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Fürth
Großbaustelle

Größtes Autobahn-Bauprojekt in Franken: Corona-Krise sorgt für "paradiesische Zustände"

Trotz Corona läuft das aktuell größte Autobahn-Bauprojekt in Franken weiter. Die Arbeiter am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen profitieren sogar teilweise von der Krise. "Zeitweise haben wir uns wie in die 50er-Jahre zurückversetzt gefühlt", sagt Ulrich Zenkel von der Autobahndirektion Nordbayern.
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Mammutprojekt in Franken: Das wachsende Autobahnkreuz Fürth/Erlangen im April 2020. Foto: Hajo Dietz

Ausbau des Autobahnkreuz Fürth/Erlangen trotz Corona im Zeitplan: An die "paradiesischen Zuständen" auf der Mega-Baustelle am Autobahnkreuz Fürth-Erlangen werden sich die Bauarbeiter wohl bald schon sehnsüchtig zurückerinnern. „Durch die virusbedingten Reisebeschränkungen haben wir deutlich weniger Verkehr auf der Strecke. Dieser Umstand kommt uns für den Bauablauf natürlich nicht ungelegen“, freut sich Ulrich Zenkel. Als Projektleiter bei derAutobahndirektion Nordbayern ist er für den rund 200 Millionen Euro teuren Ausbau der A3 und dem Frankenschnellweg A73 zuständig.

Durch die Corona-Pandemie habe die Blechlawine auf dem Kreuz zuletzt deutlich abgenommen, bestätigt Zenkel und erklärt, dass  es dadurch praktisch auch keine Staus mehr gegeben habe. „Für unsere Baufirmen sind das natürlich ideale Bedingungen gewesen.“ Normalerweise müssten die ganzen Abläufe in einem nicht nur zu Stoßzeiten extrem hoch frequentierten Verkehrsknotenpunkt aufwändig koordiniert werden. Das sei vor allem für den Materialtransport in normalen Zeiten immer eine enorme Herausforderung. Zuletzt dürfte sich Zenkel auf der Baustelle wie im falschen Film an Autobahn-Urzeiten erinnert haben. „Zeitweise haben wir uns wie in die 50er-Jahre zurückversetzt gefühlt.“ 

Trotz guter Bedingungen: Deshalb wird Autobahnkreuz nicht früher fertiggestellt

Der geringe Verkehr führe jedoch im Umkehrschluss nicht dazu, dass das neue Autobahnkreuz schneller fertig wird. „Wir können den Zeitplan nicht so einfach beschleunigen. Wir sind froh, wenn wir die vorgegebene Terminschiene trotz der Herausforderungen, die sich durch Corona ergeben, halten können“, erläutert Zenkel.

Eine kurzfristige Intensivierung der Bauarbeiten aufgrund des kurzfristig geringeren Verkehrsaufkommens hätte den ausgeklügelten Zeitablauf obendrein ins Schleudern gebracht. Auf einer Mega-Baustelle wie auf dem Autobahnkreuz müssten tausende Zahnräder perfekt ineinander greifen. Außerdem wären die Kosten in die Höhe geschossen, hätte man plötzlich noch mehr Tempo auf der Baustelle machen wollen. Allein für Planung seien Jahre der Vorbereitung nötig gewesen. Deshalb hält Zenkel nichts von spontane Kraftexplosionen.

„Wir sind froh, wenn die Arbeiten weiter so gut laufen wie  bisher und wir trotz Corona weiterhin im Zeitplan bleiben“, betont Zenkel und erklärt, dass auf der XXL-Baustelle selbstverständlich auf die Einhaltung der neuen Corona-Regeln wie Hygienemaßnahmen geachtet werde. Zudem laufe die Kommunikation mit den vielen beteiligten Baufirmen derzeit hauptsächlich per Internet und Telefon, um die persönlichen Kontakte so gering wie möglich zu gestalten.

A3 wird sechsspurig: Bauarbeiten am Autobahnkreuz sollen Ende 2021 abgeschlossen sein  

Zenkel ist zuversichtlich, dass die Gesellschaft den Kampf gegen das Virus meistern wird. „Genauso zuversichtlich bin ich, dass wir das Autobahnkreuz trotz Corona wie geplant bis Ende 2021 fertigstellen können“, freut sich der Projektleiter bei der Autobahndirektion Nordbayern, die seit 2017 das Kreuz mit Bagger und Schaufel fit für die sechsstreifige Zukunft macht.

Bis zum Jahr 2025 werden über 100.000 Fahrzeuge pro Tag am Kreuz erwartet. Damit der Verkehr ständig nicht ins Stocken gerät, setzen die Planer auf sechs Fahrspuren und neue Verbindungsrampen zwischen den Autopisten.  Fünf Über- und fünf Unterführungen müssen dafür gebaut werden.  Die neuen Lärmschutzanlagen sollen streckenweise 13 Meter hoch werden.