Fürth
Politik

Fürth: Unverpackt-Laden protestiert gegen Bonpflicht - und bereit Massen-Post vor

Seit 1. Januar 2020 gilt die Bonpflicht. Der Protest ist groß, es gibt zahlreiche Aktionen. Auch der Unverpackt-Laden "ZeroHero" in Fürth, der erst Ende letzten Jahres eröffnete, hat eine Möglichkeit gefunden, seinem Unmut kundzutun.
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In diesem Glas sammelt der Unverpackt-Laden "ZeroHero" in Fürth Kassenbons, die Kunden nicht mitnehmen wollten. Ende Januar sollen die Kassenzettel dann an Finanzminister Olaf Scholz geschickt werden. Foto: ZeroHero Fürth
In diesem Glas sammelt der Unverpackt-Laden "ZeroHero" in Fürth Kassenbons, die Kunden nicht mitnehmen wollten. Ende Januar sollen die Kassenzettel dann an Finanzminister Olaf Scholz geschickt werden. Foto: ZeroHero Fürth

Der Unverpackt-Laden "ZeroHero" in Fürth ist mit der Bonpflicht, die seit Anfang des Jahres 2020 gilt, nicht einverstanden. Zu groß sei die Belastung für die Umwelt. Deswegen hat der Laden eine Protestaktion gestartet.

Fürther Unverpackt-Laden stellt Glas für Bons auf - Adressat: Olaf Scholz

"Wir haben ein Glas aufgestellt, in das Kunden ihren Bon werfen können", berichtet Claus Bierling, einer der beiden Betreiber des Ladens, gegenüber inFranken.de. "Wir wollen ein Zeichen des Protests gegen die Verpflichtung zu Sondermüll setzen. Deswegen schicken wir das Glas ans Finanzministerium." Adressat soll Finanzminister Olaf Scholz sein.

Kein Verständnis für die Umsetzung der Bonpflicht

Insgesamt einen Monat lang will das Team Bons sammeln. "Es ist ein Unterschied, ob etliche Meter Thermopapier rausgelassen werden oder nicht. Der Sinn dahinter ist nachvollziehbar, allerdings gibt es da doch bessere, digitale Möglichkeiten", beklagt Bierling. Die meisten Kunden würden den Bon sowieso nicht mitnehmen: "Von 20, 25 Kunden nimmt vielleicht einer den Kassenzettel mit", schätzt er. Vor dem 1. Januar hatte das Team noch die Möglichkeit, die Bons nicht auszudrucken.

Bon-Irrsinn: Mitarbeiter müssen Kassenzettel ausdrucken - wegen zwei Lakritzschnecken

Selbst den kleinsten Betrag müssen Unverpackt-Mitarbeiter auf Thermopapier drucken: "Letztens kamen zwei kleine Kinder, die jeweils eine Lakritzschnecke kaufen wollten. Selbst dafür musste ich einen Zwölf-Zentimeter-Bon rauslassen." Noch schlimmer seien Bäckereien und Copyshops dran: "Die müssen teilweise Zettel für acht Cent ausdrucken".

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