Fürth
Vergewaltigung

Vergewaltigung in Fürth: Tatverdächtiger (37) festgenommen - Zeuge verhinderte wohl Schlimmeres

Staatsanwaltschaft und Polizei haben im Fall der Fürther Vergewaltigung von vergangener Woche neue Details bekannt gegeben. Ein Tatverdächtiger sitzt nun in U-Haft. Zeugenaussagen führten die Kripo auf die Spur des 37-Jährigen. Ein Zeuge verhinderte am Tattag offenbar Schlimmeres.
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Im Fall der Vergewaltigung in Fürth hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Symbolfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Im Fall der Vergewaltigung in Fürth hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Symbolfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach der Vergewaltigung einer Spaziergängerin im Fürther Pegnitzgrund am Samstag vor einer Woche (03.11.2018) nahm die Polizei am Mittwochabend einen Tatverdächtigen fest. Wie am Freitag bekannt wurde, sitzt der 37-jährige Mann mittlerweile in Untersuchungshaft.

Der Überfall auf die Frau hatte in den Morgenstunden des 3. November in den Pegnitzauen stattgefunden. Dort ging die Passantin laut Kripo Fürth gegen 8 Uhr spazieren und wurde unvermittelt von einem Mann überfallen, mit einem Messer bedroht und ins Gebüsch gezerrt. Ein Zeuge habe die Hilferufe gehört, die Frau gefunden und die Polizei verständigt. Der Tatverdächtige sei geflüchtet, nachdem er den Zeugen bemerkt hatte. Das Opfer kam laut Polizei mit körperlichen Verletzungen und unter Schock stehend zur Behandlung in ein Krankenhaus. Seitdem werde die Frau betreut.

Zeugen erkennen den Täter wieder

Wie Kripo Fürth und Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth mitteilten, sicherte der Kriminaldauerdienst Mittelfranken nach der Tat die Spuren und leitete intensive Fahndungsmaßnahmen in die Wege. Dazu gehörten der Einsatz von Personensuchhunden und die Analyse der sichergestellten Kleidung des Opfers sowie ein Zeugenaufruf. Auf Letzteren meldeten sich mehrere Personen, die sachdienliche Hinweise geben konnten. Den Zeugen wurden Lichtbilder vorgelegt, anhand derer unabhängig voneinander der mutmaßliche Täter identifiziert werden konnte.

Die intensiven Ermittlungen der Kripo Fürth in enger Kooperation mit der Staatsanwaltschaft mündeten am späten Mittwochabend in der Festnahme des dringend tatverdächtigen 37-Jährigen. Wie Polizeisprecherin Elke Schönwald auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilte, handelt es sich um einen türkischen Staatsangehörigen, aufgewachsen in Fürth.

Polizei stellt in Wohnung mehrere Beweismittel sicher - Verdächtiger bestreitet Vergewaltigung

Der Mann habe sich in der Wohnung eines Bekannten aufgehalten, wo die Beamten mehrere Beweismittel sicherstellen konnten. Der Verdacht gegen ihn sei durch die Rechtsmedizin Erlangen erhärtet worden, die in einer Untersuchung die gesicherten Tatspuren mit der DNA des Tatverdächtigen verglich. Wie die Polizei weiter sagte, habe der Mann die Anwesenheit am Tatort eingeräumt, die Vergewaltigung aber bestritten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Ermittlungsrichter am Amtsgericht dennoch einen Haftbefehl wegen "Vergewaltigung im besonders schweren Fall".

Der 37-Jährige befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Weitere zurückliegende Straftaten, die möglicherweise in Verbindung mit dem Tatverdächtigen gebracht werden können, werden laut Mitteilung der Polizei geprüft. Die Ermittlungen dauern an.

Update, 9. November, 13.30 Uhr: Behörden äußern sich bei Pressekonferenz zur Vergewaltigung in Fürth

Die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Mittelfranken haben am Freitag (9. November 2018) weitere Details zur Vergewaltigung im Fürther Pegnitzgrund bekannt gegeben. Polizeipräsident Roman Fertinger gab zunächst Hintergründe zum dringenden Tatverdächtigen bekannt:

  • Der Tatverdächtige ist 37 Jahre alt.
  • Er ist türkischer Staatsbürger, wurde in Fürth geboren.
  • Er ist bereits wegen Betäubungsmittel- und Gewaltstraftaten vorbestraft.
  • Der 37-Jährige wurde zuletzt April 2014 vom Amtsgericht Weiden zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Aus der verhängten Haftstrafe wurde er im Juni 2018 entlassen.

Vergewaltigung in Fürth: Mann zerrt Frau ins Gebüsch

Fertinger ging ebenfalls auf die Ermittlungen ein: Die Polizei hat den Ermittlungen unvermittelt "hohe Priorität beigemessen". Der 37-Jährige wurde als "gefährlicher Täter" eingeschätzt. Dies beeinflusste die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Fahndung und der Festnahme erheblich. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wird nun ein Gutachten erstellt, um die Hintergründe der Tat zu definieren.

Keine typische Vergewaltigung: Behörden beziehen Stellung

Fertinger betonte zudem, dass es sich dabei nicht um eine typische Vergewaltigung gehandelt habe. Die Auswahl des Opfers sei zufällig erfolgt. Typische Vergewaltigungen finden oftmals in engeren Beziehungskreisen statt, so dass dort eine bestimmte Opferauswahl getroffen wird.

In den Ermittlungen wurde der 37-Jährige durch zwei entscheidende Schritte überführt:

  • Das Opfer erkannte den Täter durch einen Vergleich verschieden erstellter Bilder.
  • Die Überprüfung von DNA-Material, das am Körper des Opfers sichergestellt wurde, ergab einen Treffer in Datenbank der Behörden.

Diese Vorgehensweise beschrieb Philipp Engl von der Staatsanwaltschaft. Polizeipräsident Fertinger ergriff zudem das Wort, um dem Opfer Mitgefühl auszusprechen. Sie werde mittlerweile psychologisch betreut.

Vergewaltigung im Fürther Pegnitzgrund - die Tat

Der Kriminalpolizei Fürth gelang es mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth in kurzer Zeit einen 37-jährigen Mann, der dringend tatverdächtig ist, festzunehmen. Er soll die Frau vergewaltigt haben. Weitere Informationen gab die Polizei am Donnerstag nicht bekannt. Für Freitag haben Staatsanwaltschaft und Polizei nähere Hintergründe in einer Pressekonferenz angekündigt.

Vergewaltigung im Morgengrauen

Am Samstagmorgen des 3. Novembers 2018 wurde laut Polizeibericht eine Frau in der Nähe des Pegnitzgrundes im mittelfränkischen Fürth Opfer eines Gewaltverbrechens. Sie wurde von einem Mann mit einem Messer bedroht, als sie gerade spazieren ging. Dann zog der Unbekannte die Frau ins Gebüsch und vergewaltigte sie.

Die Kripo fahndete unter Hochdruck nach dem Täter und hatte die Bevölkerung um Zeugenhinweise gebeten.

Ein ähnlicher Fall hatte sich vor Kurzem in Nürnberg am Wiesengrund ereignet

Erst vor Kurzem war es in Nürnberg am Wiesengrund - ganz in der Nähe des jetzigen Tatorts - zu einem versuchten Sexualdelikt gekommen: Versuchtes Sexualdelikt in Mittelfranken: Unbekannte attackieren Frau - Polizei sucht Helfer auf Fahrrad. Einen Zusammenhang zwischen den zwei Übergriffen schließt die Polizei aber derzeit aus. "Die beiden Fälle müssen ganz klar getrennt werden, es handelt sich um zwei verschiedene Taten", sagt die Pressestelle des Polizeipräsidiums dazu.

Vergewaltigung in Fürth: Was war geschehen?

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei ging die Frau gegen 8 Uhr am Pegnitzgrund entlang, als sie auf Höhe der Kurgartenstraße plötzlich von einem unbekannten Täter ins Gebüsch gezerrt wurde.

Bayern: Mann bedroht und vergewaltigt Spaziergängerin im Park

Der Täter vergewaltigte die Frau und bedrohte sie mit einem Messer. Anschließend ergriff der Mann die Flucht. Ein Zeuge, der die Frau schließlich fand, verständigte die Polizei. Obwohl sofort eine intensive Fahndung eingeleitet wurde - auch unter Einsatz von Polizeisuchhunden - fanden die Polizisten den Mann bisher nicht.

Das Opfer erlitt körperlich leichte Verletzungen und steht unter Schock. Die Frau wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken übernahm die Spurensicherung sowie alle Ermittlungen in dem Fürther Fall.

In Kronach konnte vor Kurzem eine Vergewaltigung verhindert werden: Brutale Vergewaltigung von 18-Jähriger verhindert: Frau wurde zur Heldin in Kronach



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