagte der 31-Jährige am Donnerstag: "Ich habe meine Geschwindigkeit falsch eingeschätzt und auch die Einsehbarkeit der Kreuzung. Es tut mir wahnsinnig leid, was passiert ist." Dem Beamten wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Ein weiterer Autofahrer, der bei dem Unfall verletzt wurde, sagte vor Gericht, dass an dem Streifenwagen Martinshorn und Blaulicht eingeschaltet gewesen seien. Ob das Urteil noch am selben Tag fallen soll, war zunächst unklar.

Ursprüngliche Meldung: Urteil wird noch am Donnerstag erwartet

Der 31-jährige Beamte ist wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung angeklagt, wie das Gericht der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im April 2018 soll der Polizist bei einem Einsatz mit ungefähr 140 Stundenkilometer mit dem Streifenwagen über eine Ampel gefahren sei. Dabei stieß er mit einem Mopedfahrer zusammen, der noch am Unfallort starb. Ein Gutachter kam während der Ermittlungen zu dem Ergebnis, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre, wenn der 31-jährige Polizist an der Ampel aufmerksamer gewesen wäre. Das Urteil wird noch an diesem Donnerstag erwartet.

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